ArbeitsLeben: Globalisierung hautnah

تغيير خيارات الرسومات المنخفضة | تغيير اللغة | القفز عن المحتوى إلى الملاحة

محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 14 / Januar 2004 > ArbeitsLeben


Da das Weltsozialforum im Januar in Bombay stattfindet, befragten wir Beschäftigte dortiger Verkehrsunternehmen zu den Auswirkungen der Globalisierung auf ihr Leben.


Den indischen Bahnen geht es wirtschaftlich immer schlechter. Damit verschlechtert sich auch die Arbeitssituation. Es wurde ein Einstellungsstopp verhängt, dabei wird der Arbeitsdruck immer größer.

Wenn die Gewerkschaften nicht entschieden darauf reagiert hätten, wären die indischen Bahnen jetzt schon privatisiert. Was allerdings fehlt, ist umfassende Aufklärungsarbeit über die Welthandelsorganisation, multinationale Unternehmen, Marktwirtschaft und darüber, worum es bei der Globalisierung überhaupt geht. Das würde die gewerkschaftliche Mobilisierungsarbeit unterstützen und dem Widerstand, den wir aufbauen, eine Zielrichtung geben.
Abhishek Bhargava, 32, Mahalaxmi (Abt. Lagerhaltung), Western Railway


Die Einführung neuer Technologien und bessere Arbeitsnormen sind die positiven Seiten der Globalisierung. Der Abbau von Arbeitsplätzen und fehlende Beschäftigungsperspektiven sind zwei negative Aspekte. Wir haben in unserer Abteilung immer noch denselben Personalbestand wie 1994, dennoch konnten wir unser hohes Produktivitätsniveau halten. Alle Beschäftigten von Air India müssen sich 150-prozentig engagieren, wenn unser Unternehmen im Wettbewerb überleben soll.

Unsere Gewerkschaft ist auf dem richtigen Weg. Air India muss nicht privatisiert werden. Es müssen innovative Alternativen gefunden werden. Es geht nicht an, dass nur um der Profite willen Leute gefeuert werden.
Prashant Narayan, 34, Servicetechniker, Air India


Globalisierung, das bedeutet für mich Industrienationen, die in jedem Winkel der Welt Märkte für ihre Waren und Dienstleistungen erobern.

Die Weltbank definiert unser Unternehmen, die Bahn-Druckerei, nicht als Kernaufgabe. So wurde eines schönen Tages entschieden, die Fahrpläne extern drucken zu lassen. Dagegen haben wir uns gewehrt und gekämpft und vorläufig die Arbeitsplätze an allen neun bahneigenen Druckmaschinen gerettet. Wir haben heute keine Überstunden und keine Leistungszulagen mehr, aber wir sind fest entschlossen, unsere Arbeitsplätze zu erhalten. Die Gewerkschaften könnten viel mehr tun. Nur acht Prozent der Beschäftigten sind gewerkschaftlich organisiert. Wir erzielen kleinere Erfolge, aber das Gesamtbild ist düster.
Vikas R. Gupte, 41, Korrektor, Druckerei Mahalaxmi, Western Railway


1995/96 hatten wir einen Ladungsumschlag von 150 Tonnen pro Schicht. Mittlerweile hat sich das auf 400 Tonnen pro Schicht erhöht, aber unsere Löhne sind gesunken, und die gesetzlichen Vorschriften für Akkordlöhne werden oft nicht eingehalten. Im Großen und Ganzen entwickeln die Beschäftigten wenig Bewusstsein und sind schlecht informiert. Sie erwarten, dass die Gewerkschaft für alles sorgt.

Wir brauchen Bildungsmaßnahmen: Informationen für die Beschäftigten darüber, was die Gewerkschaft tut, was ihre Absichten sind, und wie es weitergehen soll.
Mohammad Ismail Mohammad Sharif, 35, langjähriger Mitarbeiter, Mumbai Port Trust


Uns geht das Geld aus, unsere Waren verrotten, die Arbeitslosigkeit steigt und Arbeitskräfte werden durch Maschinen ersetzt.

Der Arbeitsdruck ist größer geworden. Ich arbeite 12 Stunden am Tag, bekomme aber nur zwei Überstunden bezahlt. Heute werden sogar schon die Ausfallzeiten von der Arbeitszeit abgezogen, wenn wir wegen Krankheit fehlen. Unsere Gewerkschaft tut, was sie kann, aber die Gewerkschaften ziehen nicht an einem Strang, und deshalb verlieren wir viele Auseinandersetzungen.
Nilesh Narvekar, 25, Busschaffner, Maharashtra State Road Transport Corporation


Die Arbeitgeber entscheiden sich oft für die Billigstvariante, auch wenn die Qualität darunter leidet. Früher kamen die Schiffe für Reparaturarbeiten ins Trockendock, heute müssen die Besatzungsmitglieder die meisten Reparaturen übernehmen. Außerdem haben wir jetzt schlecht bezahlte Aushilfskräfte, die von der Straße weg eingestellt werden und sich mit der Arbeit nicht auskennen. Aber irgendwie müssen wir es trotzdem schaffen und die Befehle des Chief Officer ausführen.

Die Gewerkschaften versuchen, die negativen Auswirkungen der Globalisierung aufzufangen. Aber die jungen Seeleute von heute sind nicht gerade gewerkschaftsfreundlich eingestellt und wenden sich nur an die Gewerkschaft, wenn sie gerade Probleme haben.
Suresh Solanki, 28, Bootsmann, Dockendale Shipping Company


Die indische Wirtschaft entwickelt sich nicht weiter. Für die Nahrungsmittel gibt es keinen Markt und das Geld fließt ab. Ausländische Dienstleistungen und Produkte haben nur eine unersättliche Konsumgier entfacht, die wirtschaftliche Unabhängigkeit bleibt auf der Strecke. Die multinationalen Unternehmen, die sich nie langfristig auf einen Standort festlegten, florieren. Wo bleibt da die Chancengleichheit?

Mein Vater, ein Hafenarbeiter, hat in den fünfziger Jahren gemeinsam mit den Gewerkschaften gegen den Einsatz von Aushilfskräften gekämpft. Heute zerfällt die Hafenwirtschaft, und es werden wieder Aushilfskräfte beschäftigt.
D. Subramanyam, 36, Vorarbeiter, Mumbai Port Trust


Viele unserer Tätigkeitsbereiche wurden ausgelagert – Systemverwaltung, Flugzeugreinigung, Buchungsdienste, Catering usw. Unser Service muss sich ständig mit dem privater Fluggesellschaften messen.

Die Gewerkschaften haben keine Ahnung. Die meisten Leute an der Führungsspitze der Gewerkschaften kennen doch nur ein geschütztes Arbeitsumfeld. In einer Zeit, in der sich alles öffnet, haben sie keine Erklärungen mehr für die Mitglieder an der Basis. Anstatt sich dem Wandel immer nur zu widersetzen, sollten sie die Veränderungen verstehen lernen und uns in die Lage versetzen, der Realität ins Auge zu sehen.
Girish Mumgain, 35, Flugdienstleiter, Indian Airlines


Der Personalbestand wird reduziert. Langjährige Mitarbeiter werden umgesetzt. Frauen werden in Betriebe in 150 km Entfernung versetzt. Entweder man ist einverstanden, oder man muss gehen.

Änderungen im Gewerkschafts- und Arbeitsrecht schwächen die Kampffähigkeit der Gewerkschaft.
Mahesh B. Jadhav, 30, Fahrdienstleiter, Mumbai Central Depot, Maharashtra State Road Transport Corporation



الصفحة الرئيسية للأقسام:
Issue 14 January 2004

صفحات أخرى لـ Issue 14 January 2004:
Comment | Anti-union tactics in pursuit of US bus | Dockers' victory as ports directive is rejected | New era of solidarity in the Arab world | Stepping into the global movement | Aviation economics for 2004 | How to cure a sick aircraft | Going nowhere | Abandoned - whose responsiblity? | Bullying for profit | Stuck at a red light | Opinion | Reflections

ITF Home | مجلة النقل الدولي "Transport International" | العدد الحالي | Previous issues | About Transport International | Distribution | Request copies | Editorial staff


نسخة الرسومات الكاملة

إمكانية الدخول | مساعدة الموقع | خريطة الموقع

صحيفة الاتحاد الدولي لعمال النقل

© ITF 2004 جميع الحقوق محفوظة

ITF House, 49-60 Borough Road, London SE1 1DR | +44 20 7403 2733 | mail@itf.org.uk