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Gemeinsame Erklärung von IATA und ITF zur Unterstützung des Luftverkehrs

22 Apr 2020

Die Internationale Flug-Transport-Vereinigung (IATA) und die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) sprechen den Familien, Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen aller Luftverkehrsbeschäftigten, die ihr Leben verloren haben, und allen die vom Virus und den Maßnahmen zu seiner Eindämmung betroffen sind, ihre tiefe Anteilnahme aus.

IATA und ITF appellieren an die Regierungen, dem Schutz der Beschäftigten, die sich um mit Covid-19 infizierte Menschen kümmern, Priorität zu geben.

IATA und ITF fordern Regierungen und Gesundheitsbehörden ferner dazu auf, ihre Maßnahmen sorgfältig aufeinander und mit der Industrie abzustimmen, um ein einheitliches und effizientes Vorgehen zum Schutz der Sicherheit von Passagieren und Crews zu gewährleisten. Aus diesem Grund arbeiten IATA und ITF eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und weiteren wichtigen Organisationen zusammen, um Beratung und Informationen über bewährte Praktiken zu erteilen und Unterstützung zu leisten.

Luftverkehrsbeschäftigte spielen in der Krise eine entscheidende Rolle. Sie leisten Außerordentliches, um lebensnotwendige Versorgungsketten aufrechtzuerhalten, über die Medikamente und medizinische Geräte für den Kampf gegen die Pandemie befördert werden, und um Menschen in ihre Heimatländer zurückzuführen. Beurlaubte Fachkräfte aus dem Luftverkehrssektor haben sich sogar freiwillig als medizinische Hilfskräfte gemeldet, um das an vorderster Front tätige Gesundheitspersonal zu entlasten. Das erfüllt alle, die im Luftverkehrssektor arbeiten, mit Stolz.

Die Covid-19-Pandemie ist ein globaler Gesundheitsnotstand und eine wirtschaftliche Katastrophe. Millionen von Menschen geraten durch die Stilllegung von Unternehmen, Einkommenskürzungen und das Verschwinden von Arbeitsplätzen in eine wirtschaftlich prekäre Lage. Wir danken den Regierungen, die Regelungen zur Entgeltfortzahlung in Kraft gesetzt haben, und plädieren dringend dafür, auch Menschen zu unterstützen, für die diese Regelungen nicht gelten.

Kein Sektor ist von dieser Wirtschaftskrise so hart getroffen wie der Luftverkehr.

Die globalen Passagierzahlen sind um 70 Prozent gesunken und für die Einnahmen aus dem Fluggastverkehr wird im Jahr 2020 ein Rückgang um mindestens 252 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Fluggesellschaften werden allein im zweiten Quartal 2020 voraussichtlich etwa 61 Milliarden US-Dollar an Barreserven verbrennen. Dadurch geraten sie in gravierende Liquiditätsengpässe, die durch Vorschriften zur sofortigen Entschädigung für ausgefallene Flüge noch verschärft werden.

Die Folgen der fast vollständigen Einstellung des Passagierverkehrs bedrohen den Fortbestand von 25 Millionen Arbeitsplätzen, die direkt oder indirekt vom Luftverkehr abhängen, unter anderem im Fremdenverkehrs-, Hotel- und Gaststättengewerbe.

Es ist wichtig, dass die Regierungen sich der Bedeutung des Luftverkehrs bewusst sind und den Sektor entsprechend unterstützen. Durch den Schutz der Arbeitsplätze im Verkehrssektor während dieser Krise wird gewährleistet, dass Fluggesellschaften die globalen Lieferketten durch die Erbringung von Luftfrachtdiensten funktionsfähig halten und, wenn die Pandemie eingedämmt ist, bereit sind, den wirtschaftlichen Wiederaufschwung in Gang zu setzen.

IATA und ITF rufen deshalb die Regierungen dazu auf, Fluggesellschaften sofort finanziell und regulatorisch zu unterstützen, um die Bedingungen der Luftverkehrsbeschäftigten nachhaltig zu sichern.

Nach dem Ende des Lockdowns spielen Fluggesellschaften und Luftverkehrsbeschäftigte eine maßgebliche Rolle bei der Ankurbelung der Wirtschaft. Die Wiederaufnahme der Flugverbindungen wird Rückstellungen für Lizenzen und Zulassungen erfordern, die inzwischen abgelaufen sind. Betriebsabläufe und Verfahren müssen angepasst und Reisebeschränkungen auf vorhersehbare und effiziente Weise umgesetzt werden. Um diese und weitere Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, müssen Industrie, Beschäftigte und Regierungen an einem Strang ziehen.

Die Luftverkehrsbranche wird bei ihrem Neustart nicht dieselbe Branche sein, die mit der Ausbreitung der Pandemie stillgelegt wurde. Ein Multi-Stakeholder-Ansatz wird unerlässlich sein, wenn wir eine nachhaltige Zukunft für den Luftverkehr sicherstellen wollen. ITF und IATA planen verbindlich regelmäßige Stakeholder-Treffen und wollen auf der Ebene der ICAO weiter zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit von IATA und ITF in Bereichen von gemeinsamem Interesse beruht auf einem Geist der Offenheit und Kooperationsbereitschaft. Wir würden uns freuen, wenn Regierungen sich diesem Bemühen anschließen.
 

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