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XPO unterzeichnet erstmals Verträge in den USA - Ist dies ein Kurswechsel hin zu einem besseren Schutz der Beschäftigten weltweit?

18 Aug 2021
Bildquelle: Teamsters

Mit dem Abschluss von zwei Verträgen mit der US-amerikanischen Gewerkschaft International Brotherhood of Teamsters können die in ihren Rechten eingeschränkten Beschäftigten des problematischen Unternehmens weltweit Hoffnung schöpfen.

Das Unternehmen unterzeichnete die beiden Verträge nach intensiven Kampagnen und Verhandlungen der Teamsters. Die Beschäftigten von XPO Logistics in Miami, Florida, stimmten einstimmig für die Ratifizierung des ersten Teamsters-Vertrags, das Fahrpersonal bei XPO Logistics in Trenton, New Jersey, erteilte seinerseits dem zweiten Vertrag seine Zustimmung.

“Diesen Verträgen kommt historische Bedeutung zu, denn sie signalisieren den Kurswechsel eines Unternehmens, das seine Beschäftigten in den letzten Jahren miserabel behandelte,” erklärte ITF‑Generalsekretär Stephen Cotton. “XPO preist sich selbst als führendes Logistikunternehmen an, verstößt jedoch immer wieder gegen Arbeitsrechte. Es bestraft Beschäftigte, die versuchen, Sicherheitsprobleme und kulturelle Anliegen an ihrem Arbeitsplatz anzugehen. Es zwingt sein Fahrpersonal, monatelang in seinen Lkws zu schlafen. Es verstößt oft in eklatanter Weise gegen Arbeitsgesetze.”

Die Teamsters gehören zum globalen ITF-Netzwerk der XPO-Gewerkschaften und kämpfen seit über sechs Jahren für einen Vertrag in den USA. XPO verzögerte die Verhandlungen, brach Arbeitsgesetze und behandelte seine Angestellten schlecht – alles nur, um den Beschäftigten ihr Recht auf die Gründung einer Gewerkschaft und die Aushandlung eines Vertrags zu verweigern.

Die Vereinbarungen beinhalten Arbeitsplatz- und Rentengarantien, einen Kündigungsschutz und ein Beschwerderecht. Da XPO die Hälfte seines Geschäfts in ein neues Unternehmen, GXO, ausgliedert, enthalten die Verträge eine Nachfolgeklausel, so dass die Beschäftigten während und nach dem Betriebsübergang geschützt sind. Diese Hördatei enthält weitere Einzelheiten.

“Zum ersten Mal genießen die Beschäftigten bei XPO in den USA echte Arbeitsplatzsicherheit. Wir alle haben Anteil an diesem Sieg,” so Teamsters‑Generalpräsident James P. Hoffa. “Wir sehen mit Stolz, dass die harte Arbeit und die globale Kampagnenarbeit sich nun auszahlen. Aber dies ist erst ein Anfang. Als Nächstes wollen wir erreichen, dass XPO überall, wo es tätig ist, ähnliche Schutzbestimmungen für seine Beschäftigten einführt.”

Die ITF veröffentlichte im Oktober letzten Jahres einen Bericht, in dem sie die Ausbeutung von Beschäftigten in aller Welt durch XPO offenlegte: XPO Delivering Injustice. Dieser Bericht zeichnet das Bild einer toxischen Unternehmenskultur, in der Lohndiebstahl, Ausbeutung, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Schwangerschaft, sexuelle Belästigung und gefährliche Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung sind.