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Drehkreuze und Verkehrskorridore

Das Einflusspotenzial der ITF beruht auf gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in großen Häfen, Flughäfen, Logistik-Hubs sowie entlang von Binnenwasserstraßen und Schienenverkehrskorridoren. Diese Beschäftigten können großen Einfluss entfalten, für sich selbst, aber auch für die gesamte ITF-Familie. Die schnelle Ausweitung des Verkehrssektors bedroht die Position der ITF an den zentralen Nadelöhren der globalen Verkehrswirtschaft. So sind z. B. die Belegschaften in den neuen, in der Nähe von Häfen und Flughäfen angesiedelten LogistikDrehkreuzen häufig nicht gewerkschaftlich organisiert.

Es gibt viele Arten von Drehkreuzen in der Verkehrswirtschaft, wobei jedoch Häfen und Flughäfen für Verkehrsgewerkschaften strategisch am bedeutsamsten sind. Der Grund dafür liegt in ihren folgenden gemeinsamen Merkmalen:

  • Sie sind wichtige Knotenpunkte globaler Verkehrsnetze. Störungen in großen Häfen und Flughäfen haben gravierende Folgen für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für Verkehrsunternehmen.
     
  •  In Häfen und Flughäfen sind große Zahlen von Beschäftigten bei mehreren Arbeitgebern konzentriert. Die Arbeitsplätze sind über lange Zeiträume an einem geografischen Standort fixiert, und Arbeitgeber können ihre Geschäfte nur unter großen Schwierigkeiten kurzfristig verlagern.
     
  • Große Häfen und Flughäfen sind Drehkreuze im weitesten Sinne, und normalerweise sind in ihrem direkten Umfeld, vor den Hafentoren oder dem Flughafenvorfeld, wichtige Logistikoperationen angesiedelt.

Beispiele für Drehkreuze

Der Hafen von Mombasa (Kenia) ist der wichtigste Hafen Ostafrikas. Im Jahr 2015 wurden dort 1,1 Millionen Container (TEU) und 26,7 Millionen Tonnen Massengüter umgeschlagen. Damit ist der Hafen ein wichtiger Knotenpunkt für den Nordkorridor, der von Kenia über Uganda und Ruanda bis nach Burundi verläuft. Der Hafen ist ein zentraler Beschäftigungsstandort. Auf dem Hafengelände selbst arbeiten 7.500 Beschäftigte, weitere 6.000 Arbeitnehmer/innen sind in direkter Nähe zum Hafen in Containerladestellen beschäftigt und Tausende weitere in den Logistik- und Lagerunternehmen im weiteren Umfeld.

Der Flughafen Frankfurt/Main (Deutschland) ist einer der vier größten Flughäfen Europas. Im Jahr 2015 fertigte er 61 Millionen Passagiere und 2,1 Millionen Tonnen Luftfracht ab. Er ist der Heimatstandort führender Branchenunternehmen, darunter die Lufthansa-Gruppe und der Flughafenbetreiber Fraport. Der Flughafen ist mit 80.000 Arbeitnehmer/innen in 500 Unternehmen darüber hinaus der größte Beschäftigungsstandort Deutschlands.

In der Verkehrswirtschaft gibt es viele Arten von Korridoren, wie Schifffahrtsrouten und Luftverkehrskorridore. Für Verkehrsgewerkschaften sind die wichtigsten Korridore diejenigen, wo sich aufgrund der Konzentration von Beschäftigten entlang bestimmter Routen Möglichkeiten zur gewerkschaftlichen Organisierung von Belegschaften bieten, die normalerweise fragmentiert und voneinander abgeschottet sind. Internationale Straßenverkehrskorridore sind das beste Beispiel für die wichtige Rolle von Korridoren.

 Beispiel-Korridor

Der Nordkorridor in Ostafrika ist eine Verkehrsader, die im Hafen von Mombasa in Kenia beginnt. Er ist die wichtigste Straße durch Kenia und die Binnenländer Uganda, Ruanda und Burundi. Dieser Straßenverkehrskorridor ist für diese vier Länder von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung und weist eine hohe Dichte von Straßentransportbeschäftigten auf. Die ITF und ihre Mitgliedsorganisationen haben durch Aktivitäten entlang dieses Korridors in den Jahren 2014-15 über 2.300 Lkw-Fahrer/innen organisiert.

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