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Alarmierendes Studienergebnis: Hohe psychische Stressbelastung auf See

02 Dec 2019

Eine vom ITF Seafarers' Trust in Auftrag gegebene umfassende Studie der Yale University hat festgestellt, dass Seeleute unter einem gefährlich hohen Maß an psychischer Belastung leiden, und empfiehlt Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken.

Im Rahmen der Studie wurden Gespräche mit 1.572 Seeleuten unterschiedlicher Dienstgrade geführt, die an Bord von unter verschiedenen Flaggen fahrenden Schiffen in aller Welt tätig sind. Diese ergaben, dass in den zwei den Interviews vorausgehenden Wochen:

  • 20 Prozent der Befragten daran dachten, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst Verletzungen zuzufügen;
  • 25 Prozent unter Depressionen litten;
  • 17 Prozent Angstzustände erlebt hatten .

Die Studie stellte zudem einen Zusammenhang zwischen einer angeschlagenen psychischen Gesundheit und der größeren Wahrscheinlichkeit von Verletzungen und Krankheit an Bord her. Zu den möglichen Ursachen zählte die Studie unter anderem mangelhafte Ausbildung, Konfrontation mit Gewalt oder Gewaltandrohung und geringe Arbeitszufriedenheit.

Zur Überwindung der Krise der psychischen Gesundheit auf See gibt die Studie die folgenden Empfehlungen:

  • verstärkte Unterstützung von Offiziersanwärter*innen durch angemessene Ausbildung und bessere Beschwerdeverfahren;
  • Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Probleme in der Unternehmenskultur;
  • Anerkennung von Gewalt am Arbeitsplatz als Problem sowie geeignete Interventionsmaßnahmen.

Dazu der Vorsitzende des Seafarers' Trust und der ITF-Seeleutesektion Dave Heindel: "Je mehr wir über psychische Gesundheit reden, umso mehr verringern wir das damit verbundene Stigma. Dieser Bericht hilft uns, die ursächlichen Faktoren zu verstehen, und bietet eine Basis für die Forderung nach grundlegenden Veränderungen der Art und Weise, wie die Schifffahrtswirtschaft betrieben wird."

"Dies sollte von allen Akteuren der Branche als Aufruf zum Handeln verstanden werden. Die ITF und ihre Mitgliedsorganisationen werden für ihren Teil so breit wie möglich über diese Ergebnisse informieren, um dieses verborgene Problem in den Blickpunkt zu rücken, und sie als Grundlage nutzen, um die Branche zu Systemveränderungen im Hinblick auf das Arbeitsumfeld an Bord von Schiffen zu bewegen."

Der Bericht kann hier abgerufen werden.

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