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Kommentar: Neustrukturierung der Gewerkschaftsbewegung

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Im Jahre 2006 steht eine tief greifende Veränderung bei den Strukturen der breiteren Gewerkschaftsbewegung bevor. Ein Einigungsprozess ist angelaufen, an dessen Ende ein neuer internationaler Gewerkschaftszusammenschluss stehen wird, dem der Internationale Bund Freier Gewerkschaften (IBFG), mit dem die ITF seit mehr als 50 Jahren eng zusammenarbeitet, der kleinere Weltverband der Arbeitnehmer (WVA), der vor allem die "christlichen" Gewerkschaften zu seinen Mitgliedern zählt, und eine Reihe von Gewerkschaftsdachverbänden angehören werden, die bislang nicht zur Global-Unions-Familie zählen.

Mit dieser Entwicklung bietet sich gleichzeitig eine Gelegenheit, die praktische Zusammenarbeit zwischen den Branchenorganisationen der globalen Gewerkschaftsbewegung, vertreten durch die ITF und die neun anderen Globalen Gewerkschaftsverbände, einerseits und der weiter gefassten Gruppe der nationalen Gewerkschaftsdachverbände andererseits auszubauen. Die Struktur des neuen Bündnisses und seine Beziehungen zu den Globalen Gewerkschaftsverbänden müssen noch im Detail festgelegt werden. Damit werden hoffentlich die Voraussetzungen geschaffen, die es den einzelnen Elementen einer im Entstehen befindlichen geeinten globalen Gewerkschaftsbewegung gestattet, ihre Tätigkeit auf globaler, regionaler und nationaler Ebene stärker zu integrieren, um so ein echtes Gegengewicht zu globalen Arbeitgebern und globalen Institutionen zu schaffen.

Möglich ist dies nur, wenn die jeweiligen Aufgaben dieser verschiedenen Elemente in dem neuen, und bislang namenlosen, internationalen Bündnis klar definiert sind und wenn sie alle die Relevanz ihrer Tätigkeit für die nationalen Gewerkschaften auch mit Blick auf die Zukunft zweifelsfrei unter Beweis stellen können.

Der Verkehr nimmt im Globalisierungsprozess mehr denn je eine Schlüsselrolle ein, und der ITF und ihren Mitgliedsverbänden kommt die zentrale Aufgabe zu, einen Beitrag zur Stärkung der gesamten globalen Gewerkschaftsbewegung zu leisten. Das bedeutet, dass wir uns bemühen müssen, allen demokratischen Verkehrsgewerkschaften bei der ITF Platz zu bieten. Es bedeutet auch, dass wir weiterhin Bündnisse mit den anderen Mitgliedern der Global-Unions-Gruppe eingehen müssen, damit wir auch wirklich "global organisieren" können.

Die nationalen Gewerkschaften wiederum müssen ihre traditionelle Mitgliederbasis und ihre Arbeitsmethoden überprüfen und gegebenenfalls neu ausrichten, um sicher zu stellen, dass sie den Bedürfnissen der Beschäftigten in einer globalisierten Wirtschaft Rechnung tragen. Im Zuge dieses Prozesses, der den Schwerpunkt des diesjährigen 41. ITF-Kongresses in Durban bilden wird, müssen wir uns radikal und kreativ damit auseinandersetzen, wie die ITF den Gewerkschaften dabei helfen kann, neue Gruppen von Beschäftigten zu organisieren, ohne ihre bestehende Mitgliederbasis zu verlieren. Dabei wird es darum gehen, wie die ITF insgesamt ihre Tätigkeit sowohl sektorenübergreifend in der Verkehrswirtschaft als auch in Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen in anderen Branchen stärker integrieren kann.

Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Mitgliederorganisation sowie die zunehmende Erkenntnis einiger wichtiger Gewerkschaften, dass Aktionen auf internationaler Ebene keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern einen zentralen Aspekt der Organisationsarbeit auf nationaler Ebene darstellen, waren kürzlich für eine Reihe von Gewerkschaften der Anlass zum Austritt aus dem US-amerikanischen Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO – ein Beispiel dafür, vor welch enormer Aufgabe die internationale Gewerkschaftsbewegung heute steht. Wir alle bemühen uns, die großen, neuen Herausforderungen auf politischer und sozialer Ebene und im Bereich der Mitgliederorganisation unter einen Hut zu bringen, um zu gewährleisten, dass die Gewerkschaftsbewegung auch in dem sich rasch wandelnden wirtschaftlichen Umfeld eine feste Größe bleibt.
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ITF House, 49-60 Borough Road, London SE1 1DR  |  +44 20 7403 2733   |  mail@itf.org.uk
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