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ITF und ETF fordern Beschäftigtenvertretung im Ryanair-Aufsichtsrat

30 Jul 2019
Presseerklärung
Mindestens drei Mitglieder des Aufsichtsrats von Ryanair sollen künftig von der Belegschaft gewählt werden. Das fordern die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) und die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF).

Obwohl es mit den Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen bei Ryanair lange nicht zum Besten stand, hat die Fluggesellschaft in den letzten zwei Jahren einen Dialog mit den Beschäftigten und Gewerkschaften gesucht und Tarifverträge für inzwischen zwei Drittel der Belegschaft unterzeichnet. ITF und ETF sind der Auffassung, dass der nächste Schritt hin zu nachhaltigeren Beziehungen die Wahl von Beschäftigtenvertreter*innen in den Aufsichtsrat wäre.

ITF-Generalsekretär Stephen Cotton und ETF-Generalsekretärin Livia Spera machten Michael O'Leary vor wenigen Tagen einen entsprechenden Vorschlag und boten im Falle einer Wahl für die drei neuen Posten ihre Mitarbeit an. Wahlberechtigt sollten alle Pilot*innen sowie das Kabinen- und Bodenpersonal sein.

Ryanair unterliegt als ein an der irischen Börse notiertes Unternehmen dem britischen Corporate-Governance-Kodex. Dieser Kodex wurde im letzten Jahr überarbeitet und enthält nun Vorgaben für eine Beschäftigtenvertretung in Aufsichtsräten – ein Novum für britische und irische Unternehmen. In anderen Gerichtsbarkeiten, in denen Ryanair vertreten ist, etwa in Deutschland, gehört das seit langem zu den Grundsätzen der Unternehmensführung.

Die Frage, ob Ryanair sich an den Kodex hält, hat derzeit wegen des Umbaus des Unternehmens eine besondere Bedeutung bekommen. Eine einzige Holding wird fünf Töchter mit überlappenden europäischen Betriebsbereichen leiten. Eine Vertretung von Arbeitnehmer*innen im Aufsichtsrat würde die Stabilität und Kontinuität der Arbeitsnormen in der gesamten Gruppe gewährleisten.

Dazu Stephen Cotton: "Die Ernennung von Aufsichtsräten durch die Belegschaft wäre für Ryanair ein wichtiger Schritt in Richtung einer Verbesserung der nicht immer ungetrübten Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen und gleichzeitig ein Bekenntnis zum Corporate-Governance-Kodex. Darüber hinaus hätte es den Vorteil, dass die internationale Vielfalt im Aufsichtsrat erhöht würde, in dem derzeit 10 von 12 Mitgliedern irische Staatsangehörige sind."

Und Livia Spera erklärte: "In den letzten beiden Jahren hat sich Ryanair von einem radikal gewerkschaftsfeindlichem Arbeitgeber zu einem Unternehmen gewandelt, das ergebnisorientiert mit den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften kooperiert, statt gegen sie zu arbeiten. Nun hat Ryanair die Chance, das Corporate-Governance-Modell zu übernehmen, das sich in ganz Europa nachweislich als Weg zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmensführung bewährt hat."

 

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