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Norwegen: Lebensmittelkurier*innen kämpfen für menschenwürdige Bedingungen

06 Sep 2019

In Olso (Norwegen) sind mehr als 100 Fahrer*innen beim Lebensmittel-Lieferplattform Foodora in den Ausstand getreten, um das Unternehmen zur Einwilligung in einen Kollektivvertrag zu bewegen.

Im Rahmen ihrer Aktion haben die in der Gewerkschaft Fellesforbundet organisierten Lebensmittelkurier*innen im Stadtzentrum eine Suppenküche und einen kostenlosen Fahrradreparaturdienst eingerichtet.

Ihr Streikausschuss erklärte in einer Stellungnahme: "Wir erhalten von allen Seiten großartige Unterstützung, von ausländischen Medien, Kurier*innen in anderen Ländern und der allgemeinen Bevölkerung. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir nur einen kleinen Kampf in einem großen Krieg um die Rechte der Beschäftigten ausfechten, aber nur so kommen wir voran!"

Rosastreiken i et nøtteskall

Det er mye misinformasjon der ute. Hør nestleder i Foodoraklubben, Paul Olai-Olssen, forklare hva #rosastreiken faktisk handler om i denne videoen fra Ungdom mot EU!

Posted by Rosastreiken on Saturday, August 24, 2019

Die Gewerkschaft stieg in diesem Sommer mit der Foodora in Kollektivverhandlungen ein. Nachdem die Gespräche und ein Schlichtungsversuch jedoch gescheitert waren, rief sie am 20. August den Streik aus.

Die Fahrer*innen fordern:

  • eine der Inflationsrate angepasste rückwirkende Anhebung der Bezahlung für die drei Jahre, in denen die Gehälter nicht erhöht wurden
  • eine angemessene Entschädigung für die Nutzung eigener Ausrüstung für die Arbeit, z. B. Fahrräder, Smartphones usw.
  • ein ausreichender Schulungs- und Sicherheitsplan für die Risiken, denen die Kurier*innen täglich ausgesetzt sind.

"Unsere Kurier*innen lieben ihre Arbeit und wollen sie unter fairen Bedingungen auch weiter ausüben," heißt es in der Erklärung. "Dieser Streik ist nicht nur wichtig für die Mitarbeiter*innen bei Foodora in Norwegen, sondern für Fahrer*innen, Kurier*innen und Foodsters überall sowie alle anderen, die sich für die Beschäftigungsbedingungen und Arbeitsrechte in der so genannten Plattform-Ökonomie engagieren."

"Jede Hilfe auf nationaler wie auf internationaler Ebene ist sehr willkommen. Finanzielle Unterstützung fließt direkt an die streikenden Fahrer*innen und in ihre Aktionen. Spenden können auf das folgende Bankkonto überwiesen werden – IBAN: NO3790012351495 BIC (SWIFT): SHEDNO2."

Die Aktion in Norwegen ist Teil des breiten Widerstands von Lebensmittelkurier*innen, die sich gegen skandalöse Beschäftigungsbedingungen zur Wehr setzen. So fanden vor kurzem Demonstrationen in Belgien statt und in Australien wurde die Delivery Riders Alliance ins Leben gerufen

 

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