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ITF und ETF unterstützen den flächendeckendsten Streik in der Geschichte von Ryanair

08 Nov 2018
Presseerklärung
Bei Ryanair beschäftigte Flugbegleiter/innen werden morgen in den flächendeckendsten Streik in der Geschichte der Fluggesellschaft treten.

In Reaktion darauf, dass das Unternehmen sich nach wie vor weigert, gerechte Beschäftigungsbedingungen zu gewährleisten, legt das Kabinenpersonal in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Portugal und Spanien für 24 Stunden die Arbeit nieder. Es wurden zwar vereinzelte Verhandlungen durchgeführt und einige wenige Anerkennungsverträge unterzeichnet, aber für die Mehrheit der Angestellten von Ryanair haben sich weder Bezahlung noch Beschäftigungsbedingungen verbessert.

Die Streiks finden eine Woche nach der Jahreshauptversammlung des Unternehmens statt, wo die Verhandlungsführung und das Corporate-Governance-Modell von Ryanair von Gewerkschaften und Aktionär/innen gleichermaßen scharf kritisiert wurden.

Vor der Jahreshauptversammlung hatten die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) und die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) die Aktionär/innen in einem Schreiben dazu aufgerufen, die Wiederwahl des Ryanair-Verwaltungsratschefs David Bondermann abzulehnen. Der Aufruf wurde von Investorenberatergruppen und einigen großen Aktionären unterstützt, die alle Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des unzeitgemäßen Corporate-Governance-Modells auf die Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen der Fluggesellschaft hegen.

Bonderman wurde zwar im Amt bestätigt, aber die Tatsache, dass ein Drittel der Aktionär/innen seine Wiederwahl ablehnte, macht ihn als Verwaltungsratschef untragbar. Die in dieser Woche stattfindenden Streiks sind ein weiterer Beleg für das fehlende Vertrauen der Beschäftigten darin, dass die Unternehmensleitung von Ryanair ihre Anliegen ernst nimmt.

Zu Beginn dieses Monats hatte das Unternehmen darüber hinaus erneut seine Unreife unter Beweis gestellt, indem es versuchte, eine neue Kabinenpersonalgewerkschaft in Polen auszuschalten. Statt in gutem Glauben Verhandlungen aufzunehmen, nahm Ryanair die Existenz der Gewerkschaft schlichtweg nicht zur Kenntnis und kündigte an, bis zum nächsten Monat mit allen Besatzungsmitgliedern Verträge abzuschließen, in denen sie als Selbständige eingestuft werden.

Angesichts der angespannten Arbeitsbeziehungen sind ITF und ETF der Ansicht, dass die Einführung von Vertretungsstrukturen für die Beschäftigten auf Verwaltungsratsebene zur Verbesserung der Lage beitragen würde. In der jüngsten Überarbeitung des britischen Corporate-Governance-Kodex, den auch die Republik Irland einseitig beschlossen hat, wird dies bereits empfohlen.

ITF und ETF stehen hinter allen rechtmäßigen Arbeitskampfmaßnahmen, die ihre Mitgliedsorganisationen ergreifen, um bessere Bedingungen für die Beschäftigten herzustellen. Wenn Ryanair seine Corporate-Governance-Praktiken nicht erneuert und die Forderungen der Beschäftigten nicht erfüllt, sind zum Herbstanfang weitere Streiks wahrscheinlich.

Dazu der Sekretär der ITF-Sektion Zivilluftfahrt Gabriel Mocho: "Diese Streiks machen deutlich, dass Ryanair trotz seiner jüngsten hohlen Phrasen noch einen weiten Weg zurückzulegen hat, um tragfähige Arbeitsbeziehungen herzustellen. Man kann nicht behaupten, dass die Verhandlungen gut laufen, wenn Beschäftigte in sechs Ländern seines Flugnetzes beschließen, gleichzeitig in den Ausstand zu treten."

"Letzte Woche kamen auf der Jahreshauptversammlung von Ryanair verbreitete Vorbehalte gegenüber seinem Unternehmensmodell zum Ausdruck. Die Aktionäre wollen einen Kurswechsel, und Vertretungsstrukturen für die Beschäftigten auf Verwaltungsratsebene würden in wesentlichem Maße dazu beitragen, eine unabhängige Kontrolle der Geschäftsführung zu gewährleisten. Ryanair muss endlich im Interesse all seiner Stakeholder handeln."

François Ballestero, politischer Sekretär der ETF für Luftverkehr und Tourismus, erklärte in einer Stellungnahme: "Neun Monate nach der Ankündigung, Gewerkschaften anzuerkennen, sollte Ryanair nicht mit einem derart massiven Arbeitskampf konfrontiert sein. Ryanair muss anerkennen, dass dieser Aufruhr sich erst legen wird, wenn es grundlegende Probleme in Angriff nimmt, sodass die Verträge der Beschäftigten ausdrücklich das Recht und die Gerichtsbarkeit ihres Heimatlandes anerkennen."

"Es ist ferner unerlässlich, dass für die Besatzungsmitglieder gleiche Normen gelten, unabhängig davon, ob sie direkt oder über eine seiner Personaldienstleistungsfirmen bei Ryanair beschäftigt sind. Ein Grundprinzip unserer 'Fair Transport'-Kampagne besagt, dass kein Arbeitgeber sich auf Kosten der Beschäftigten und seiner verantwortungsvollen Konkurrenten seiner sozialen Verantwortung entziehen kann."

 

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