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ITF-Gewerkschaften feiern 100 Jahre Jones Act

08 Jun 2020

In den USA haben der ITF angeschlossene Gewerkschaften am 5. Juni 2020 gemeinsam mit Hunderttausenden von Seeleuten den 100. Jahrestag der Verabschiedung des Jones Act gefeiert. Dieses Gesetz beschränkt den Seefrachtverkehr zwischen US-Häfen auf Schiffe, die mit US-amerikanischen Seeleuten besetzt sind, unter US-Fahne fahren, in den USA hergestellt wurden und US-Staatsangehörigen gehören.

Der Jones Act ist für die US-amerikanische Schifffahrtsindustrie von großer Bedeutung. Er sorgt dafür, dass die Beschäftigten in US-amerikanischen Werften und die Seeleute an Bord der Schiffe im US-Binnenhandel sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze haben.

"Der Jones Act ist nach wie vor eine Säule der Schifffahrtsbranche der Vereinigten Staaten, aber auch der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit und des Heimatschutzes unseres Landes," so der Präsident der Seafarers' International Union (SIU) Mike Sacco. "Er schafft Familieneinkommen sichernde Arbeitsplätze, sowohl an Land wie auch auf See. Er schützt unsere Nation in vielerlei Hinsicht."

Seit seinem Inkrafttreten genießt er die Unterstützung beider Parteien, vom Weißen Haus bis zum gesamten Kongress. Sean Patrick Maloney, Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus für den Staat New York und Vorsitzender des Unterausschusses für Küstenwache und Seeverkehr, gab anlässlich des 100. Jahrestags des Jones Act die folgende Erklärung heraus:

"Die grundlegenden Prinzipien und Schutzvorschriften des Jones Act sind heute noch genauso wichtig wie zum Zeitpunkt seiner Verabschiedung vor hundert Jahren. Wir sind im Kern eine Seefahrernation. Die US-amerikanische Handelsmarine gewährleistet unsere Fähigkeit zur Machtprojektion rund um den Globus und die Sicherheit unserer Heimatgewässer. Wir dürfen nicht nachlassen, den Jones Act zu verteidigen, der nach wie vor ein entscheidender Bestandteil der maritimen und militärischen Strategie der USA ist."

"In unserer gesamten Geschichte waren unsere Streitkräfte auf unter US-Flagge fahrende Schiffe und amerikanische Seeleute angewiesen, um Waffen und Versorgungsgüter zu transportieren und unsere Truppen zum Schlachtfeld zu bringen", so Maloney weiter. "Seit seinem Inkrafttreten waren wir mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, aber der Jones Act hat dafür gesorgt, dass die Männer und Frauen in der Handelsflotte da waren, um sie zu bewältigen."

Der Jones Act und die Schutzbestimmungen und Leistungen, die er für US-amerikanische Seeleute vorsieht, werden von der ITF angeschlossenen Seeleutegewerkschaften in aller Welt gelobt. Er setzt die Maßstäbe, den die Seeleute anderer Länder und ihre Gewerkschaften anstreben, da er das Recht und die Möglichkeit schützt, im nationalen Handelsverkehr gemäß nationalen Tarifen bezahlte Arbeitsplätze zu besseren Beschäftigungsbedingungen zu finden. Dank dieser hohen Messlatte trägt der Jones Act ferner zur Anhebung der Bezahlung und Beschäftigungsbedingungen der Seeleute im internationalen Handel bei.

Im Laufe der Jahre gab es mehrere Vorstöße ausländischer Interessengruppen, den Jones Act zu demontieren. Mit Unterstützung ihrer Seeleute, ihrer Sozialpartner und der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) haben die US-amerikanischen Gewerkschaften den Jones Act jedoch vehement vor jeglichen Angriffen geschützt.

Dazu der Vorsitzende der ITF-Sonderarbeitsgruppe Kabotage und Präsident der SIU Kanada James Given: "Die ITF gratuliert den US-amerikanischen Seeleuten und ihren Gewerkschaften zum 100. Jahrestag des Inkrafttretens des Jones Act. Wir werden unseren Kolleginnen und Kollegen weiterhin jegliche Unterstützung bieten, um den Jones Act gegen ausländische Unternehmen zu verteidigen, die durch den Einsatz von unter ausländischer Flagge registrierten Schiffe die in harten Kämpfen durchgesetzten US-amerikanischen Heuern und Beschäftigungsbedingungen aushöhlen wollen."

"Aus der im Jahr 2018 durchgeführten Untersuchung des Forschungszentrums Seafarers' Rights International geht hervor, dass in über 90 Ländern eine Form von Kabotagegesetzen zum Schutz des Binnenseeverkehrs existiert. Der Jones Act ist jedoch nach wie vor das 'Flaggschiff' des Kabotagerechts, und Seeleutegewerkschaften in der ganzen Welt kämpfen gemeinsam dafür, dass nationale Bedingungen für nationale Seeleute im nationalen Handelsverkehr nicht durch Billigflaggenschiffe untergraben werden. Lasst uns weiter die Messlatte für Seeleute und die Schifffahrtsindustrie höher setzen," so Given weiter.

An diesem Tag der Besinnung und Anerkennung US-amerikanischer Seeleute würdigt die ITF die harte Arbeit und das Engagement ihrer US-amerikanischen Mitgliedsorganisationen, die unermüdlich für den Fortbestand dieses wichtigen Gesetzes und all die Vorteile gekämpft haben, die es erwerbstätigen Männern und Frauen in den USA und der ganzen Welt bringt.

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