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ITF ruft Maersk zum Schutz seiner Beschäftigten während der Covid-19-Krise auf

25 Mar 2020
Presseerklärung

Am Tag der Jahreshauptversammlung von AP Moeller-Maersk hat die ITF eine Erklärung an das Unternehmen abgegeben, mit der sie an ihren Aufruf zur Ergreifung von Maßnahmen in den Verkehrssektoren während der Covid-19-Pandemie anknüpft.

Angesichts der gravierenden Gefahren für die maritimen Industrien und im Interesse des Wohls von Verkehrsbeschäftigten hat die ITF an Maersk appelliert, Verantwortung für alle Beschäftigten entlang seiner erweiterten Lieferkette auf See und an Land zu zeigen.

Die ITF und die ihr angeschlossenen Gewerkschaften vertreten bei Maersk tätige Seeleute, Hafenbeschäftigte und Beschäftigte auf Schleppbooten sowie im Binnenverkehr. Sie haben das Unternehmen aufgefordert, persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen, um sie vor dem Risiko einer Infektion mit Covid-19 zu schützen. Sie fordern des Weiteren volle Lohnfortzahlung im Fall, dass ein Beschäftigter sich mit dem Virus infiziert oder sich als Vorsichtsmaßnahme in Selbstisolation begibt. 

Schiffe müssen fahren können, um den Export und Import lebenswichtiger Güter und Medikamente zu gewährleisten. Damit dies möglich ist, müssen Schiffsbesatzungen unter Einhaltung von Infektionskontrollmaßnahmen ausgewechselt werden. Die ITF ist zurzeit täglich mit Fällen befasst, wo Seeleute in ihrer Bewegungsfreiheit behindert sind, sodass sie nicht sicher ein- bzw. ausschiffen können. Dies ist der zunehmenden Zahl von Ein- und Ausreisebeschränkungen zuzuschreiben, die nationale Regierungen für ihre Länder verfügt haben. Regierungen müssen daher die elementare Rolle von Seeleuten in dieser außerordentlichen Krise anerkennen und sie unabhängig von ihrer Nationalität als "Schlüsselarbeitskräfte" behandeln.

Die ITF und die ihr angeschlossenen Seeleute- und Hafengewerkschaften appellieren ferner an Flaggenstaaten, Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen aller Beschäftigten und Passagiere auf ihren Schiffen zu übernehmen, wenn Covid-19-Fälle an Bord auftreten, was auch Billigflaggen einschließt.

In ihrer Erklärung an die Jahreshauptversammlung von Maersk wiederholte die ITF auch ihre Kritik im Hinblick auf die Geschäftstätigkeit von Maersk Line im Billighafen von Melbourne (Australien). Die Probleme wurden identifiziert, und die ITF hat dem Unternehmen mitgeteilt, dass sie einen konstruktiven und engagierten kontinuierlichen Dialog zu ihrer Beilegung erwartet.

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ÜBER DIE ITF: Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) ist ein demokratischer globaler Gewerkschaftsverband, dem knapp 700 Verkehrsgewerkschaften mit etwa 20 Millionen Mitgliedern in 150 Ländern angeschlossen sind. Die ITF setzt sich weltweit für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Verkehrsbeschäftigten ein und organisiert internationale Solidarität innerhalb des Netzwerks ihrer Mitgliedsorganisationen. Die ITF vertritt die Interessen von Verkehrsgewerkschaften in Gremien, in denen Entscheidungen mit Auswirkung auf Arbeitsplätze, Beschäftigungsbedingungen und Sicherheit im Verkehrssektor getroffen werden.

Aktuelle Nachrichten zum Thema Covid-19 und die ITF findet ihr unter:
https://www.itfglobal.org/de/focus/covid-19

 

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