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ITF gratuliert ver.di zum Abschluss eines Kollektivvertrags mit Ryanair

02 Apr 2019
Reaktion von ITF-Generalsekretär Stephen Cotton auf die Nachricht von der Unterzeichnung eines Kollektivvertrags zwischen Ryanair und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Deutschland


Ich gratuliere unserer Mitgliedsorganisation ver.di zum Abschluss eines Kollektivvertrags mit Ryanair mit Geltung für das Kabinenpersonal an allen deutschen Standorten. Der Vertrag ebnet den Weg für gerechte Arbeitsnormen auf einem der größten Märkte der Airline.

Im Juli letzten Jahres wurde ver.di als eine der ersten Gewerkschaften von Ryanair anerkannt, womit eine lange Verhandlungsperiode eingeleitet wurde. Durch die Unnachgiebigkeit des Arbeitgebers drohte der Prozess bisweilen zu kippen, sodass Kabinenpersonal und Pilot*innen in Deutschland sich im September zum Streik gezwungen sahen. Die Hartnäckigkeit der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft führte jedoch letzten Endes zu einem Vertrag, der neben weiteren Verbesserungen ein stabiles Grundgehalt vorsieht.

Dank der Schließung einer Lücke im nationalen Arbeitsrecht durch die deutsche Bundesregierung im vergangenen Herbst müssen Ryanair und weitere Fluggesellschaften nun wie andere Arbeitgeber die Gründung eines Betriebsrats zulassen. Damit hat die Gewerkschaft ver.di, die seit langem dafür eintritt, dass Luftverkehrsbeschäftigten dieselben Rechte zustehen wie ihren Kollegen und Kolleginnen in anderen Sektoren, einen wichtigen Kampagnensieg errungen. Dennoch widersetzt sich die Fluggesellschaft nach wie vor in inakzeptabler Weise der Erfüllung ihrer Verpflichtungen. Sie muss die Autorität des deutschen Rechts in vollem Umfang anerkennen.

Im Großen und Ganzen sind bei Ryanair jedoch Fortschritte zu verzeichnen. Ein Viertel der Belegschaft ist durch Kollektivverträge geschützt und für die Hälfte gelten Vereinbarungen zur Umsetzung nationaler Mindestnormen. Nach massivem Druck sowohl seitens der Gewerkschaften als auch der Aktionär*innen tritt zudem der umstrittene Verwaltungsratschef David Bonderman im nächsten Jahr von seinem Amt zurück.

Das Unternehmen hat allerdings noch einen weiten Weg vor sich, um als fairer Arbeitgeber bezeichnet zu werden. Es trifft sich sehr gut, dass dieser Vertrag in der letzten Woche der ETF-Kampagne "Fair Transport Europe" zustande kommt, in der Verkehrsbeschäftigte für gerechte Bezahlung und Bedingungen durch die Straßen der EU-Hauptstadt ziehen. Ryanair sollte dem positiven Schritt in Deutschland weitere folgen lassen und in allen Ländern, in denen es operiert, Kollektivverträge mit Gewerkschaften abschließen, um seine Arbeitsbeziehungen endlich auf den Stand des 21. Jahrhunderts zu bringen.

 

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