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Beschäftigte im Bangkoker Flughafen wehren sich gegen die Verletzung ihrer Rechte

11 Mar 2021

Die Beschäftigten am Flughafen Bangkok protestieren heute gegen anhaltende Arbeitsrechtsverletzungen, durch die ihnen grundlegende Rechte, einschließlich des Zugangs zu Toiletten, vorenthalten werden. Diese beinhalten auch erzwungene Kündigungen und willkürliche Entlassungen sowie die Auflösung eines Großteils des Gewerkschaftsausschusses.

Die Maßnahmen am Flughafen Bangkok, der von der Airports of Thailand Public Company (AOT) betrieben wird, lassen auf einen vorsätzlichen Plan schließen, Kosten zu senken, Abfindungen zu vermeiden und die Anerkennung von Dienstjahren zu umgehen, während Mitarbeiter*innen mit langjähriger Erfahrung weiter beschäftigt werden.

Diese Taktiken der Arbeitgeber sind Ausdruck einer zunehmenden globalen Tendenz, wonach Unternehmen die Pandemie ausnutzen, um ihre Gewinnspannen auf Kosten der Beschäftigten zu erhöhen. Die ITF erklärt sich solidarisch mit dem Widerstand der Wingspan Workers Union und der Airport Workers Union of Thailand gegen dieses Vorgehen.

Mitglieder des Sicherheits- und Durchleuchtungspersonals am Flughafen Bangkok, die für die ASM Security Management Company Limited (ASM) arbeiteten, berichten, dass sie gezwungen wurden, zu kündigen und im April 2020 neue Verträge mit der AOT Aviation Security Company Limited (AVSEC) einzugehen. Diese Verträge sehen wesentlich schlechtere Bedingungen für dieselbe Arbeit vor.

Andere Beschäftigte wurden entlassen, weil sie angeblich nicht die richtigen Qualifikationen für Tätigkeiten haben, die sie schon seit Jahren ausüben. “Die Unternehmensleitung sagte, ich könne weiterarbeiten, weil ich 15 Jahre Berufserfahrung im Bereich der Flughafensicherheit habe, aber dann haben sie mich gefeuert, weil ich keinen Grundschulabschluss habe”, sagte Praew, ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.

Schockierenderweise werden die Mitarbeiter*innen des AVSEC-Sicherheitsdiensts nun auch gezwungen, Acht-Stunden-Schichten ohne Toiletten- oder Mittagspausen zu leisten. Dies hat zur Folge, dass sich Beschäftigte am Arbeitsplatz einnässen oder einkoten und manche Frauen Harnwegsinfektionen entwickelten.

“An welchem Arbeitsplatz ist es zulässig, Beschäftigten derart erniedrigende und entwürdigende Bedingungen aufzuzwingen? Zur Toilette zu gehen ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, kein Luxus, und AVSEC hat die Pflicht, den Beschäftigten Zugang zu Toiletten zu gewähren, wann immer dies notwendig ist,” erklärt ITF-Generalsekretär Stephen Cotton. “Die Arbeitgeber können selbst entscheiden, wie sie auf diese Krise reagieren. Sie können konstruktiv mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um nachhaltige Lösungen zu finden, oder sie können die Saat für eine zukünftige Arbeitskrise legen.”

Andere Beschäftigte wurden ungerechtfertigt entlassen, gezwungen, Kürzungen ihrer Urlaubszeiten unter das nach thailändischem Arbeitsrecht zulässige Minimum zu akzeptieren, oder genötigt, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Die Wingspan Services Company, die ebenfalls Dienstleistungen am Bangkoker Flughafen anbietet, kündigte inzwischen die Beschäftigungsverträge der meisten Mitglieder des Ausschusses der Wingspan Workers Union and Airport Workers Union of Thailand (WWU&AWT). Dies geschah, obwohl andere Arbeitsplätze zur Verfügung standen, was darauf hindeutet, dass die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten bewusst ins Visier genommen wurden.

Die Airports of Thailand Public Company (AOT) muss sicherstellen, dass in den Flughäfen, die sie besitzt und betreibt, keine internationalen Arbeitsnormen verletzt werden.