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ITF gibt erstes Positionspapier zum Thema "Remote Tower Operation" heraus

03 Nov 2020
Presseerklärung
Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) hat heute ihr erstes Positionspapier zur "Remote Tower Operation" herausgegeben und damit den Kern einer zentralen Frage für die Zukunft der globalen Luftfahrt getroffen.

Flugsicherungsdienste sind für die Sicherheit und Effizienz des Luftverkehrssektors und der Weltwirtschaft im weiteren Sinne von entscheidender Bedeutung, da sie für die Bewirtschaftung des nationalen und internationalen Luftraums im öffentlichen Interesse zuständig sind. Diese Dienste wurden traditionell vor Ort auf den Flughäfen erbracht, technologische Entwicklungen eröffnen nun aber die Möglichkeit der Fernüberwachung von Flughäfen, so genannter "Remote Tower Operations".

Die ITF und die ihr angeschlossenen Gewerkschaften befürworten zwar generell neue Technologien im Bereich der Flugverkehrsdienste, sind jedoch sehr besorgt über die derzeitige Ausrichtung der nationalen und internationalen Politik zur Fernüberwachung. Wenn die politischen Entscheidungsträger bei der Entwicklung dieser Systeme nicht mit großer Sorgfalt vorgehen, besteht die Gefahr, dass sie der Flugsicherheit, dem Vertrauen der Öffentlichkeit in den Flugverkehr und der regionalen Wirtschaft ernsthaften Schaden zufügen, nur um geringfügiger und noch nicht nachgewiesener Kostensenkungen bei der Erbringung von Dienstleistungen willen.

Der neue Bericht der ITF mit dem Titel "Safe Skies" ist der erste wichtige Beitrag zur Debatte aus dem Blickwinkel der Beschäftigten und der Gewerkschaften. Er betont insbesondere die Notwendigkeit, dass die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften von Anfang an mit am Tisch sitzen müssen, um die nationale und internationale Politik in Bezug auf Fernüberwachung von Flughäfen proaktiv mitzugestalten, und nicht bis zum Ende ausgeschlossen werden dürfen.

Dazu der Sekretär der ITF-Sektion Zivilluftfahrt Gabriel Mocho Rodriguez: “Remote Tower Operations sind eine unglaublich wichtige Innovation in der Welt des Luftverkehrs. Sie haben das Potenzial, die Funktionsweise des gesamten Sektors zu verändern, aber sie bergen auch ernsthafte Risiken. Deshalb müssen die politischen Entscheidungsträger sicherstellen, dass alle Parteien, einschließlich der Beschäftigten und der Gewerkschaften, in die Entscheidungen über den Einsatz dieser Technologie einbezogen werden.”

Im Rahmen ihrer Arbeit zur Neuorientierung des Luftverkehrssektors nach Covid-19 gibt die ITF auch umfangreiche neue Forschungsarbeiten über künftige Modelle für Flugsicherungsdienste (ANSP) in Auftrag. Eine Vorschau auf die Forschungsergebnisse und -empfehlungen ist auf Anfrage erhältlich.