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ITF vertritt die maritime Fachwelt auf der Generalversammlung der internationalen Schifffahrtshochschulen

09 Jan 2020
Foto mit freundlicher Genehmigung der IAMU

Auf der 20. Generalversammlung der International Association of Maritime Universities (IAMU), die vom 30. Oktober bis 2. November 2019 in Tokio (Japan) stattfand, vertrat die ITF die Positionen der maritimen Fachwelt.

An der Veranstaltung nahmen 180 Fachleute von maritimen Hochschulen und Branchenexpert*innen aus 27 Ländern teil.

Professor Takeshi Nakazawa, der geschäftsführende Direktor der IAMU, äußerte die Ansicht, dass die Entwicklung autonomer Überwasserschiffe (MASS) und die Automatisierung die Leistungsfähigkeit des Humanfaktors hinter sich lassen. Maritime Aus- und Weiterbildung müssten sich auf diese Herausforderung einstellen.

Es müsse ein stärkeres Augenmerk darauf gerichtet werden, wie die Umsetzung fortschrittlicher Technologien, wie Digitaltechnik, Roboter, künstliche Intelligenz und MASS, den maritimen Arbeitsmarkt beeinflusse, so Nakazawa.

Professor Sergey Aysinov, IMO-Experte im ITF-Schifffahrtssicherheitsausschuss, nahm an der Podiumsdiskussion zur Frage "Haben Seeleute angesichts der Einführung autonomer Überwasserschiffe (MASS) noch eine Zukunft?" teil.

Professor Aysinov stellte die folgenden Punkte heraus:

  • Das BIP-Wachstum wird die Weiterentwicklung des Schifffahrtssektors und eine erhöhte Nachfrage nach sich ziehen.
  • Laut der optimistischen Prognose eines Herstellers werden 14 Prozent der Weltflotte im Jahr 2040 irgendeine Form von MASS-Ausrüstung an Bord haben.
  • Die über die gesamte Lebensdauer gerechneten Gesamtkosten eines Schiffes fallen von Sektor zu Sektor unterschiedlich aus. In der Regel schlüsseln sie sich wie folgt auf:
    40 Prozent Investitionskosten
    40 Prozent Treibstoffkosten
    20 Prozent Betriebskosten (davon 25 Prozent Besatzungskosten)
    Die Besatzungskosten belaufen sich auf 3 bis 6 Prozent der Kosten eines Schiffes über die gesamte Lebensdauer.
  • MASS stellt eine Fortsetzung der Automatisierung der Branche dar, die wahrscheinlich zur Verringerung der Anzahl von Besatzungsmitgliedern führen wird. Daher ist die Qualität der maritimen Fachleute wichtig.
  • Die Offizier*innen der Führungsebene müssen sich weiterbilden.
  • Die Instandhaltung eines Teils der Schiffsausrüstung wird wahrscheinlich von Bord- auf landgestützte bzw. Fernwartung umgestellt.
  • Nautische und technische Offizier*innen benötigen eine ähnliche Zusatzausbildung wie elektrotechnische Offizier*innen.

Die Podiumsdiskussion befasste sich ferner mit den folgenden Themen:

  • Im Jahr 2020 wird die aktuelle Fassung des Übereinkommens über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Fischereibeschäftigten (STCW), 1978, zur erneuten Überarbeitung freigegeben. Um dem voraussichtlichen Rückgang der Marktnachfrage nach Offiziersanwärter*innen und Mannschaftsdienstgraden vorzugreifen, sollte die Diskussion über die geplanten Anpassungen sich mit der Gewährleistung umfassender nautischer Erfahrungen von Offiziersanwärter*innen beschäftigen. Im Jahr 2020 wird der IMO eine Studie über die praktischen Aspekte des Ausbildungsangebots für Offiziersanwärter*innen vorgelegt.
  • Eine kürzlich veröffentlichte Publikation mit dem Titel Global Maritime Professional: Body of Knowledge wurde vorgestellt, die die von maritimen Fachleuten verlangten/erwarteten Qualifikationen auflistet.

Die Standpunkte und Positionen der ITF stießen sowohl im Podium als auch beim Publikum auf Unterstützung. Unabhängig davon, wie Technologien die Berufslaufbahnen im maritimen Sektor beeinflussen oder auch nicht, werden das authentische Wissen sowie die Qualifikationen, Kompetenz, Erfahrung und Sachkenntnis von Seeleuten immer geschätzt werden. Damit sind Aus- und Fortbildung ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Faktors im maritimen Sektor.

 

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