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ITF stellt sich hinter französischen Lokführer und fordert die Beibehaltung von Zugbegleiter*innen

23 Oct 2019
Im Zusammenhang mit dem Zugunglück, das sich am 16. Oktober zwischen Mohon und Poix-Terron in Frankreich ereignete, erklärte heute der Vorstand der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF), der am 17. und 18. Oktober in Montreal (Kanada) zusammentrat, dem französischen Lokführer seine uneingeschränkte Solidarität.

Die ITF bekräftigt ihren Standpunkt, dass der Zugbetrieb mittels "Driver Only Operation" – bei dem die gesamte Verantwortung für die Sicherheit beim Lokführer liegt – weniger sicher ist.

Wir verurteilen kategorisch die Haltung von Regierungen, die die Entscheidung zur Einführung dieses Systems unterstützten oder Bahnbetreiber sogar dazu veranlassten.

 Unserer Ansicht nach sorgt die Anwesenheit eines/r Zugbegleiter*in/Schaffner*in in allen Zügen für die Gewährleistung der Sicherheit, Gefahrenabwehr und Dienstleistungserbringung, ist aber auch unentbehrlich für die Hilfe beim Zustieg von Menschen mit Behinderung und Senior*innen.

Die Einführung der "Driver Only Operation" ist Teil der Entmenschlichung des Bahnbetriebs, wozu auch Personalkürzungen in Bahnhöfen und die Schließung von Fahrkartenschaltern gehören.

Dies trägt zu einer bedenklichen Verschlechterung der Sicherheitslage in Bahnhöfen und Zügen bei.

Die bei Kollisionen und Entgleisungen auftretenden Kräfte können Fehlfunktionen der Sicherheitsvorrichtungen bis hin zum Ausfall von Funksystemen verursachen. Mehrere Unglücke haben in der letzten Zeit Verunsicherung und Ängste bezüglich der Sicherheit von Beschäftigten und Fahrgästen verstärkt.

Lokführer*innen sind oft isoliert und auf sich allein gestellt. Gleichzeitig müssen sie eine Vielfalt von Regeln befolgen und sich um die Fahrgäste kümmern, die sich bei Unglücken häufig im Schockzustand befinden.

Ohne Zugbegleiter*in an Bord müssen Lokführer*innen widersprüchliche Aufgaben übernehmen: Sie sind dazu verpflichtet, den Zug zu verlassen und den Unfallbereich vor weiteren Katastrophen zu schützen, lassen aber dabei verängstigte oder verletzte Fahrgäste allein und können ihnen weder helfen noch Schutz bieten.

Die ITF fordert den Einsatz von Personal in Zügen, einschließlich einer/s Sicherheitsbeauftragten, damit Lokführer*innen sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.

Die ITF unterstützt weltweit Kampagnen ihrer Mitgliedsorganisationen gegen den Zugbetrieb mittels "Driver Only Operation", um Beschäftigung und Sicherheit bei den Bahnen zu gewährleisten und die Rechte der Beschäftigten in der Arbeitswelt der Zukunft zu schützen.

Solidarität!

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