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Welttag für menschenwürdige Arbeit 2020: Junge Beschäftigte melden sich zu Wort

07 Oct 2020

Am Welttag für menschenwürdige Arbeit rufen junge Verkehrsbeschäftigte zu dringenden Maßnahmen auf, um gegen Jugendarbeitslosigkeit und unsichere Arbeitsplätze vorzugehen. Die Covid-19-Pandemie hat katastrophale Auswirkungen auf die Beschäftigung, die Einkommen und den Sozialschutz junger Arbeitnehmer*innen. Heute erheben junge Verkehrsbeschäftigte ihre Stimme, um zu fordern, dass bei den globalen Bemühungen zur Konjunkturerholung der Schwerpunkt auf junge Menschen gesetzt wird.

Junge Erwerbstätige haben seit Beginn der Pandemie mit erschreckenden Arbeitsplatzverlusten und Einschnitten bei Bezahlung und Beschäftigungsbedingungen zu kämpfen und sind zu über 70 Prozent mit einer Unterbrechung ihrer Aus- und Fortbildung konfrontiert. 

Die Beschäftigungsperspektiven junger Menschen waren schon vor der Covid-19-Krise prekär. Aus dem Überblick über den globalen Arbeitsmarkt, den die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) vor dem Covid-19-Ausbruch durchführte, geht hervor, dass nur 41 Prozent der jungen Menschen weltweit in die Erwerbsbevölkerung einbezogen waren und 30 Prozent der jungen Erwerbstätigen nach wie vor in extremer oder mäßiger Armut lebten. Der jüngste Monitoringbericht der IAO zeigt, dass eine*r von sechs jungen Beschäftigten seit Beginn der Pandemie seine/ihre Arbeit verloren hat und 42 Prozent derer, die noch beschäftigt sind, einen Einkommensrückgang hinnehmen mussten. 

Covid-19 wirft ein Schlaglicht auf die ungeschützte Situation junger Arbeitnehmer*innen, die aufgrund von prekären Beschäftigungsverhältnissen, riskanten Lebensbedingungen, unsicheren Stellen und Diskriminierung zunehmend auf unterbezahlten und unzureichend geschützten Arbeitsplätzen tätig sind.

Der diesjährige Welttag für menschenwürdige Arbeit bietet uns eine Gelegenheit, als globale Gewerkschaftsbewegung zusammenzustehen. In einer Zeit, in der die Regierungen alles in ihrer Macht Stehende tun müssten, um die Beschäftigten zu unterstützen, sind die Arbeitnehmer*innenrechte weltweit bedroht. In vielen Ländern kämpfen die Gewerkschaften gegen Privatisierungsbestrebungen, arbeitnehmerfeindliche Gesetze und nachlässige Aufsicht, die Arbeitgebern Schlupflöcher bietet, um diese Krise zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen. 

Auf unserer letzten Sommerschule für junge Luftverkehrsbeschäftigte prangerten aktive Gewerkschaftsmitglieder das skandalöse Verhalten der nationalen britischen Fluggesellschaft British Airways an, die damit drohte, ihre gesamte Belegschaft zu entlassen und zu wesentlich schlechteren Bedingungen wiedereinzustellen, um dann unter dem Druck einer öffentlichen Gewerkschaftskampagne doch noch einen Rückzieher zu machen. Junge Beschäftigte sind solchen Angriffen aufgrund ihrer relativ kurzen Betriebszugehörigkeit und ihrer Überrepräsentanz im Bereich prekärer Beschäftigungsverträge besonders wehrlos ausgesetzt. 

Es darf nicht sein, dass junge Beschäftigte außen vor gelassen werden. Wir rufen heute alle jungen Arbeitnehmer*innen auf, von ihren Regierungen und Arbeitgebern den Schutz ihrer Zukunft und der der kommenden Generationen zu fordern. Mit der richtigen Förderung können junge Menschen Katalysatoren für eine weltweite wirtschaftliche Erholung sein.

Fordert gemeinsam mit uns globale Maßnahmen zur Schaffung und zum Schutz hochwertiger Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen und alle Erwerbstätigen. Das ist Gewerkschaftssache.

Verfolgt die aktuellen Entwicklungen auf unseren Social-Media-Kanälen und verbreitet eigene Informationen unter den Hashtags #WDDW #DecentWork #COVID19.

 

Weitere Links zum Thema:

Junge Verkehrsbeschäftigte und Covid-19

Junge Luftverkehrsbeschäftigte organisieren sich für die Zukunft nach Covid-19

Aktionen junger Verkehrsbeschäftigter zum Internationalen Tag der Jugend 2020