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Durchbruch für unrechtmäßig entlassene Flughafenbeschäftigte in Indonesien

NACHRICHTEN

Die indonesische Gewerkschaft Gebuk hat einen entscheidenden Erfolg für ihre Mitglieder errungen, nachdem das Airline-Catering-Unternehmen Aerofood Catering Services Indonesia sich bereit erklärt hat, Beschäftigten, die während der Covid-19-Pandemie unrechtmäßig entlassen worden waren, eine Abfindung zu zahlen. 

Die Gebuk, ein Mitglied der der ITF angeschlossenen Federation of Indonesian Airport Workers' Unions (FSPBI), ist die Gewerkschaft der ausgelagerten Airline-Catering-Beschäftigten am Flughafen Jakarta.

Die Organisation setzte die Vereinbarung nach einer Massenkundgebung am 6. Februar 2024 durch, an der die entlassenen Beschäftigten und mehrere Unterstützer*innen aus anderen Mitgliedsorganisationen der FSPBI teilnahmen, darunter die Citilink Cabin Crew Association, die Gapura Angkasa Workers' Union, die Air Asia Welfare Workers' Union und die Indonesian Airport Workers' Union. 

Während der Covid-19-Pandemie waren alle Mitglieder der Gebuk von einem Tag auf den anderen entlassen worden und erhielten weder eine Abfindung noch die Garantie, wieder auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können, wenn die Branche wieder anlaufen würde. Im Gegensatz dazu behielten die direkt bei Garuda (der Muttergesellschaft von Aerofood) beschäftigten Cateringangestellten ihre Arbeitsplätze, was die Prekarität der fragmentierten Lieferkette im Luftverkehr verdeutlicht. 

Aerofood wurde im Oktober 2023 vom Obersten Gerichtshof von Indonesien der unrechtmäßigen Entlassung seiner Belegschaft für schuldig befunden. Daraufhin forderte die Gebuk die Wiedereinstellung der entlassenen Beschäftigten als Festangestellte. 

Als sich jedoch herausstellte, dass Aerofood leider nicht vorhatte, das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu erfüllen, fiel die Entscheidung, die Kampagne zu eskalieren. 

Dazu Jackie Tuwanakotta, die Generalsekretärin der FSPBI und Vorsitzende der ITF-Sektion Zivilluftfahrt für Asien/Pazifik: "Dieses Ergebnis war ein massiver Erfolg für die Beschäftigten, die seit ihrer Entlassung vor vier Jahren für Gerechtigkeit gekämpft haben. Es sollte uns lehren, unsere Kräfte zu bündeln und unsere Kolleginnen und Kollegen in Zeiten der Not zu unterstützen. Ohne die Unterstützung anderer Mitgliedsgewerkschaften der FSPBI, die sich für ihre Kolleginnen und Kollegen einsetzten, denen verweigert wurde, was ihnen rechtmäßig zusteht, wäre das nicht möglich gewesen." 

"Diese Beschäftigten haben seit dreieinhalb Jahren für ihre Lebens- und Existenzgrundlagen gekämpft. Unternehmen, die das Recht haben, Beschäftigte zu entlassen, müssen auch ihrer Pflicht nachkommen, die Betroffenen angemessen abzufinden," so Jackie.

Der Sekretär der ITF-Sektion Zivilluftfahrt Gabriel Mocho Rodriguez begrüßte den Sieg und beglückwünschte die FSPBI und die Gebuk zu ihren Bemühungen um ein erfolgreiches Ergebnis: "Dies ist ein wohlverdienter Sieg im Kampf für Gerechtigkeit für Beschäftigte, die weder eine Abfindung noch die Garantie für eine Rückkehr an ihren Arbeitsplatz erhielten, wenn die Branche wieder anlaufen würde. Solche Fälle demonstrieren ganz klar, welchen Einfluss die fragmentierte Lieferkette im Luftverkehr auf das Leben von Beschäftigten hat, die die Branche am Laufen halten." 

Gabriel erklärte, der Erfolg sei ein Ergebnis der gewerkschaftlichen Organisierung und ein Beweis für die Wirkung der Gewerkschaftsmitgliedschaft. 

Nach fast vierstündigen Protestaktionen erklärte sich der Arbeitgeber bereit, dem Urteil des Obersten Gerichtshofs nachzukommen, indem er Zahlungen an die Mitglieder der Gebuk leistete und ein entsprechendes Schreiben verfasste. Die Demonstrationen lösten sich auf, sobald die Vereinbarung in Kraft getreten war.

Die FSPBI wird die rechtzeitige Auszahlung der Abfindungen weiter überwachen, die am 1. März 2024 beginnen soll.

 

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