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Australien: Arbeitskonflikt mit dem Hongkonger Schienenverkehrsunternehmen MTR spitzt sich zu

26 Nov 2019
Presseerklärung
Hunderte von australischen Gewerkschaftsmitgliedern haben ihren Kampf gegen Metro Trains Melbourne (MTM), ein Tochterunternehmen des Hongkonger Staatsunternehmens MTR, verstärkt und an Hunderten von Bahnhöfen Streikposten aufgestellt, um die Unterstützung der Bevölkerung für die U-Bahn-Beschäftigten zu gewinnen, die gerade einen erbitterten Konflikt um einen neuen Vertrag austragen.

Über 200 Mitglieder der Rail Tram and Bus Union (RTBU) verteilten zur Verkehrsstoßzeit gemeinsam mit Unterstützer*innen 60.000 Flugblätter an Berufspendler*innen, um die Einwohnerschaft Melbournes über die Angriffe auf ihre Beschäftigungsbedingungen und die Qualität der Dienstleistung für die Fahrgäste zu informieren. 

MTR steht ohnehin bereits unter Druck, da die MTM seit einiger Zeit durch mangelnde Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit von sich reden macht. Im zweiten Monat in Folge und zum vierten Mal innerhalb dieses Jahres musste die MTM im Oktober Fahrgäste wegen Leistungsmängeln entschädigen. 

Luba Grigorovitch, RTBU-Sekretärin im Bundesstaat Victoria, kündigte die Eskalation der Gewerkschaftskampagne an: "Wenn die MTM nicht bereit ist, mit ihrer Belegschaft unter fairen Bedingungen zu verhandeln, bleibt uns keine andere Wahl, als unsere Kampagne für einen gerechten Vertrag zu verschärfen." 

"MTR-MTM versucht, die RTBU-Mitglieder mit juristischen Schachzügen an der Ausübung ihres demokratischen Rechts auf Streik zu hindern. Wir mussten vor Gericht gehen, um die rechtlichen Hürden für Arbeitskampfmaßnahmen unserer Mitglieder zu beseitigen," so Grigorovitch.

ITF-Generalsekretär Stephen Cotton begrüßte die Mobilisierung der Bevölkerung und bekundete die Unterstützung der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) und von 18 Millionen Verkehrsbeschäftigten weltweit, die die ITF vertritt. 

"Wir werden der RTBU bei der Umsetzung dieser Kampagne in Melbourne und überall da, wo es nötig ist, weiter zur Seite stehen, um alle Pendler*innen darüber aufzuklären, mit welcher Verachtung MTR-MTM die Menschen behandelt, die die Mobilität in ihren Städten sicherstellen," erklärte Cotton.

"Die Angriffe von MTR-MTM zeigen, wie weit der MTR-Vorstand von den Erwartungen der Bevölkerung entfernt ist. Die internationale Gewerkschaftsbewegung wird sich unermüdlich dafür einsetzen, dass U-Bahn-Beschäftigten der Respekt entgegengebracht wird, den sie verdienen, und Fahrgäste die Dienstleistung erhalten, für die sie bezahlen."

"Die Einwohnerschaft von Melbourne hat schon jetzt die Nase voll von Zugausfällen, Verspätungen und minderwertigen Diensten und wird weitere Versuche von MTR-MTM, die Qualität des Schienennetzes zu senken, nicht tolerieren," mahnte Cotton. 

Die RTBU wird an allen großen Bahnhöfen Plakatwände, mobile und Online-Werbung und Straßenstände nutzen, "um MTR-MTM zur Rechenschaft zu ziehen".

Die Gewerkschaft wird auch unterstützt vom Australian Council of Trade Unions (ACTU) und der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF), die über 18 Millionen Verkehrsbeschäftigte weltweit vertritt. 

Die RTBU organisiert alle Beschäftigten in den Bereichen Betrieb und Instandhaltung im Personenschienenverkehr von Melbourne.

 

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