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Schiff der Blumenthal-Flotte in Belgien wegen Sicherheitsverstößen festgehalten

07 Aug 2019
Der unter liberianischer Flagge fahrende Massengutfrachter MV Lita wurde neun Tage lang festgehalten, nachdem belgische Behörden bei einer Inspektion des Schiffes Dutzende von Sicherheitsverstößen und -mängeln bei den Arbeitsbedingungen der Besatzung festgestellt hatten.

“Die ordnungsgemäße Instandhaltung der Schiffsausrüstung ist genauso wichtig wie die ordnungsgemäße Behandlung von Seeleuten – in beiden Systemen können Fehler schwere Unfälle verursachen. Wieder einmal hat Blumenthal Normen nicht eingehalten. Diesmal wurde ein Schiff seiner Flotte wegen schwerwiegender Sicherheitsverstöße festgehalten,“ erklärte ITF-Inspektor Sven Hemme.
 
Am 1. Juli 2019 ging die Hafenstaatkontrolle im Hafen von Gent aufgrund der Beschwerde eines Seemanns an Bord des Schiffes. Die Inspektoren stellten 36 Sicherheitsmängel fest, einige davon so schwerwiegend, dass das Schiff arrestiert wurde.
 
Unter anderem wurden die folgenden Mängel gefunden: funktionsuntüchtige Notbeleuchtung, Batterien und Schalter, unbrauchbare Rettungsmittel, unsachgemäß gewartete Rettungsboote, ungeeignete Feuerlöscher, unzureichende Brandschulung der Besatzung sowie Beanstandungen im Hinblick auf die allgemeinen Sicherheitsrichtlinien und -verfahren an Bord. Die Inspektoren konstatierten zudem eine Reihe von strukturellen Problemen, z. B. unzureichende Elektroinstandhaltung, Rost und unsichere, beschädigte Türen.
 
Die MV Lita wurde von der belgischen Hafenstaatkontrolle bis zur Behebung kritischer Mängel festgehalten und am 9. Juli 2019 wieder freigegeben.
 
Die MV Lita war auch Gegenstand von Protesten der ITF-Hafengewerkschaften ACV-Transcom und BTB im Hafen von Gent. Sie versorgten die Crew an Bord mit Trinkwasser, nachdem bekannt worden war, dass diese im Mai, als das Schiff vor der Küste von Brasilien lag, Regenwasser in Planen auffangen musste, um zu überleben.
 
 “Immer wieder kommt es auf den Schiffen der Blumenthal-Flotte zu Verstößen. Dies ist symptomatisch für das Billigflaggensystem, das die Ausbeutung und Misshandlung internationaler Seeleute ermöglicht,” kritisierte Hemme.
 
“Wir haben Blumenthal wiederholt aufgefordert, zur Verbesserung der Bedingungen in der weltweiten Seeschifffahrt beizutragen, für all seine Billigflaggenschiffe ITF-Verträge abzuschließen und einem transparenten Konformitätsprozess zuzustimmen, der den Schutz der Rechte, Freiheiten und Beschäftigungsbedingungen der Seeleute gewährleistet.
 
“Das Unternehmen ignoriert die ITF jedoch weiterhin. Deshalb appellieren wir an Regierungen auf der ganzen Welt, ihre Hafenstaatkontrolle zu informieren und zu bitten, ein wachsames Auge auf die Flotte von Blumenthal zu haben und die in ihren Häfen liegenden Schiffe der Flotte zu kontrollieren und inspizieren, um sicherzustellen, dass die über 700 bei Blumenthal beschäftigten Seeleute keinen unsicheren oder ausbeuterischen Bedingungen ausgesetzt sind,” so Hemme.

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