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Versäumnisse beim Schutz von Fischereibeschäftigten: Irland auf Beobachtungsliste für Menschenhandel

NACHRICHTEN Presseerklärung

Die Regierung der Republik Irland wurde vom Außenministerium der Vereinigten Staaten in seinem Jahresbericht zum Menschenhandel Trafficking In Persons auf Stufe 2 der Beobachtungsliste eingestuft, da Irland vulnerable Beschäftigte, z. B. in der Fischereiwirtschaft und in der Sexindustrie, nicht schützt.

In dem vor kurzem veröffentlichten Bericht für das Jahr 2020 stellte das Außenministerium fest, dass das Versäumnis der irischen Regierung im vergangenen Jahr, die Strafverfolgung von Menschenhändlern zu veranlassen, die Abschreckung geschwächt, zur Straffreiheit von Menschenhändlern beigetragen und Bemühungen untergraben habe, Opfer zu Zeugenaussagen zu bewegen.

Seitdem Irland erstmals im Jahr 2018 von Stufe 1 auf Stufe 2 heruntergestuft wurde, nehmen die Bemühungen Irlands zur Beseitigung von Ausbeutung und Menschenhandel weiter ab, und es sind systematische Mängel bei der Ausrottung der Geißel des Menschenhandels im Land festzustellen.

Neben der Republik Irland sind der Stufe 2 noch weitere Länder zugeordnet, bei denen das Außenministerium ein hohes oder zunehmendes Niveau von Menschenhandelsaktivitäten feststellt, gegen die die jeweiligen Regierungen keine geeigneten Maßnahmen ergreifen. Irland ist derzeit das einzige westeuropäische Land auf Stufe 2 der Beobachtungsliste.

Wie der Koordinator der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) Koordinator für Großbritannien und Irland Ken Fleming erklärte, haben die ITF und weitere Nicht-Regierungsorganisationen der irischen Regierung sämtliche Mängel im Hinblick auf die Identifizierung, Unterstützung und Verweisung von Opfern an zuständige Stellen zwar zur Kenntnis gebracht, diese habe aber weiterhin nichts unternommen, um Fischereibeschäftigte und weitere schutzbedürftige Arbeitskräfte vor Menschenhandel und extremer Ausbeutung zu schützen.

"Die irische Regierung und die in ihr vertretenen Politiker*innen aller Seiten sollten sich für den Schaden schämen, den ihre Versäumnisse dem Ruf Irlands zugefügt haben. Die Platzierung auf Stufe 2 seit der Herabstufung von Stufe 1 durch das US-Außenministerium vor zwei Jahren macht deutlich, dass sie gut damit leben kann, die Endemisierung von Menschenhandel und Ausbeutung zuzulassen. Wir reden hier über wirkliche Menschen – Männer, Frauen und Kinder," so Fleming.

"Wir sind besorgt über die unzureichende Überwachung und Durchsetzung. Die vom Staat identifizierte Anzahl vermutlicher Opfer ist in den letzten Jahren zurückgegangen, von 64 im Jahr 2018 auf 57 im Jahr 2019 und 42 in diesem Jahr."

"Wo die Regierung sich die Mühe machte, Opfer aufzuspüren, ist die Eintreibung von nicht ausgezahlten Löhnen in nennenswerter Höhe für die betroffenen Beschäftigten einzig und allein der ITF zu verdanken. Letztes Jahr konnten wir bei der irischen Behörde für Arbeitsbeziehungen die Auszahlung von 137.000 Euro zur Erstattung ausstehender Löhne an acht Menschenhandelsopfer durchsetzen."

"Die irische Regierung hat zugelassen, dass ganze Wirtschaftssektoren ein Niedriglohnmodell entwickeln, das nur aufrechterhalten werden kann, indem ungeschützte Beschäftigte aus Asien und Afrika ins Land gebracht werden. Mit seiner Untätigkeit nimmt der Staat in Kauf, dass skrupellose Arbeitgeber diese Beschäftigten als Verbrauchsmaterial betrachten, Menschen, die sie straffrei einstellen und entlassen können, weil die staatlichen Behörden nicht dazu in der Lage oder nicht daran interessiert sind, dem Gesetz Geltung zu verschaffen."

"Wenn Irland eine weitere Beschädigung seines internationalen Rufs vermeiden will, muss es sofort mit Gewerkschaften zusammenarbeiten, um seine Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen gegen den Handel mit menschlichem Elend zu stärken, der derzeit unter seiner Nase stattfindet," so das Fazit von Fleming.
 

Medienkontakt: media@itf.org.uk

Hinweis: Ken Fleming steht den Medien für Interviews zur Verfügung.


Bildquelle: Louis Vest 2012, Bearbeitung gemäß Creative Commons (CC BY-NC 2.0)
 

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