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Kontrolle über KI - Konferenz von Verkehrsbeschäftigten in Colombo

NACHRICHTEN Presseerklärung

Gewerkschaften, die Millionen von Beschäftigten im Verkehrssektor weltweit vertreten, nehmen gerade an einer wegweisenden viertägigen 
KI-Konferenz für Verkehrsbeschäftigte teil, die mit der Verabschiedung der globalen KI-Grundsätze der ITF abschließen soll. 

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) eröffnet heute ihre erste globale Konferenz zum Thema Künstliche Intelligenz, zu der gewerkschaftliche Führungskräfte, Verhandlungsführer*innen und junge Verkehrsbeschäftigte aus der ganzen Welt in Colombo (Sri Lanka) zusammenkommen, um sich darauf zu verständigen, wie die Bewegung auf den rasantesten Wandel im Verkehrssektor innerhalb einer Generation reagieren soll. 

Die Konferenz, die unter der Überschrift „Seizing Control“ (Kontrolle übernehmen) steht, findet vom 15. bis 18. September statt, gerade zum Zeitpunkt, da die weltweite Aufmerksamkeit sich zunehmend auf die Frage nach der Geschwindigkeit unregulierter KI-Entwicklung richtet. Die Konferenz wird mit der Annahme und Einführung der globalen KI-Grundsätze der ITF abschließen – Forderungen, wie künstliche Intelligenz an Arbeitsplätzen im Verkehrssektor kontrolliert werden muss.

Dazu ITF-Generalsekretär Stephen Cotton: „In dieser Woche werden wir uns darauf verständigen, wie unsere Bewegung das Thema KI angeht, möglicherweise die rasanteste Veränderung im Verkehrssektor seit einer Generation. Hier wird nicht über Beschäftigte geredet, sondern die Beschäftigten ergreifen selbst das Wort.

„Wenn selbst diejenigen, die KI entwickeln, zugeben, dass eine Verlangsamung, wirksamere Schutzmaßnahmen, Regulierung und unabhängige Kontrolle erforderlich sind, ist das eine deutliche Mahnung an alle Arbeitgeber, dass Transparenz, Konsultationen und Verhandlungen von größter Bedeutung sind, insbesondere an sicherheitskritischen Arbeitsplätzen im Verkehrssektor.

„Schon jetzt gefährdet KI die Arbeitsplätze und den Schutz von Verkehrsbeschäftigten. Verkehrsbeschäftigte dürfen nicht als Versuchskaninchen für Systeme benutzt werden, die sie weder sehen noch hinterfragen noch anfechten können. Die Beschäftigten müssen mit am Tisch sitzen, wenn Entscheidungen über KI gefällt werden. Die Beschäftigten müssen die Kontrolle ergreifen.

„Unsere Forderung ist klar: An keinem Arbeitsplatz im Verkehrssektor darf ein KI-System eingeführt werden ohne Konsultation, ohne Transparenz und ohne wirksame menschliche Kontrolle von Anfang an. Das werden wir in dieser Woche klarstellen.“

KI und algorithmisches Management sind längst nicht mehr auf Gig-Plattformen beschränkt. Dienstplansysteme weisen Einsatzzeiten zu. Hafensysteme steuern Maschinen. Telematiksysteme erfassen jede Bremsentscheidung eines Fahrers. In Fahrerständen und -kabinen kommt biometrische Überwachung zum Einsatz, und im Lagerbereich geben automatisierte Systeme das Tempo vor. In vielen Fällen werden diese Systeme ohne Verhandlungen eingeführt und häufig, ohne dass die davon betroffenen Beschäftigten darüber informiert werden.

Die Delegierten in Colombo werden während dieser Woche in Colombo untersuchen, was das in der Praxis bedeutet: die Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze, Beschäftigungsbedingungen, Sicherheit und Bezahlung, wo die negativen Folgen am stärksten zu spüren sind und wo echte Chancen bestehen, welche Fortbildungs-, Umschulungs- und Versetzungsmaßnahmen den Beschäftigten zustehen und wo Lücken in der Regulierung, bei der Tarifbindung und in der Gewerkschaftskapazität bestehen.

Preeti Singh, Co-Vorsitzende des ITF-Ausschusses für junge Verkehrsbeschäftigte, erklärte:

„Immer mehr junge Beschäftigte stehen von Beginn ihrer Berufslaufbahn im Verkehrssektor an unter der Kontrolle von Algorithmen. Wir haben prekäre Arbeitsverträge, arbeiten in Berufen, die von Automatisierung bedroht sind, und werden selten gefragt, was wir davon halten. Genau deshalb spielen wir bei dieser Arbeit eine zentrale Rolle. 

„Weiterbildung und Umschulung dürfen nicht als Nebensache betrachtet werden – und wir auch nicht. Die Forderungen, die wir in dieser Woche aufstellen, werden entscheidend dafür sein, wie wir in den nächsten vierzig Jahren leben werden.“

Im Mittelpunkt dieser Wochen steht eine einzige Frage: Wer profitiert vom Übergang zur KI? 

Die ITF ist der Ansicht, dass Technologien die Sicherheit erhöhen, Arbeitsplätze verbessern, die Lebensqualität der Menschen steigern und eine bessere Entscheidungsfindung ermöglichen können –aber nur, wenn die Beschäftigten dabei mitreden können, wie sie gestaltet, beschafft und eingesetzt werden. Andernfalls dienen dieselben Systeme der Überwachung, der Arbeitsverdichtung und der Diskriminierung – und im Verkehrsbereich können KI-Fehler tödlich sein.

„Es ist von Bedeutung, dass diese Konferenz hier stattfindet,“ erklärte Boa Althu, der Präsident und Geschäftsführer der National Union of Seafarers Sri Lanka (NUSS). 

„KI wird in einer Handvoll von Ländern entwickelt und in der ganzen Welt eingesetzt. Die Beschäftigten im Globalen Süden, die damit konfrontiert sind, werden am wenigsten um ihre Meinung gefragt und genießen den geringsten Schutz. Schon jetzt werden Seeleute, Hafenbeschäftigte und Fahrer in ganz Asien von Systemen überwacht und gesteuert, die ihnen niemals gezeigt wurden. Jede Reaktion, die ohne uns entwickelt wird, wird als Erstes hier scheitern.“

In den nächsten Tagen werden die Delegierten erörtern, wie die gewerkschaftlichen Antworten auf KI aussehen, welche Koordination erforderlich ist, um multinationale Verkehrsunternehmen grenzüberschreitend an einheitliche Normen zu binden, und welcher Zusammenhang zwischen den in Colombo getroffenen Vereinbarungen und nationalen Kollektivverhandlungen, globalen Rahmenvereinbarungen sowie der Interessenvertretung bei der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) besteht.

Die globalen KI-Grundsätze der ITF sollen am Freitag, den 18. September, angenommen werden und in Kraft treten. Sie basieren auf internationalen Arbeitsnormen wie dem im Juni 2026 verabschiedeten IAO-Übereinkommen über menschenwürdige Arbeit in der Plattformökonomie, der ersten verbindlichen globalen Norm, die sich direkt mit algorithmischem Management befasst. 

Hinweise für Redaktionen

  • Die ITF-Konferenz für Verkehrsbeschäftigte zu Künstlicher Intelligenz findet vom 15. bis 18. September 2026 im Hilton Colombo, 2 Sir Chittampalam A Gardiner Mawatha, Colombo 00200, Sri Lanka, statt.
  • Die Delegierten wurden im Rahmen eines offenen Interessenbekundungsverfahrens ausgewählt, wobei Kriterien zur Gewährleistung einer ausgewogenen Verteilung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Region und Branche sowie praktischer Erfahrung mit KI am Arbeitsplatz zugrunde gelegt wurden.
  • Für Interviews stehen die folgenden Personen zur Verfügung: Stephen Cotton, ITF-Generalsekretär; Baker Khundakji, ITF-Beauftragte für junge Verkehrsbeschäftigte und Zukunft der Arbeit; Preeti Singh, Co-Vorsitzende des ITF-Ausschusses für junge Verkehrsbeschäftigte; Horacio Calculli, Vorsitzender der ITF-Beratungsgruppe Zukunft der Arbeit; Scott McDine, ITF-Regionalsekretär für Asien/Pazifik; Boa Athu, Präsident und Geschäftsführer der NUSS.

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an: media@itf.org.uk

ÜBER DIE ITF
Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) ist ein demokratischer, von Mitgliedern geführter Zusammenschluss von über 760 Gewerkschaften in 150 Ländern, der mehr als 16,6 Millionen Verkehrsbeschäftigte vertritt. Die ITF wurde 1896 gegründet und setzt sich dafür ein, das Leben und die Zukunft von Verkehrsbeschäftigten in aller Welt zu schützen und zu verbessern. 

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