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Konflikt mit DP World eskaliert: Internationale Gewerkschaftsbewegung stellt sich hinter australische Hafenbeschäftigte

02 Aug 2019
Presseerklärung
Gewerkschaften aus maritimen und anderen Verkehrssektoren in Dutzenden von Nationen stellen sich hinter den Kampf australischer Hafenbeschäftigter gegen Stellenabbau, Outsourcing, Automatisierung und die Verschlechterung ihrer Beschäftigungsbedingungen in Containerterminals in Melbourne, Sydney, Brisbane und Fremantle.

Gewerkschaften aus dem gesamten Nahen Osten, Asien, Europa, Afrika, Nord- und Südamerika und dem Pazifikraum, die zusammen Millionen von Beschäftigten vertreten, haben in einem Schreiben an das in Dubai ansässigen Hafenbetreiber DP World davor gewarnt, dass die schlechte Behandlung australischer Hafenbeschäftigter weltweit eine Gefahr für positive Arbeitsbeziehungen darstellt.

Dieses Schreiben sowie weitere Solidaritäts- und Unterstützungsbekundungen machen deutlich, dass die internationale Gewerkschaftsbewegung den einseitigen Angriffen von DP World auf die Rechte und Beschäftigten der australischen Hafenbeschäftigten nicht tatenlos zusehen wird und das Unternehmen geschlossen dazu aufruft, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF), die 18,5 Millionen Beschäftigte weltweit vertritt, verurteilte die Maßnahmen von DP World in Australien.

“International sind Gewerkschaften durch das Vorgehen von DP World in Australien beunruhigt und haben das Management des Unternehmens in dessen Häfen auf der ganzen Welt gewarnt, dass diese Angriffe die derzeit guten Arbeitsbeziehungen mit Hafengewerkschaften weltweit bedrohen,” so die ITF-Koordinator für die maritimen Industrien Jacqueline Smith.

“Der Konflikt wurde von DP World schon mehrmals eskaliert, angefangen mit einem Angriff auf den Einkommensschutz, dann mit der Drohung, Arbeitsplätze auszulagern und zu automatisieren, und nun mit der Weigerung, mit der Maritime Union of Australia in einen offenen Dialog über die Eindämmung des Stellenabbaus durch Dienstplanänderungen anstelle von betriebsbedingten Kündigungen einzutreten.”

“Die ITF-Gewerkschaften haben gegenüber der Unternehmensleitung von DP World klargestellt, dass sie jeglichen Versuch zur Auslagerung von Arbeitsplätzen an geringer bezahlte, nicht gewerkschaftlich organisierte Werkarbeitskräfte auf Kosten erfahrener Hafenbeschäftigter als Angriff auf die Gewerkschaften betrachten und aufs Schärfste verurteilen,” so Smith.

Der stellvertretende Vorsitzende der ITF-Sektion Häfen und Präsident der International Longshore and Warehouse Union William Adams schloss sich der Kritik an den Drohungen der australischen Unternehmensleitung von DP World an, Tätigkeiten in australischen Terminals auszulagern und zu automatisieren.

“Die Drohung von DP World, seine australischen Betriebe zu automatisieren, wird international verurteilt. Die Durchsetzung von Klauseln, die nach einer Automatisierung den Schutz und die Umschulung von Beschäftigten sicherstellen, sind für Hafenbeschäftigte in aller Welt ein prioritäres Anliegen.

“Dies wurde zuletzt bei den Arbeitskämpfen der ILWU in Kanada und den USA deutlich, die zu einvernehmlichen Verträgen führten, in denen Maßnahmen zum Arbeitnehmerschutz und ein Verhandlungsprozess zwischen der Gewerkschaft und Arbeitgebern bei Automatisierung festgelegt wurden.

“Outsourcing und Automatisierung haben erhebliche Auswirkungen auf die Produktivität und Rentabilität sowie tiefgreifende soziale und gesellschaftliche Auswirkungen für die Beschäftigten und ihre Gemeinwesen, weshalb alle Versuche, Forderungen nach einer Konsultation der Gewerkschaften zu verwässern, von Hafengewerkschaften rund um den Globus zurückgewiesen werden.

“Weltweit schließen sich Hafenbeschäftigte zusammen, um jedem Arbeitgeber an den Kragen zu gehen, der Arbeitsplätze und Bedingungen von Hafenbeschäftigten bedroht, und gerade eben haben wir DP World im Visier,” erklärten Adams.

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