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ITF begrüßt Urteil für sichere Frachtsätze in Australien

04 Jan 2016
Die ITF begrüßt einen historischen Beschluss in Australien, Lkw-Fahrer/innen sichere Mindestfrachtsätze zu zahlen.

Nach einer Verfügung des Road Safety Remuneration Tribunal, des australischen Gerichts für Straßenverkehrsangelegenheiten, müssen Fahrer/innen für Wartezeiten in Depots, Lade- und Entladetätigkeiten und für die Zeit, die die Reinigung, Inspektion und Wartung ihrer Lkws und Anhänger in Anspruch nimmt, künftig bezahlt werden.

Der australische Fahrer Frank Black begrüßte das Urteil: "Fahrer/innen müssen sich darauf verlassen können, ihre Familien ernähren und ihre Rechnungen bezahlen zu können. Sie müssen wissen, dass keine Notwendigkeit besteht, bei der Sicherheit zu schludern, um Kosten und Zeit zu sparen. Dieses Urteil bringt uns diesem Ziel einen großen Schritt näher."

In Australien kommen jährlich mehr als 300 Menschen bei Unfällen ums Leben, an denen Lkws beteiligt sind. Billigverträge mit reichen Einzelhändlern und Herstellern setzen das Fahrpersonal unter Druck, nachlässig mit der Sicherheit umzugehen, indem sie ihre Fahrzeuge nicht warten, Ruhepausen auslassen, zu schnell fahren und die zulässigen Lenkzeiten überschreiten, um unrealistische Lieferfristen einzuhalten.

Am weltweiten Kampf für sichere Frachtsätze beteiligt sich auch das Fahrpersonal beim südkoreanischen Lebensmittelunternehmen Pulmuone, das sich seit September 2015 im Ausstand befindet und dessen Gewerkschaftsvertreter/innen inhaftiert wurden. Auf den südkoreanischen Fahrer/innen lastet ein enormer Druck, der jedes Jahr 1.200 Todesopfer bei Lkw-Unfällen fordert. In 38 Prozent dieser Fälle sind überladene Fahrzeuge die Ursache.

Der Vorsitzende der ITF-Sektion Straßentransport und nationale Sekretär der Australian Transport Workers' Union Tony Sheldon bezeichnete das Urteil als einen Sieg im Kampf für die Beendigung des Blutvergießens auf australischen Straßen. Er zeige, was erreicht werden könne, wenn gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte für sichere Arbeitsplätze kämpfen.

Im Oktober befürworteten die Gruppen der Arbeitgeber, der Regierungen und der Arbeitnehmer/innen in der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) einen am Modell der australischen Gesetzgebung für sichere Frachtsätze orientierten Plan zur Inangriffnahme der Ursachen der hohen Zahl von Todesopfern in der Lkw-Branche.

Weitere Informationen über die ITF-Kampagne für sichere Frachtsätze ("Safe Rates") findest du hier.

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