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SG-STAR-Fonds: Erste dreigliedrige Initiative auf globaler Ebene zur Unterstützung von Ländern bei der Durchführung von Crewwechseln

21 Sep 2020
Presseerklärung

Gemeinsame Erklärung der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF), des International Maritime Employers' Council (IMEC), der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), der Hafenbehörde von Singapur (MPA), der Singapore Shipping Association (SSA), der Singapore Maritime Officers' Union (SMOU) und der Singapore Organisation of Seamen (SOS).
 

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) und der internationale Arbeitgeberverband der Reedereien International Maritime Employers' Council (IMEC) haben gemeinsam 500.000 US-Dollar in den Singapore Shipping Tripartite Alliance Resilience (SG-STAR) Fund eingezahlt, ein Fonds zur Unterstützung von Ländern, die modellhafte Praktiken für die Durchführung von Crewwechseln umsetzen. Dieser Betrag kommt zu den insgesamt 1 Million Singapur-Dollar hinzu, über die der von der Maritime and Port Authority of Singapore (MPA), der Singapore Shipping Association (SSA), der Singapore Maritime Officers' Union (SMOU) und der Singapore Organisation of Seamen (SOS) gegründete SG-STAR Fund bereits verfügt. Das Gesamtvermögen des Fonds beläuft sich damit auf 1,68 Mio. Singapur-Dollar (etwa 1,2 Mio. US-Dollar).

Neben ITF und IMEC wird auch die Internationale Schifffahrtskammer (ICS) den SG-STAR Fund unterstützen, u. a. durch fachliche Anleitung und Beratung bei technischen Fragen im Bereich der Seeschifffahrt. Mit der finanziellen und praktischen Unterstützung durch ITF, IMEC und ICS ist der SG-STAR Fund nun die erste dreigliedrige Initiative auf globaler Ebene, die gleichgesinnte internationale Partnerorganisationen aus der Branche, Unternehmen, Gewerkschaften und die Regierung mit dem Ziel zusammenbringt, sichere Crewwechsel zu ermöglichen. Die Mittel des von Singapur aus verwalteten Fonds sollen Herkunftsländern von Seeleuten zugute kommen. Wir freuen uns weiterhin über gleichgesinnte Partner, die sich diesem globalen Bündnis anschließen möchten. 

ITF-Generalsekretär Stephen Cotton erklärte, der SG-STAR Fund könne zur Förderung praktischer Lösungen beitragen, um die massiven Folgen der Crewwechsel-Krise für die 1,4 Millionen Seeleute der Welt zu lindern.

"Seit über sechs Monaten sitzen Hunderttausende von Seeleuten entweder auf Schiffen fest oder warten zuhause verzweifelt darauf, ihren Dienst antreten zu können. Die Seeleute in aller Welt brauchen jetzt, nicht erst morgen, praktische Lösungen, um diese humanitäre Krise zu beenden und sie sicher zu und von den Schiffen zu bringen. Diese gemeinsame, auf einer dreigliedrigen Partnerschaft beruhende Initiative zur Förderung praktischer Lösungen der Crewwechsel-Krise wird entscheidend dazu beitragen, einen Ausweg aus der aktuellen Sackgasse zu schaffen."

"Wir brauchen Fortschritte, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit, dass Seeleute den Behörden und Arbeitgebern einen von medizinischen Einrichtungen bestätigten negativen Covid-19-Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR-Test) vorlegen können, sodass die Quarantänezeit an Bord und die Wartezeit der Seeleute zu Hause verkürzt werden können," so Stephen Cotton.

"Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Crewwechsel-Krise hat unterschiedliche Akteure aus dem maritimen Sektor dazu gebracht, enger denn je zusammenzuarbeiten. Der IMEC hat sich sowohl auf globaler Ebene als auch in Singapur an Beratungen beteiligt, um im Zuge der sich zuspitzenden Krise Lösungen herbeizuführen und fachliche Anleitung anzubieten. Wir schließen uns dem SG-STAR Fund gerne an und hoffen, mit unserer Sachkenntnis zur Suche nach Lösungen für diese Krise beizutragen. Ich bin zuversichtlich, dass diese zielgerichtete Partnerschaft den Weg zu praktischen Ansätzen zur Lösung einer Krise weisen wird, mit der wir voraussichtlich noch Monate leben müssen," so der Vorsitzende des IMEC Kapitän Belal Ahmed.

Der Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer Guy Platten erklärte: "Durch die Covid-19-Pandemie sind Seeleute unverdient in eine Falle geraten. Diese Initiative ist genau die Art von Projekt, die wir zur Lösung der Crewwechsel-Krise brauchen."

"Die IAO freut sich sehr über die Beteiligung von ITF, IMEC und ICS am SG-STAR Fund, wodurch nicht nur dringend benötigte Ressourcen zur Verfügung gestellt, sondern die dreigliedrige und im wahrsten Sinne des Wortes globale Reichweite der Initiative bestätigt wird. Genau so eine Reaktion brauchen wir auf die dramatischen und weltweiten Probleme, die der Durchführung von Crewwechseln entgegenstehen," so der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) Guy Ryder.

Kitack Lim, der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), sagte: "Dies ist eine lobenswerte globale Initiative, die die kollektiven Bemühungen von Regierungen, der Schifffahrtswirtschaft und der Gewerkschaften im maritimen Sektor bündelt, um konkrete Maßnahmen zur Inangriffnahme der drängenden Frage des Crewwechsels zu ergreifen."

Nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung für den SG-STAR Fund durch MPA, SSA, SMOU und SOS am 28. August 2020 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren Lösungen für sichere Crewwechsel zu erarbeiten. Unter der Leitung von Nitin Mathur, SSA-Ratsmitglied und Vorsitzender des SSA-Dienstleistungsausschusses, werden die aus der Hafenbehörde von Singapur MPA sowie den Gewerkschaften SMOU und SOS stammenden ersten Mitglieder der Arbeitsgruppe zunächst gemeinsam mit Herkunftsländern von Seeleuten, wie den Philippinen und Indien, an zentralen Initiativen arbeiten. Dazu gehören die Anerkennung von Quarantäne- und Isolierungseinrichtungen, Covid-19-PCR-Testzertifikate, die Zusammenstellung einer Liste mit anerkannten Kliniken für PCR-Tests, digitale Rückverfolgungssysteme für Crewwechsel sowie interaktive Schulungsangebote für Besatzungsmitglieder, um ihnen die Verfahren und Richtlinien für Crewwechsel zu erläutern.

SSA-Präsidentin Caroline Yang wird dem Verwaltungsausschuss des SG-STAR Fund vorsitzen, dem ferner die Vorstandsvorsitzende der MPA Quah Ley Hoon, die Generalsekretärin der SMOU Mary Liew, der Präsident der SOS Kam Soon Huat, der Generalsekretär der ITF Stephen Cotton und der Vorsitzende des IMEC Kapitän Belal Ahmed angehören. Dr. Lam Pin Min, Ehrenmitglied der SSA und Geschäftsführer von Eagle Eye Centre, wurde zum leitenden Berater des Verwaltungsausschusses ernannt.

"Der von dreigliedrigen Partnern in Singapur initiierte SG-STAR Fund zielt auf die Unterstützung der Herkunftsländer von Schiffsbesatzungen ab, um bessere Möglichkeiten und Kapazitäten zur Bildung sicherer und erweiterbarer 'Blasen' oder 'Korridore' zu schaffen, die die Durchführung von Crewwechseln erlauben – vom Transfer zwischen dem Heimat- bzw. Herkunftsland und dem Land, wo die Besatzung ein- bzw. ausschifft, bis zu sicheren Unterbringungseinrichtungen im Heimat-/Herkunftsland und dem Land, in dem der Crewwechsel stattfindet. Der Beitritt und die Beiträge von ITF und IMEC zu unserer Initiative geben uns weiteren Antrieb. Auch die Internationale Schifffahrtskammer unterstützt diese Initiative mit ihrer fachlichen Expertise im Bereich der Seeschifffahrt. Wir freuen uns darauf, weitere gleichgesinnte internationale Partnerorganisationen an Bord dieser dreigliedrigen Initiative zu begrüßen, um die Ermöglichung sicherer Crewwechsel weiter zu beschleunigen," so Caroline Yang.