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ITF/IRU: Gemeinsame Forderungen an Regierungen und internationale Organisationen

08 Apr 2020

Verkehrsbeschäftigte und -unternehmen sind der Lebensnerv der Weltwirtschaft, der Menschen miteinander in Verbindung bringt, Lieferketten vernetzt und die Welt in Bewegung hält. Ihre Arbeit und Dienstleistungen sind unverzichtbar für die Reaktion auf den Covid-19-Ausbruch und die Bewältigung dieser Herausforderung.

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF), Sprachrohr für über 19 Millionen Verkehrsbeschäftigte, und die Internationale Straßentransport-Union (IRU), Dachverband von über 3,5 Millionen Verkehrsunternehmen in aller Welt, haben sich zusammengetan, um die wichtige Rolle ihrer Mitglieder hervorzuheben und während der Covid-19-Pandemie für ihre Interessen einzutreten.

Diese Erklärung enthält zentrale Forderungen an Regierungen und internationale Organisationen, um sicherzustellen, dass Liefer- und Mobilitätsketten weder jetzt noch in Zukunft beeinträchtigt werden, und um Verkehrsbeschäftigte zu schützen, die im Mittelpunkt unseres gesamten Tuns und Handelns stehen.

Die Covid-19-Pandemie rückt den Straßentransport in den Blickpunkt und verdeutlicht einmal mehr, wie unentbehrlich Straßentransportunternehmen und ihre Beschäftigten für die Aufrechterhaltung nachhaltiger Lieferketten sind, die sicherstellen, dass wir alle mit medizinischen Produkten, Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern versorgt werden.

Die Fahrer*innen und ihre Arbeitgeber sind die stillen Helden, die heute mehr denn je unsere Anerkennung verdienen. Ihr Mut, ihre Professionalität und ihr Engagement sind die Antriebskräfte, die unsere Bewegungsfähigkeit in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten.

Das unmittelbarste Anliegen für den Straßentransportsektor besteht darin, lebenswichtige Güter wie Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter auf für Verkehrsbeschäftigte möglichst sichere Weise zu transportieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Kontinuität von Personen- und Güterverkehrsunternehmen und der Arbeitsplätze, die sie stellen, zu gewährleisten.

Die Tatsache, dass fast 6 Prozent aller Erwerbstätigen weltweit im Straßentransport beschäftigt sind, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen, verdeutlicht, dass der Sektor ein elementarer Bestandteil einer gut funktionierenden Wirtschaft ist, insbesondere in Krisenzeiten. Infolgedessen hängen das reibungslose Funktionieren von Mobilitäts- und Lieferketten und der Fortbestand täglicher Warenlieferungen an die Verbraucher*innen von der Lebensfähigkeit dieser kleinen und mittleren Straßentransportunternehmen und dem Wohlbefinden ihrer hochqualifizierten und erfahrenen Fahrer*innen ab.

Daher rufen ITF und IRU Regierungen und internationale Organisationen zu den folgenden sofortigen Maßnahmen auf:

  • die Arbeit der Fahrer*innen von Nutzfahrzeugen als unverzichtbar für die Weltwirtschaft, internationale Lieferketten und die Mobilität der Bevölkerung anzuerkennen;
  • den Straßentransport aufgrund der Erbringung lebenswichtiger Dienste, wie der erforderlichen Mobilität von Menschen, Lebensmitteln und medizinischen Versorgungsgütern im Rahmen der Reaktion auf Covid-19, als systemrelevante Dienstleistung zu behandeln; 
  • Straßentransportbeschäftigte als systemrelevante Arbeitskräfte zu behandeln und ihnen denselben Schutz zukommen zu lassen, wie anderen Beschäftigten in systemrelevanten Berufen im Rahmen der Reaktion auf Covid-19;
  • umgehend Standardverfahren für grenzüberschreitende Logistik zu entwickeln und umzusetzen, um die Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Fahrer*innen zu gewährleisten. Dazu gehört die Bereitstellung geeigneter Verpflegungsmöglichkeiten und Sanitäreinrichtungen für Fernfahrer*innen entlang der Fahrstrecken in Abstimmung zwischen den Sozialpartnern in Straßentransport, ITF und IRU und Branchensachverständigen.
  • Bestehende und künftige wichtige Mobilitätsdienste und Lieferketten durch – vorrangig – staatliche Unterstützungsangebote für die Sicherung von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Straßentransportunternehmen zu schützen;
  • auf nationaler Ebene einen dreigliedrigen Dialog zwischen Regierungen, Arbeitgebern und Gewerkschaften anzustoßen, um die Straßentransportwirtschaft zu unterstützen und gezielte Maßnahmenpläne, einschließlich finanzieller Hilfen, zu entwickeln;
  • der Straßentransportwirtschaft, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, in der Zeit nach Covid-19 Zugang zu Finanzhilfen zu garantieren, um die Kontinuität und Belastbarkeit von Mobilitäts- und Lieferketten zu stärken;
  • Kunden, Güterverkehrsunternehmen und Behörden zum Respekt gegenüber den Fahrer*innen anzuhalten. Das bedeutet auch, Fahrer*innen wichtige Dienste zugänglich zu machen, wie saubere Sanitäranlagen an Be- und Entladestellen sowie an Grenzübergängen.

Wir müssen den Held*innen der Straße weiter Anerkennung zollen, indem wir ihre Arbeit laut wertschätzen, ihren Anliegen Gehör verschaffen und dafür sorgen, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden.
 

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