Jagd auf einen Betrüger
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Ein Verbrecher der Weltklasse, der schutzlose Menschen mit Hilfe nationalstaatlicher Regierungen um Millionen beraubt hat, befindet sich noch immer auf freiem Fuße
In Appellen an Regierungen fordert die ITF Strafverfolgungsmaßnahmen gegen einen internationalen Betrüger, der untergetaucht ist, nachdem er arme Menschen, die auf eine Beschäftigung auf einem Kreuzfahrtschiff gehofft hatten, um mehrere Millionen Dollar betrogen hat. Seeleutegewerkschaften halten unterdessen nach Hinweisen Ausschau, dass der Gesuchte seinen kriminellen Aktivitäten weiter nachgeht.
Wiederholt hatte die ITF vor Muhammad Ali Pasha, der über einen pakistanischen Pass verfügt, sowie vor seinem Unternehmen Al Najat Marine Shipping mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gewarnt, das mehr als 120.000 verzweifelten Arbeitsuchenden mit dem falschen Versprechen, ihnen eine Stelle zu vermitteln, das Geld aus der Tasche gezogen hat.
Die ITF geht davon aus, dass Pasha inzwischen sein altes Unwesen unter einem anderen Namen betreibt.
Gegen die Zahlung einer Vermittlungsgebühr in Höhe von mindestens 58 US-Dollar stellte Al Najat Stellenbewerberinnen und -bewerbern aus Indien, Indonesien, Kenia, Marokko, Pakistan, Syrien, Tansania, Vietnam und mit großer Wahrscheinlichkeit noch weiteren Ländern gut bezahlte Arbeitsplätze auf westlichen Kreuzfahrtschiffen in Aussicht, die keine entsprechende Berufserfahrung voraussetzen. Die ITF kann bestätigen, dass zumindest in Kenia und Marokko die aktive Unterstützung des Projekts durch die jeweiligen Arbeitsministerien für den Erfolg der betrügerischen Aktion ausschlaggebend war.
Nur Vietnam reagierte auf dringende Informationen seitens der ITF und legte Al Najat bereits relativ frühzeitig das Handwerk. Ali Pasha, der sich mit der doppelten britisch/pakistanischen Staatsbürgerschaft brüstet, ist inzwischen mitsamt dem Geld untergetaucht.
Bis zu 1.600 US-Dollar brachten die Opfer des Betrügers als Gebühren für "ärztliche Untersuchungen", die von den örtlichen Al Najat-Vertretungen illegal erhoben wurden, sowie für die an die Regierungen zu zahlenden Passgebühren auf. Häufig sahen sich die Betroffenen um ihr gesamtes Hab und Gut gebracht, einschließlich ihrer Häuser. In einigen Fällen gaben ganze Familien jeden verfügbaren Cent, um einen Angehörigen eine Stelle zu besorgen, in der angeblich in einem Monat so viel zu verdienen war, wie sonst z. B. in Kenia durchschnittlich im Jahr. Angeboten wurden diese Stellen von einem Unternehmen, für dessen Vertrauenswürdigkeit scheinbar die Regierung bürgte.
In Marokko wurde inzwischen eine Kommission mit der Prüfung von Möglichkeiten beauftragt, wie die Betroffenen dort entschädigt werden könnten, während Jordanien bereits Entschädigungszahlungen für die 7.000 enttäuschten Bewerber um nicht vorhandene Stellen zugesagt hat, die Zahlungen an Al Najat geleistet hatten.
Die ITF hat alle ihr vorliegenden Informationen über Al Najat an die internationale Polizeibehörde Interpol sowie an die für die Untersuchung schwerwiegender Betrugsfälle zuständige britische Behörde weitergegeben. ITF-Generalsekretär David Cockroft, der als Erster mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit ging, dass es sich bei dem Al Najat-Projekt um Betrug handele, erklärte:
"Wir hatten von Anfang an vermutet, dass Ali Pasha eines Tages abtauchen würde, falls die VAE nichts unternehmen würden und die übrigen betroffenen Länder sich weigern sollten, Interpol einzuschalten und damit eine Prüfung ihrer eigenen Rolle zu riskieren.
Wo Regierungen und die betreffenden Polizeikräfte nichts zum Schutz der ärmsten Menschen der Welt unternehmen, bleibt uns nichts anderes übrig, als einzugreifen, obwohl wir uns dadurch ständig dem Risiko aussetzen, dass gerichtliche Schritte gegen uns eingeleitet werden."
Auch wenn es der ITF gelang, eine ganze Reihe Arbeitsuchende rechtzeitig zu warnen, gibt es leider genügend andere, die sich auf die von ihren Regierungen offenbar verbürgte Glaubwürdigkeit von Al Najat verließen. An diese Regierungen richtet sich der dringende Aufruf, ernsthafte Untersuchungen im Hinblick auf die Aktivitäten von Muhammad Ali Pasha und ihre eigene Hilfestellung dabei einzuleiten.
Bei Redaktionsschluss war gerade ein zweiter Appell seitens der ITF an die Regierung der VAE ergangen, die eigentlich in der Lage sein sollte, die Bewegungen des Betrügers und der Gelder, die er mehr als 100.000 Menschen entwendet hat, nachzuvollziehen, nachdem sie seiner Firma so lange Unterschlupf gewährt hat.
Interpol war bei Redaktionsschluss von keiner der Regierungen hinzugezogen worden, die Al Najat entweder geholfen oder dem Unternehmen eine Betätigung gestattet hatten. Unterdessen war die ITF bemüht, über die Polizeikräfte der betroffenen Länder die Einschaltung der internationalen Polizeibehörde zu erreichen, da deren Dienste so am effektivsten genutzt werden können.
David Cockroft rief die Regierungen auf, endlich tätig zu werden: "Noch ist es Zeit, diesen Mann festzunehmen und zumindest einen Teil der Gelder zurückzuholen, um die er zahlreiche Mitglieder einer besonders schutzlosen Personengruppe auf dieser Welt betrogen hat."
Warnung an alle Leser
Pasha ist möglicherweise weiterhin aktiv, vielleicht mit einer neuen Firma oder unter anderem Namen. Bitte unterrichtet die ITF, sobald ihr von verdächtigen neuen Anwerbeaktionen erfahrt oder Informationen über eine Person erhaltet, die die Namen Muhammad Ali Pasha, S. A. Mohammed Ali Pasha oder Sajjad Akbar benutzt.