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Regierungen der USA und Argentiniens unterzeichnen kontroverses Luftverkehrsabkommen

01 Jul 2019
Presseerklärung

Nach geheimen Verhandlungen haben die Regierungen der Vereinigten Staaten und Argentiniens ein Open-Skies-Abkommen unterzeichnet. Die als "Modernisierung" des Luftverkehrsabkommens von 1985 deklarierte Vereinbarung schadet den Beschäftigten und kommt für argentinische und US-amerikanische Gewerkschaften völlig überraschend.

Joseph Tiberi, der Vorsitzende der ITF-Sektion Zivilluftfahrt und Leiter der Sektion Verkehr der IAMAW* (USA), erklärte dazu: "Die ITF lehnt dieses Abkommen ab, da es für die Arbeitnehmer*innen in beiden Ländern keine arbeitsrechtlichen Bestimmungen oder Schutzvorschriften enthält."

"Die Regierungen behaupten zwar, das Abkommen ziele darauf ab, Luftverkehrsbeschäftigten Vorteile zu bringen, aber wir wissen, dass völlig deregulierte Vereinbarungen ohne jeglichen Schutz der Beschäftigten, wie das gestern unterzeichnete, nur zur Verschlechterung der Beschäftigungsbedingungen und zum Verlust ausgebildeter und erfahrener Arbeitnehmer*innen führen werden – die in der Regel durch neue Arbeitskräfte zu schlechteren Bedingungen ersetzt werden."

Edgardo Llano, der stellvertretende Vorsitzende der ITF-Sektion Zivilluftfahrt und Generalsekretär der APA* (Argentinien), fügte hinzu: "Wir missbilligen diese Vereinbarung, die ein Jahr lang im Geheimen ausgehandelt wurde, ohne auch nur eine Gewerkschaft in einem der beiden Länder zu hinzuzuziehen. Darin zeigt sich ganz klar, dass es keinerlei Absicht vorhanden ist, den Beschäftigten zu nutzen."

"Dieses Abkommen würde den großen Unternehmen mehr Möglichkeiten geben, ihre Betriebe zu verlagern, ohne dass die Regierungen beider Länder eine Handhabe hätten, ihre Beschäftigten zu schützen. Hinzu kommt, dass die Übergangsbestimmung für Bodenverkehrsdienste in Argentinien (Anhang III) illegal ist. Die argentinische Regierung verspricht den USA Dienste, deren Erbringung gesetzwidrig ist."

IAMAW und APA haben erklärt, Lobbymaßnahmen und weitere Aktionen von ITF-Gewerkschaften in beiden Ländern zu koordinieren.

ITF-Generalsekretär Stephen Cotton erklärte: "Wir werden unsere Gewerkschaften in den USA und Argentinien bei der Bekämpfung dieses ungerechten Abkommens unterstützen. Wir rufen die Parlamentsabgeordneten beider Länder aus, diesen Vertrag abzulehnen und rückgängig zu machen."

 

*IAMAW: International Association of Machinists and Aerospace Workers, USA & Kanada
**APA: Asociación del Personal Aeronáutico, Argentinien

 

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