Voller Einsatz für Gewerkschaftsrechte
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BESCHÄFTIGTE IN INTEGRIERTEN VERKEHRSUNTERNEHMEN SETZEN SICH FÜR EINE VERBESSERUNG IHRER LAGE EIN UND NUTZEN DABEI DIE STÄRKE, DIE IHNEN IHRE KONTAKTE ZU BESCHÄFTIGTEN BEI DEMSELBEN UNTERNEHMEN IN ANDEREN LÄNDERN DER WELT GEBEN
Gewerkschaften bei den "Großen Vier" weltweiten Logistikunternehmen setzten sich im November 2006 im Rahmen eines weltweiten Aktionstags bei Integratoren für Arbeitnehmer/innenrechte und globale Solidarität ein.
An dem gemeinsam von ITF und Union Network International (UNI) organisierten Aktionstag beteiligten sich Gewerkschaftsmitglieder unter den Beschäftigten bei DHL, FedEx, UPS und TNT, die dort im Bereich integrierter Verkehrsdienste wie z. B. Paketsortierung, -beförderung und -distribution arbeiten.
Je nach Ausgangslage nutzten die Gewerkschaften den Aktionstag entweder, um ihre vorhandenen Kontakte zu den Arbeitgebern auszubauen, ihre Mitgliederbasis auszuweiten oder aber, um sich mit Arbeitgebern auseinanderzusetzen, die einen Gewerkschaftsbeitritt ihrer Beschäftigten mit allen Mitteln verhindern wollen.
Weltweit sind bereits rund eine Million Beschäftigte bei Integratorenunternehmen gewerkschaftlich organisiert, häufig in Mitgliedsorganisationen von ITF oder UNI. In den Betrieben sind sie in den unterschiedlichsten Bereichen tätig: Sie arbeiten z. B. in Callcentern, als Kurierfahrer/innen, in der Zollabfertigung, im Versand, als Pilot/innen, bei Wach- und Sicherheitsdiensten, in Sortierzentren oder als Lkw- bzw. Lieferwagenfahrer/innen.
Die Kundgebungen, Bildungsveranstaltungen, Pressekonferenzen, Flugblattaktionen usw. fanden unter dem Motto "Global organisieren – Wir kämpfen für unsere Rechte" statt und spiegelten damit den globalen Charakter dieser integrierten Verkehrsdienste wider, die Menschen aus den verschiedensten Ländern und Verkehrssektoren beschäftigen.
Das Engagement der Gewerkschaften in mindestens zehn Ländern machte deutlich, wie sehr ihnen bewusst ist, dass menschenwürdige Arbeitsplätze, Bezahlung und Bedingungen für ihre Mitglieder immer mehr von global geplanten und koordinierten Gewerkschaftsinitiativen abhängig sein werden.
Einige Gewerkschaften nutzten den Aktionstag, um neuen Schwung in ihre eigenen, schon länger laufenden Kampagnen oder Arbeitskonflikte zu bringen, bei denen es um wichtige Anliegen geht. In Frankreich wurde z. B. eine zweite Streikwelle gegen flexible Löhne zeitlich auf den Aktionstag abgestimmt. In Australien war die gemeinsame Kampagne von ITF und UNI Gegenstand einer Rede im Parlament.
Wie der Sekretär der ITF-Binnenverkehrssektionen, Mac Urata, feststellte: "Dieser Aktionstag beweist, dass die Gewerkschaften bei den 'Großen Vier' Integratorenunternehmen die Anstrengungen der globalen Gewerkschaftsbewegung unterstützen, diese multinationalen Unternehmen zur Einhaltung gewisser Normen zu zwingen."
Globaler Aktionstag bei Integratoren
Australien
Die Transport Workers' Union in Australien organisierte Versammlungen auf den Betriebshöfen. Gewerkschaften sammelten Unterschriften für Petitionen und nahmen sich Zeit, um nicht gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte zu einem Beitritt zur Gewerkschaft zu ermuntern. Die Parlamentsabgeordnete für Queensland, Claire Moore, machte den Aktionstag zum Gegenstand eines Redebeitrags im Parlament. Außerdem wurden in den Betrieben Flugblätter verteilt.
Kanada
Mitglieder der Teamsters-Gewerkschaft hängten in Betrieben im ganzen Land Plakate auf und verteilten Flugblätter. Am 9. November statteten sie dem Parlamentssitz einen Besuch ab und verteilten gewerkschaftliche Flugblätter an die Parlamentsabgeordneten. Aktive Mitglieder trafen sich außerdem mit Parlamentsabgeordneten, zu deren Zuständigkeit Arbeitnehmer/innen- und Verkehrsfragen zählen, um sie für die Probleme bei der gewerkschaftlichen Organisationsarbeit in aller Welt zu sensibilisieren.
Frankreich
Nach einer erfolgreichen 24-stündigen Arbeitsniederlegung am 17. Oktober an 40 DHL-Standorten im ganzen Land hatte die Gewerkschaft CGT den Start einer zweiten Streikwelle für den Aktionstag am 9. November geplant. Diese richtete sich gegen Pläne der Geschäftsleitung, das Lohnsystem zu flexibilisieren und damit zu destabilisieren.
Deutschland
Ver.di führte bei allen "Großen Vier" Integratorenunternehmen Flugblattaktionen, Betriebsversammlungen und Unterschriftensammlungen durch. An Standorten wie z. B. den Hubs in Leipzig und Köln ebenso wie in gewerkschaftlichen Geschäftsstellen in Stuttgart, Berlin und Mannheim nahmen Gewerkschaftsmitglieder an Veranstaltungen teil. Die gesammelten Unterschriften sollten später den Geschäftsleitungen von DHL, FedEx, UPS und TNT überreicht werden.
Großbritannien
Mitglieder der Transport & General Workers' Union in Betrieben von TNT Express stimmten am Aktionstag für die Annahme einer 10-prozentigen Lohnerhöhung für 7.500 Beschäftigte. Wie die Gewerkschaft vermeldete, konnten in der Zeit von Juli bis September 2006 an allen Standorten des Unternehmens insgesamt 1.300 neue Mitglieder geworben werden. Die Gewerkschaft GMB setzte ihre Arbeitskampfmaßnahmen bei DHL nach Vorlage eines neuen Angebots in Bezug auf Bezahlung und Bedingungen seitens des Unternehmens aus. Unter anderem erklärte sich die Geschäftsleitung bereit, gewerkschaftliche Organisations- und Mitgliederwerbeaktionen auf dem Betriebsgelände zuzulassen.
Hongkong
Mitglieder der Federation of Hong Kong Transport Workers' Organisations trafen sich mit Beschäftigten in den Servicezentren von Integratoren im New-Territories-Bezirk von Hongkong, um mit ihnen über ihre Anliegen zu diskutieren. Konkret sprachen die Beschäftigten Themen wie z. B. Gesundheit und Sicherheit sowie das Verhältnis zu den Geschäftsleitungen an.
Indien
In Chennai und Mumbai verteilten Beschäftigte bei DHL und anderen Integratorenunternehmen an ihren jeweiligen Betriebsstandorten Flugblätter.
Marokko
Ein Dutzend Vertreter/innen der Gewerkschaft UMT forderten bei einer 20-minütigen Demonstration vor der DHL-Niederlassung in Casablanca die Respektierung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlungen.
Südafrika
Wie schon im Vorfeld des Aktionstags beteiligten sich Mitglieder der südafrikanischen Gewerkschaft SATAWU auch am 9. November während der Mittagspause an Mahnwachen vor den DHL-Betriebsstätten am Flughafen Johannesburg. Diese waren zeitlich auf gewerkschaftliche Verhandlungen mit der Geschäftsleitung über Outsourcing und Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb des Unternehmens abgestimmt. Auch in Port Elizabeth und Gauteng waren Mahnwachen geplant. In Kapstadt trafen sich Gewerkschaftsvertreter/innen am Aktionstag im DHL-Depot mit der Geschäftsleitung, um über die fortgesetzte Beschäftigung von Aushilfskräften und Flexibilisierung der Arbeitszeit zu reden. Außerdem traf sich die Gewerkschaft mit Vertreter/innen der Geschäftsleitung von TNT zu Gesprächen über deren Verhältnis zu Beschäftigten und Gewerkschaft.
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