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Elfenbeinküste: Attentat auf Konan Kouassi Bruno (CNDD)

16 Sep 2020

Die Nachricht von der brutalen Ermordung unseres Kollegen Konan Kouassi Bruno, des stellvertretenden Generalsekretärs der wichtigen ITF-Hafengewerkschaft Collectif National des Dockers et Dockers Transit pour la Défense de Leurs Droits (CNDD) in der Republik Côte d’Ivoire, hat bei der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) große Trauer und Wut ausgelöst.

Dem Vernehmen nach läuft derzeit eine Ermittlung, aber erste und zutiefst beunruhigende Hinweise deuten auf einen Mordanschlag hin.

Die ITF-Sektion Häfen spricht der Gewerkschaft von Konan Kouassi Bruno ihre volle und uneingeschränkte Solidarität aus und übermittelt seiner Familie und seinen Angehörigen ihr tief empfundenes Mitgefühl.

Konan Kouassi Bruno war ein mitreißender Gewerkschafter und ein echter Internationalist. Es scheint erst gestern gewesen zu sein, dass er auf dem ITF-Kongress 2018 in Singapur ITF-Gewerkschaften hinter sich vereinte und wirkliche Impulse setzte. Noch im vergangenen Monat machte er auf der Sitzung des lokalen nationalen Koordinierungsausschusses Pläne für Verkehrsbeschäftigte.

Er war ein sehr engagierter, loyaler und aufopferungsvoller Kollege, der von allen, mit denen er zusammenarbeitete, sehr geschätzt wurde. Die ITF-Familie der Hafenbeschäftigten teilt über Länder, Regionen und Kontinente hinweg den gemeinsamen unausgesprochenen Glaubenssatz: Wer einen von uns angreift, greift uns alle an. Diese barbarische Tat berührt uns alle.  

Für die internationale Gemeinschaft der Hafenbeschäftigten ist es nicht hinnehmbar, dass Gewerkschaftsmitglieder, Hafenbeschäftigte und Verkehrsbeschäftigte im Allgemeinen noch immer nicht vor Drohungen und Einschüchterung sicher sind und Gewaltverbrechen und Anschlägen zum Opfer fallen.  

Das Verkehrsministerium und die Regierung der Republik Côte d’Ivoire müssen dringend gegen diese gefährliche Situation vorgehen. Sobald wir die Fakten ermittelt und uns ausgiebig mit unseren Kolleg*innen in der Region beraten haben, werden wir ein Ersuchen um dringende Intervention beim Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und/oder dem UN-Berichterstatter für Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren prüfen. Darüber hinaus wird die ITF auf jede erdenkliche Weise dabei helfen, Gerechtigkeit und ein sicheres Arbeitsumfeld für unsere Kolleginnen und Kollegen in der Region zu schaffen.

Wir fordern die Justizbehörden von Côte d’Ivoire dringend dazu auf, die notwendigen Untersuchungen durchzuführen, um die Fakten zu ermitteln und die Verantwortlichen mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen.

Die Sektion Häfen bittet ihre Kolleginnen und Kollegen in der Region, der Familie von Konan Kouassi Bruno ihre aufrichtige Anteilnahme auszusprechen. Wir können den Schmerz und das Leid nachempfinden, die diese Tat verursacht hat, werden aber entschlossen dafür eintreten, dass sein Tod nicht vergeblich sein wird.

Deshalb bekräftigen wir, dass wir selbst angesichts großer Bedrohungen, Einschüchterung und Mordanschläge unbeirrt für grundlegende Gewerkschaftsrechte kämpfen: Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivverhandlungen und das Recht auf Streik. Für den Schutz dieser Menschenrechte einzutreten, ist was uns definiert. Niemand darf aufgrund seines gewerkschaftlichen Engagements verfolgt werden, weder von Regierungen und Arbeitgebern noch von kriminellen Kreisen.

"Mit Betroffenheit und Trauer haben wir vom Tod unseres Kollegen Konan Kouassi Bruno erfahren. Eine feige Tat, verübt an einem Mann, der sein Leben in den Dienst des Kampfs für die Rechte der Beschäftigten in Häfen und im maritimen Sektor stellte. Er war ein überzeugter Internationalist und ein echter Freund der ITF. Er hat etwas bewegt. Er stand auf für das, an was er glaubte: den Aufbau der kollektiven Stärke der Hafenbeschäftigten durch demokratische Debatten und harte Arbeit. Seine zahlreichen Erfolge werden die Zeit überdauern. Seiner Familie, seinem Freundeskreis und den Menschen, die ihm nahestanden, gilt mein tiefes Mitgefühl," erklärte der ITF-Präsident und Vorsitzende der ITF-Sektion Häfen Paddy Crumlin.

ITF-Generalsekretär Stephen Cotton betonte, dass das unglaubliche Lebenswerk von Konan Kouassi Bruno für künftige Generationen der Hafenbeschäftigten von enormem Nutzen sein wird.

"Zu diesem traurigen Anlass möchte ich die tiefe Anteilnahme der globalen ITF-Familie zum Ausdruck bringen. Er war nicht nur prinzipientreu, sondern auch begabt und unermüdlich und eine Inspirationsquelle für alle, die mit ihm arbeiteten – dieses Vermächtnis wird weiterleben. Dass seine Arbeit für den Schutz und die Förderung der Lebensbedingungen, der Rechte und der Zukunft der Hafenbeschäftigten in Côte d’Ivoire und darüber hinaus fortgesetzt wird, ist genau das, was er gewollt hätte," so Cotton.