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محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 9 / August 2002 > Themen verbinden


Mak Tak Chang arbeitet als Vollzeitorganisationsbeauftragter für den Verband der Organisationen der Verkehrsbeschäftigten (FTO) in Hongkong. Der FTO ist ein Dachverband aus 13 Gewerkschaften mit Mitgliedern aus der Verkehrswirtschaft. Er ist dem Gewerkschaftsdachverband von Hongkong, HKCTU, angeschlossen. Mak erläutert, warum der Internationale Aktionstag für den Straßentransport in Hongkong jedes Jahr ein wichtiger Bestandteil im Kampf für Arbeitnehmerrechte ist.

„Wir haben uns von Anfang an alljährlich im Oktober an der ITF-Kampagne „Übermüdung tötet“ beteiligt. Zunächst schickte der FTO Erklärungen an die Presse, trat aber kaum mit der Basis, dem Fahrpersonal, in Kontakt. 1999 wurden wir dann aktiver. Wir verteilten Flugblätter an das Fahrpersonal, hielten eine Pressekonferenz ab und übten mit einer Demonstration Druck auf die Regierung von Hongkong aus.

In Hongkong gibt es keine Mindestlöhne, keine Arbeitszeitbeschränkungen, keine Tarifverhandlungsrechte, kein Streikrecht, nichts. Es gibt nicht einmal Arbeitsgesetze als solche, weshalb die Arbeitgeber dem Fahrpersonal auch sehr niedrige Löhne zahlen. Manche Fahrer arbeiten 80 Stunden pro Woche. Für uns besteht eine enge Verbindung zwischen Löhnen und Arbeitszeiten: Wenn die Löhne niedrig sind, müssen die Beschäftigten lange arbeiten. Unsere Gewerkschaft weiß, dass sie etwas tun muss, nämlich kämpfen.

Da es sich bei der Kampagne der ITF um einen internationalen Aktionstag handelt, berichten die Massenmedien in Hongkong recht ausführlich darüber. Wäre der Aktionstag nicht international, wäre das vielleicht anders. Die von der ITF zur Verfügung gestellten Informationen sind sehr nützlich. So haben wir daraus zum Beispiel erfahren, dass es im Gegensatz zu Hongkong in anderen Ländern Arbeitsgesetze gibt. Wir ziehen mit vielen Gewerkschaften in aller Welt an einem Strang – und das gibt uns Auftrieb.

Die meisten Fahrer in Hongkong kennen weder die ITF noch Gewerkschaften in anderen Ländern. Seit 1999 aber wissen immer mehr vom internationalen Aktionstag. Sie erfahren über die Massenmedien davon. Trotzdem aber müssen sie nach wie vor lange arbeiten.

Einige Fahrer haben unsere Aktion auch kritisiert. Sie behaupten, wenn wir die Arbeitszeit begrenzen, verdienen sie nicht mehr genug, um ihre Familien zu ernähren. Die Arbeitgeber setzen den Grundlohn so niedrig an, dass ein Beschäftigter für zwei arbeiten muss. Doch andere bekommen gerade deshalb nicht genug Arbeitsstunden zusammen und verdienen zu wenig. Eine paradoxe Situation.

2001 gingen wir auf den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Lohn ein. 2002 haben wir das Motto „Vernünftige Arbeitszeiten, vernünftige Löhne“ ausgerufen. Dieser Einsatz für die Belange der Beschäftigten ist für uns eine wertvolle Erfahrung.

Wir fordern einen Mindestlohn, die Begrenzung der Arbeitszeit und gesetzlich verankerte Tarifverhandlungsrechte. Die Regierung von Hongkong ist keine demokratische Regierung und sehr arbeitgeberfreundlich eingestellt, es wird also nicht leicht werden. Bislang haben die Regierung und die Unternehmer unsere Aktivitäten während des Aktionstags ignoriert. Aber selbst wenn wir keine gesetzlichen Änderungen durchsetzen, hoffen wir, zumindest auf dem Verhandlungsweg Verbesserungen zu erreichen.

Auf China konnten wir bislang keinerlei Einfluss nehmen. Hongkong und China, das ist für uns „ein Land, zwei Systeme“. China ist nach wie vor eine Diktatur und wird von der Kommunistischen Partei regiert. Wir hoffen jedoch, in Zukunft das Fahrpersonal auch dort erreichen zu können.“


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Issue 9 August 2002

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