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Tag der Arbeit 2020: ITF und ICS rufen zu Hupaktion in Häfen zur Würdigung der "stillen Helden des Welthandels" auf

27 Apr 2020
Presseerklärung

Die Internationale Schifffahrtskammer (ICS) und ihr globales Netzwerk nationaler Mitgliedsorganisationen rufen gemeinsam mit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation und den 215 ihr angeschlossenen Seeleutegewerkschaften Schiffsbesatzungen in aller Welt dazu auf, am 1. Mai 2020 um 12.00 Ortszeit, sofern sie dann in einem Hafen liegen, ihre Schiffshörner ertönen zu lassen.

Am Internationalen Tag der Arbeit – oder Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder Maifeiertag – wird in vielen Ländern der Welt die Leistung von Arbeitnehmer*innen rund um den Globus gefeiert und gewürdigt.

Die ICS und die ITF rufen zu dieser solidarischen Geste auf, um den mehr als 1,6 Millionen Seeleuten, den stillen Helden des Welthandels, Respekt zu zollen, die die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoffen und wichtigen Versorgungsgütern, wie lebensnotwendigen medizinischen Geräten, nicht nur während der Covid-19-Pandemie, sondern Tag für Tag gewährleisten. Vor der Teilnahme an der Hupaktion sollten die Schiffe, falls erforderlich, eine entsprechende Genehmigung einholen.

Der Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer Guy Platten erklärte in einer Stellungnahme: "Unsere Seeleute sind die stillen Helden des Welthandels und wir dürfen nicht vergessen, welchen Beitrag sie jeden Tag für die Versorgung unserer Länder mit den von uns benötigten Gütern leisten. An dem Tag, an dem die Welt den Beitrag der Beschäftigten würdigt, die Schiffshörner ertönen zu lassen, ist ein ideales Mittel, um uns allen ihren aufopferungsvollen Einsatz ins Bewusstsein zu rufen. Sie alle sind Helden auf See."

Steve Cotton, der Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF), sagte: "Die ITF begrüßt diese Initiative und den Aufruf an Seeleute, die Schiffshörner ertönen zu lassen als Ausdruck der globalen Solidarität. Dabei muss aber auch der Blick darauf gerichtet bleiben, wie unentbehrlich Seeleute für die weltweite Beförderung lebensnotwendiger Güter in dieser Krise sind. Regierungen sollten diese Aktion als Aufforderung betrachten, das Auswechseln von Schiffsbesatzungen und die Freizügigkeit von Seeleuten zu erleichtern, damit sie in diesen beispiellosen Zeiten die Lieferketten weiter am Laufen halten können."

Der Schifffahrtssektor ist ein wesentlicher Bestandteil der globalen Lieferketten. Die Probleme beim Auswechseln von Besatzungen gefährden die sichere Abwicklung des Seehandels jedoch erheblich. Aufgrund der durch Covid-19 bedingten Reisebeschränkungen kommt es jedoch wiederholt zu Fällen, wo Seeleute nach langer Zeit auf See gezwungen sind, noch länger an Bord zu bleiben. Im Interesse der Sicherheit und des Wohlergehens der Seeleute kann die aktuelle Situation nicht endlos andauern.

ITF und ICS wiederholten ferner den Appell an Regierungen, die Freizügigkeit von Seeleute zu erleichtern, und knüpften damit an ein gemeinsames Schreiben der ICS und der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung (IATA) vom 15. April an. 

ITF und ICS fordern Regierungen auf:

  1. eine begrenzte Anzahl von Flughäfen festzulegen, die Besatzungsmitgliedern den sicheren Verkehr zu und von ihren Heimatländern ermöglichen;
  2. Seeleute als Schlüsselarbeitskräfte zu definieren, die während der Pandemie systemrelevante Dienstleistungen erbringen, und sie von für Passagiere und nicht systemrelevante Arbeitskräfte eingeführten nationalen Restriktionen auszunehmen;
  3. ihrer Verpflichtung zur Aufrechterhaltung der Lieferketten nachzukommen, indem sie unverzügliche Maßnahmen in dieser Hinsicht ergreifen.

ICS und ITF haben ferner ein Musterschreiben formuliert, das Seeleuten und Behörden dabei helfen soll, den wichtigen Status von Verkehrsbeschäftigten anzuerkennen, die zur Ausübung ihrer Arbeit legitimiert sind. Schifffahrtsunternehmen können das Legitimationsschreiben als Vorlage nutzen, für jedes Besatzungsmitglied eine Kopie mit ihrem Briefkopf anfertigen, in die sie die personenbezogenen Angaben eintragen, und jedem betroffenen Besatzungsmitglied nach einer vorgeschriebenen medizinischen Untersuchung das ausgefüllte Zertifikat aushändigen. Das Schreiben enthält folgenden Wortlaut: "Mit diesem Legitimationsschreiben wird bestätigt, dass diesem Besatzungsmitglied der freie Reiseverkehr zwischen seinem Heimatland und seinem Schiff gestattet werden soll und dass es sich einer medizinischen Untersuchung unterzogen hat." Das Schreiben kann hier heruntergeladen werden. 


Weitere Informationen:
ITF: media@itf.org.uk 
ICS: 
ICS@woodrowcommunications.com

 

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