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Kampf um Arbeitsplätze australischer Seeleute wird nun auch international ausgefochten

15 Feb 2019
Der Einsatz für australische Seeleute erreicht internationale Dimensionen: Kanadische Gewerkschaften taten sich vor wenigen Tagen zusammen, um ihre australischen Schwesterorganisationen in ihrem Bemühen um Gesetzgebung zum Schutz von Arbeitsplätzen solidarisch zu unterstützen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten, durch Maßnahmen der Morrison-Regierung erleichterten Entlassungen australischer Seeleute durch BHP und BlueScope auf hoher See veranstalteten Beschäftigte und die Maritime Union of Australia auf dem Rasen vor dem Parlamentsgebäude in Canberra eine Kundgebung.

In Live-Übertragungen von Kundgebungen aus ganz Kanada, die den Demonstranten gezeigt wurden, forderten kanadische Seeleute und Hafenbeschäftigte die australische Regierung auf, Kabotagegesetze umzusetzen, die sicherstellen, dass australische maritime Beschäftigte in heimischen Gewässern Schutz genießen.

„Die heutigen Demonstrationen zeigen, wie stark die Seeleute in aller Welt sind“, erklärte James Given, Vorsitzender der ITF-Sonderarbeitsgruppe Kabotage und Präsident der Seafarers’ International Union of Canada (SIU of Canada). “Wir sind Brüder und Schwestern auf See, ob in Australien, Kanada oder anderswo. Und wir kämpfen um unsere Rechte.”

„Wir haben uns heute mit dem australischen Hochkommissariat getroffen und den Verantwortlichen dort ein klares Signal an ihre Regierung mitgegeben: In australischen Gewässern müssen die Arbeitsplätze in australischer Hand bleiben. Nun sieht uns die Welt zu, denn es handelt sich nicht mehr nur um eine australische Angelegenheit. Es betrifft auch unsere Gewässer, und wir werden die Botschaft in die Welt hinaustragen“, so Given weiter.

Die SIU of Canada demonstrierte mit Unterstützung der ILA und CUPE 375 an der Ostküste sowie der ILWU Canada an der Westküste in Toronto, Ottawa und Vancouver, um ihre Unterstützung mit den australischen Seeleuten zu bekunden. Die Proteste fanden zeitgleich mit Kundgebungen in Canberra, Melbourne und Port Kembla statt. Die kanadischen Gewerkschaften riefen die australische Regierung im Schulterschluss auf, Kabotagegesetze zu verabschieden, die gewährleisten, dass einheimische Beschäftigte geschützt werden.

Letzten Monat wurden 80 australische Seeleute auf zwei Schiffen, die Eisenerz von Port Hedland in Westaustralien zu Stahlwerken in Port Kembla bringen, zugunsten billigerer ausländischer Arbeitskräfte fristlos entlassen. Ohne Kabotagegesetze ist dies rechtlich nicht zu beanstanden. Die maritimen Beschäftigten befürchten, dass sich die Entlassungen fortsetzen.

Im Januar besuchte eine australische Delegation Kanada, um mehr über die maritime Inlandspolitik des Landes zu erfahren, die als eine der besten der Welt gilt. Die unglückliche Situation in Australien beweist, wie wichtig es ist, dass solche Gesetze in aller Welt verabschiedet werden.

„Die Kanadier haben sich soeben mit dem australischen Hochkommissar in Kanada getroffen und ihm laut und klar zu verstehen gegeben, dass es sich um einen internationalen Kampf handelt und die Seeleute rund um den Globus vereint für ihr Recht auf Arbeit in ihren nationalen Sektoren eintreten werden. Um dies den mit BHP und BlueScope zusammenarbeitenden Politikern und Angehörigen der Morrison-Regierung, die für die Entlassung der Beschäftigten verantwortlich sind, klarzumachen, sind wir heute hier“, erklärte der Stellvertretende MUA-Nationalsekretär Warren Smith.

„Sie [BHP und BlueScope] haben dort investiert, wo man keine Steuern zahlen muss, wo wir keine Rechte haben … Wir kämpfen auch für diese Beschäftigten und ihr Recht, in ihrem eigenen Land, auf ihren eigenen Schifffahrtlinien, auf ihren eigenen Straßen, in ihren eigenen Lkw, in ihren eigenen Fertigungsstätten zu arbeiten. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun. Es ist das Recht der Australier, aller Australier, als das Volk anerkannt und respektiert zu werden, das den Reichtum dieses Landes begründet hat“, so Paddy Crumlin, ITF-Präsident und MUA-Nationalsekretär.

Crumlin: „Für uns ist das in diesem Land ein Wendepunkt. Wir wollen ein Land der Fairness aufbauen, ein Land, das etwas erreicht, ein Land, in dem große Konzerne … ihre Steuern zahlen, ein Land der Vollbeschäftigung, in dem jeder krankenversichert ist. Das kann nur eine Gruppe: die arbeitenden Männer und Frauen.“

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