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Heuerdiebstahl auf einem von BlueScope gecharterten Schiff aufgedeckt

08 Feb 2019
Presseerklärung

In Port Kembla (Australien) wurde auf einem von BlueScope gecharterten, unter ausländischer Flagge fahrenden Schiff im Zuge einer Intervention der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) ein Fall von Heuerdiebstahl aufgedeckt.

Eine Kontrolle des in Panama registrierten Schiffs KEN EI durch ITF-Inspektor/innen in Western Port und Port Kembla im Januar führte dazu, dass den 20 philippinischen Besatzungsmitgliedern auf der Stelle 38.384 US-Dollar in bar ausgezahlt wurden.

“Bei der Ankunft in Western Port wandte sich die Besatzung der KEN EI wegen ausstehender Heuern für zwei küstennahe Reisen sofort an unseren Inspektor und bat die ITF darum, Kontakt zum Reeder aufzunehmen, da sie keinerlei schriftliche oder mündliche Information darüber hatten, ob sie direkt vom Schiffseigner oder den Charterern BlueScope und Rio Tinto bezahlt würden,“ berichtete der nationale ITF-Koordinator Dean Summers.

“Das ist die eiskalte, nackte Realität infolge der Entscheidung von BHP und BlueScope, 100 Jahre australische Seeschifffahrt zu beenden, indem sie australische Besatzungen kaltstellen und stattdessen Billigflaggenschiffe einsetzen,” so Summers.

Auf Billigflaggenschiffen beschäftigte Seeleute sind Ausbeutung und schlechten Beschäftigungs- und Bezahlungsbedingungen ausgesetzt und Opfer eines Systems, das auf minimaler Regulierung basiert.

“Heuerdiebstahl ist eines der größten Probleme der globalen Schifffahrtswirtschaft. Allein im Dezember letzten Jahres führte das ITF-Inspektorat 761 Inspektionen durch und trieb Heuern in Höhe von fast 2 Millionen US-Dollar ein, die den Seeleuten der Welt gestohlen wurden,” erklärte Summers.

“Die Entscheidung von BHP und BlueScope – die von der Morrison-Regierung unterstützt wurde – hat der Ausbreitung der Ausbeutung entlang unserer Küste erneut Tür und Tor geöffnet.

In diesem Falle kooperierte der Schiffseigner erst, nachdem wir ihn an seine Pflichten nach australischem Gesetz hingewiesen hatten. Wir mussten sogar seine Berechnungen korrigieren, um sicherzustellen, dass die Crew korrekte Beträge erhielt.

“Eine Inspektion führte dazu, dass den Besatzungsmitgliedern der KEN EI fast 40.000 US-Dollar ausgezahlt wurden, was unsere Sorge über die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlbefinden der Seeleute auf unter der Flagge von Drittstaaten fahrenden Schiffen, die im ganzen Land von BHP und BlueScope gechartert werden, noch weiter schürt.

“Hinzu kommt, dass BHP ITF-Inspektoren den Zutritt zu Schiffen in ihren Häfen verwehrt hat und Ausreden fabriziert, um die Arbeits- und Lebensbedingungen auf diesen Schiffen vor einer Überprüfung zu schützen,” so Summers weiter.

Kontakt: Luke Menzies | menzies_luke@itf.org.uk | +61 (0) 433 889 844

Mehr über die ITF und das ITF-Inspektorat

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) ist ein demokratischer globaler Verband von 670 Verkehrsgewerkschaften, die über 20 Millionen Beschäftigte in 140 Ländern vertreten. Die ITF setzt sich weltweit für die Verbesserung der Lebensqualität von Verkehrsbeschäftigten ein, indem sie innerhalb des Netzwerks ihrer Mitgliedsorganisationen internationale Solidarität initiiert und organisiert. Die ITF vertritt die Interessen der Verkehrsgewerkschaften in Gremien, die Entscheidungen über Arbeitsplätze, Beschäftigungsbedingungen und die Sicherheit in der Verkehrswirtschaft fällen.

Das ITF-Inspektorat ist ein Netzwerk von 147 Inspektor/innen und Kontaktpersonen in Häfen rund um den Globus, deren Aufgabe es ist, ihre Häfen anlaufende Schiffe zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Seeleute angemessen entlohnt werden und an Bord der Schiffe menschenwürdige Beschäftigungs- und Lebensbedingungen genießen. Sie führen Routineinspektionen durch und besichtigen Schiffe auch auf Bitten der Crew. Bei Bedarf ergreifen sie aktive Maßnahmen, um die Rechte der Seeleute im gesetzlich erlaubten Rahmen zu schützen.

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