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Italienisches Gericht verfügt Freilassung von Carola Rackete

04 Jul 2019
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sea-Watch International
Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) hat die Freilassung von Kapitänin Carola Rackete begrüßt. Die Deutsche war am Samstag verhaftet worden, weil sie mit 40 Migrant/innen an Bord ihres Rettungsschiffs 'Sea-Watch 3' in Italien angelegt hatte.


Wie in den Medien ausführlich berichtet wurde, war Kapitänin Rackete festgenommen worden, nachdem sie mit 40 Migrant/innen und Flüchtenden, die sie vor Libyen gerettet hatte, im italienischen Hafen von Lampedusa eingelaufen war, obwohl die italienische Küstenwache das Rettungsschiff daran hatte hindern wollen.

Racketes Verhaftung war eine Reaktion auf die Weigerung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, einem Antrag von Sea Watch, die geretteten Migrant/innen in Italien an Land zu lassen, zuzustimmen. 60 Stunden nach Erklärung eines Notstands an Bord fuhr Rackete in den Hafen ein, um die 17 Tage zuvor geretteten Migrant/innen in Sicherheit zu bringen.

"Wir erkennen zwar die politische Komplexität der Migrationsfrage im Mittelmeer, sind jedoch erleichtert darüber, dass Kapitänin Rackete freigelassen wurde," erklärte der Vorsitzende der ITF-Seeleutesektion Dave Heindel.

"Die italienischen Behörden kamen rasch zu dem Schluss, dass die Sea-Watch 3 aufgrund der bedenklichen Sicherheitslage für die Menschen an Bord einlaufen musste und Rackete ihrer Pflicht, Leben zu schützen, nachgekommen ist und nicht vorsätzlich gegen die Rechte Italiens zum Schutz seiner Grenzen verstoßen hat," so Heindel weiter.

Die Rettungsaktion von Sea-Watch 3 entfachte in Italien eine beispiellose politische Debatte über Einwanderung, die Kriminalisierung der Rettung von Migrant/innen und die Pflicht des Landes, gefährdete Menschen auf See zu retten.

Die ITF kritisiert die mangelnde klare Linie der EU bei der Erarbeitung einer politischen Lösung für die Rettung von Migrant/innen auf See und die Tatsache, dass es Italien überlassen bleibt, die Angelegenheit als einzelner Mitgliedstaat statt als Teil der Europäischen Gemeinschaft zu lösen.

Tag für Tag sterben Migrant/innen auf See. Die Verfolgung und Kriminalisierung von humanitären Organisationen, die Menschen bei ihrem Versuch zur Überwindung des Mittelmeers helfen, könnte noch weitere Menschenleben kosten.

Während Politiker bei der Erarbeitung von Lösungen versagen, wird weiter das Leben von Menschen gefährdet.

Die ITF unterstützt uneingeschränkt die Ziele von Kapitänin Rackete und Sea Watch, Migrant/innen auf See zu helfen, aber auch die Bemühungen aller Männer und Frauen der Rettungsdienste in Italien, der Handelsflotte und humanitärer Organisationen, die tagtäglich unschätzbare Hilfe bei der Rettung von Menschenleben auf See leisten.
 

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