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Weibliche Verkehrsbeschäftigte und Covid-19

Auch während der aktuellen Covid-19-Krise werden weibliche Verkehrsbeschäftigte weiter in unverhältnismäßig hohem Maße mit Gewalt in der Arbeitswelt und den Auswirkungen der Geschlechtersegregation in der Verkehrswirtschaft konfrontiert sein. Das Thema Zukunft der Arbeit wird an Brisanz gewinnen, wenn wir diese Krise überstanden haben und die Verkehrswirtschaft sich der neuen Realität anpasst, und zwar mit dem Risiko, dass sich die Benachteiligung von Frauen im Sektor noch weiter verschärft.

Diese Krise hat noch viele weitere Aspekte, von denen Frauen in besonderer Weise oder überproportional betroffen sind, unter anderem

  • Mutterschaft und damit einhergehende Risiken,
  • erhöhte Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr sowie Gewaltgefährdung bedingt durch den überproportionalen Frauenanteil bei Tätigkeiten im direkten Kundenkontakt sowie nicht ausreichend zur Verfügung stehende und ungeeignete persönliche Schutzausrüstung,
  • mögliche Nichtzahlung und/oder Kürzung von Löhnen und Gehältern,
  • Überrepräsentation von Frauen bei Reinigungsdiensten,
  • Überrepräsentation von Frauen im Bereich informeller und prekärer Beschäftigung,
  • Überrepräsentation von Frauen in den unmittelbar und stark betroffenen Sektoren Kreuzschifffahrt und Luftverkehr,
  • überproportionaler Frauenanteil im Bereich der unbezahlten Betreuungs- und Pflegearbeit,
  • erhöhtes Risiko häuslicher Gewalt als zusätzliche Folge von Isolation und Ausgangssperren sowie fehlende Unterstützung aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unterstützungs- und Beratungsstellen für Betroffene, und
  • geringe Repräsentation in branchenspezifischen Entscheidungsgremien verbunden mit zu befürchtenden langfristigen Auswirkungen auf die Partizipation von Frauen in der Branche.

Auch die ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Sanitäranlagen ist wesentlich für die Prävention von Krankheiten und die Verlangsamung der Ausbreitung des Virus. Dieses Thema betrifft alle Beschäftigten, ist für Frauen jedoch besonders problematisch. Die ITF-Charta für den Zugang zu Sanitäranlagen enthält wichtige Informationen und Forderungen für alle Gewerkschaften bei der Bekämpfung von Covid-19.

Wie können Verkehrsgewerkschaften helfen?

Aufgrund der unverhältnismäßig starken Auswirkungen dieser Krise auf die weiblichen Beschäftigten in unserer Branche möchten wir bewährte Praktiken zur Unterstützung von Frauen aufzeigen, die schlechtesten Praktiken beleuchten und unseren Mitgliedsorganisationen dabei helfen, diese anzugehen. Um dies zu ermöglichen, bitten wir euch um eure Unterstützung – bitte schickt uns Informationen zu den folgenden Punkten zu:

  • Positive Gesetze, Regierungsinitiativen, Arbeitgeberregelungen oder ausgehandelte Bestimmungen, die vor allem weiblichen Verkehrsbeschäftigten zugutekommen – beispielsweise in Bezug auf Vorrichtungen und Ausrüstungsgegenstände zum Schutz vor dem Virus, Betreuungsaufgaben, Gewalt am Arbeitsplatz, Arbeitswege, Sozialschutzbestimmungen auch für informell Beschäftigte,
  • Frauenberufe im Verkehrssektor, die vom Virus besonders betroffen sind,
  • Beispiele für nachteilige Praktiken bzw. vorrangige Anliegen weiblicher Verkehrsbeschäftigter, die noch nicht angegangen wurden,
  • Erfahrungsberichte von weiblichen Verkehrsbeschäftigten,
  • Umschulung von Arbeitskräften (z. B. für die Arbeit in anderen Berufen und Sektoren oder zur Vorbereitung auf die Digitalisierung),
  • Beteiligung von Frauen an wichtigen Entscheidungsprozessen – entweder innerhalb des Verkehrssektors oder in Zusammenarbeit mit anderen Sektoren, und
  • Maßnahmen zur Unterstützung von Kontakt- und Beratungsstellen gegen häusliche Gewalt.

Bitte schickt eure Informationen an women@itf.org.uk.

Vielen Dank für eure Hilfe bei unseren Bemühungen, weiblichen Verkehrsbeschäftigten in diesen schwierigen Zeiten eine Stimme zu geben.