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Australische Seeleute vor verschlossenen Türen

29 Jul 2019
Presseerklärung
Australische Behörde für Seeverkehrssicherheit unter Beschuss wegen des Ausschlusses von Beschäftigtenvertreter*innen von einer Veranstaltung

Der Australian Maritime Safety Authority (AMSA) wird vorgeworfen, eine politisch und ideologisch motivierte Agenda zu verfolgen, nachdem Beschäftigtenvertreter*innen von einem Forum ausgeschlossen wurden, das auf die Erhöhung der Zahl weiblicher Beschäftigter in maritimen Industrien abzielt.

Zu der Veranstaltung, die heute Abend im Australian National Maritime Museum in Darling Harbour stattfinden wird, wird als Hauptredner der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) erwartet. Als weitere Redner*innen sind Regierungsbeamte und Arbeitgeber geladen, hingegen keine Beschäftigtenvertreter*innen.

Nach Ansicht der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) konterkariert die AMSA damit sämtliche globalen Bemühungen um die Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen in maritimen Sektor, die auf einem dreigliedrigen Modell beruhen, an dem Beschäftigte, Arbeitgeber und die Regierung beteiligt sind.

Die ITF-Koordinatorin für die maritimen Industrien und ehemalige Präsidentin der Seeleutegewerkschaft Norsk Sjømannsforbund (Norwegen) Jacqueline Smith erklärte, die AMSA stelle sich außerhalb der internationalen Bestrebungen um eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen in den maritimen Industrien.

"Anfang dieses Jahres kamen Vertreter*innen von Regierungen, Arbeitgebern und Gewerkschaften aus über 40 Ländern in Genf zusammen, um einen Plan zur Beseitigung der Hürden zu erarbeiten, die der Anheuerung und langfristigen Beschäftigung weiblicher Seeleute im Wege stehen," so Smith.

"Auf globaler Ebene herrscht Konsens darüber, dass dreigliedrige Zusammenarbeit die notwendige Säule ist, um diese wichtige Veränderung in den maritimen Industrien erfolgreich voranzutreiben."

"Statt solche konstruktiven Maßnahmen zu unterstützen, scheint die australische Behörde für Seeverkehrssicherheit eine kontraproduktive und zutiefst ideologisch motivierte Position einzunehmen, die die Vertretungen von Seeleuten bewusst ausschließt."

"Schätzungen zufolge sind nur 2 Prozent der Seeleute weltweit Frauen. Daran wird sich jedoch ohne die aktive Einbeziehung und Mitwirkung der Beschäftigten in diesem Sektor nichts ändern."

"Es ist nicht zu fassen, dass eine Veranstaltung, bei der es um die Förderung der Erwerbsbeteiligung von Frauen im Seeverkehr geht, ausgerechnet ohne die Organisation stattfinden soll, die diese Frauen auch vertritt."

ITF-Präsident Paddy Crumlin erklärte, auch die IMO werde irritiert sein, festzustellen, dass Beschäftigtenvertreter*innen von der Veranstaltung ausgeschlossen wurden.

"Keine Organisation hat sich entschiedener für die Unterstützung der Anheuerung, dauerhaften Beschäftigung und Förderung von Frauen im maritimen Bereich eingesetzt als die internationale Gewerkschaftsbewegung, aber die AMSA scheint mehr daran interessiert sein, der Regierung in Canberra gefällig zu sein, als wirkliche Veränderungen im Sektor voranzutreiben," kritisierte Crumlin.

"Das ist ein zutiefst politisch motivierter Schritt einer Organisation, die eigentlich eine unabhängige Regulierungsstelle sein sollte, aber stattdessen die gewerkschaftsfeindliche Agenda der Regierungskoalition stärkt."

"Vielleicht liegt der Grund für unseren Ausschluss darin, dass die AMSA weiß, dass wir den effizientesten Weg dafür aufzeigen würden, mehr australische Frauen im maritimen Sektor in Beschäftigung zu bringen: nämlich die Bundesregierung dazu zu veranlassen, ausländischen Billigflaggenschiffen, die australischen Seeleuten die Arbeit wegnehmen, keine befristeten Genehmigungen mehr zu erteilen."

"Diese Entscheidung, eine politisch und ideologisch motivierte Agenda vor international bewährte Praktiken und verantwortungsvolle Führungsprinzipien zu stellen, wird auch den IMO-Generalsekretär brüskieren, der unseren Informationen zufolge ebenfalls um einen Redebeitrag der Beschäftigtenseite gebeten hat."

"Die Entscheidung, nicht allen Sozialpartnern eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, läuft allen IMO-Übereinkommen zuwider und steht in einer Linie mit der seit langem zu beobachtenden Vernachlässigung dreigliedriger Beratungen durch die AMSA unter der australischen Koalitionsregierung. Die Unabhängigkeit der AMSA ist damit für Jahre in Frage gestellt."
 

Kontakt für weitere Informationen: Luke Menzies, Tel.: (+61433) 889 844 oder E-Mail: menzies_luke@itf.org.uk
 

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