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Erschießung der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh: Gewerkschaftsbewegung verlangt Gerechtigkeit

NACHRICHTEN

Gemeinsame Erklärung der Global Unions

Die Gewerkschaftsbewegung in der MENA-Region und der ganzen Welt ist erschüttert über den tragischen Verlust der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh, die zwei Jahrzehnte lang als Reporterin für Al Jazeera tätig war. Sie wurde am frühen Morgen des 11. Mai von israelischen Soldaten erschossen, als sie über deren Razzia in Jenin, einer besetzten Stadt im Westjordanland, berichtete.

Laut einer Erklärung der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) hatte das israelische Militär zunächst palästinensischen Bewaffneten in einem Feuergefecht mit israelischen Streitkräften die Schuld an ihrem Tod gegeben. Walid al-Omary, Leiter des Ramallah-Büros von Al Jazeera, erklärte jedoch, es habe keine Schüsse von palästinensischen Schützen gegeben. Das Palestinian Journalists Syndicate (PJS) beschrieb dieses Verbrechen als "bewusst geplant, um sie zu ermorden".

Es gibt einige Zeugenaussagen von den Journalist*innen, die dabei waren, als sie getötet wurde. Ihnen zufolge waren sie als Gruppe unterwegs, alle als Journalisten erkenntlich gekleidet und klar identifizierbar, als israelische Scharfschützen sie unter Beschuss nahmen. Sie waren die einzige Gruppe auf der Straße, es gab keine anderen Demonstranten und kein Feuergefecht.

Al-Jazeera-Produzent Ali Samoudi wurde von einer Kugel in den Rücken getroffen; sein Zustand ist Berichten zufolge stabil.

Shireen Abu Akleh wird als eine Pionierin ihrer Generation in Erinnerung bleiben, der es gelang, stereotypische Geschlechterrollen im Fernsehjournalismus zu durchbrechen. Sie war eine der ersten arabischen Kriegskorrespondentinnen in den späten 1990ern, als die traditionelle Rolle von Journalistinnen auf Nachrichtenredaktionen und Fernsehbildschirme beschränkt war.

Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung verurteilen die Global Unions die Ermordung von Abu Akleh durch die israelischen Streitkräfte und fordern eine unabhängige Untersuchung, um den Täter zur Verantwortung zu ziehen. Angriffe auf palästinensische Journalist*innen und Medienbeschäftigte durch das israelische Militär finden seit Jahren ungestraft statt. Die internationale Gemeinschaft muss Gerechtigkeit für die Angehörigen und Kolleg*innen der Opfer verlangen. Die Pressefreiheit ist ein zu wichtiges Gut für uns alle, um in dieser Angelegenheit Stillschweigen zu bewahren.

Wir unterstützen ferner die kürzlich beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) eingereichte Klage der IFJ, laut der Israels systematische Angriffe auf Journalist*innen, die in Palästina tätig sind, und die mangelnde Untersuchung der Tötung von Medienbeschäftigten ein Kriegsverbrechen darstellen.

Global Unions, die diese gemeinsame Erklärung unterzeichnet haben:

 

VOR ORT