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Interviewpartnerin: Chailai Imsamran
Organisation: Bangkok Mass Transit Authority Enterprise Workers' Union (BMT), Thailand

Chailai Imsamran arbeitet als Busschaffnerin, seit sie 17 Jahre alt war. Sie ist seit zehn Jahren Gewerkschaftsmitglied und im Frauennetzwerk der BMT aktiv. Sie nimmt regelmäßig an dem von der ITF und dem niederländischen Gewerkschaftsdachverband FNV finanzierten Bildungsprojekt für Arbeitnehmerinnen in Asien teil.

Chailai, warum hast du dich zum Beitritt zur Gewerkschaft entschlossen?

Als ich vor elf Jahren anfing zu arbeiten, habe ich die Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt. Der Vorgesetzte begünstigte bestimmte Beschäftigte ganz offen gegenüber anderen. Ich bin beigetreten und habe angefangen, anderen Kolleginnen zu erzählen, welche Vorteile eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft bringt. Dann haben wir mit dem Aufbau eines Frauennetzwerks begonnen. Der Vorgesetzte versuchte, die Frauen vom Beitritt zur Gewerkschaft abzuhalten, aber ohne Erfolg!

Konnten die weiblichen Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen verbessern?

Ja. Bevor wir angefangen haben, uns zu organisieren, gab es z. B. keine Mutterschutzregelungen für die Mitarbeiterinnen. Jetzt haben Frauen Anspruch auf 90 Tage bezahlten Mutterschaftsurlaub, der ohne Bezahlung auf 120 Tage verlängert werden kann. Schwangere Kolleginnen werden außerdem zu leichteren Arbeiten eingeteilt. In der Gewerkschaft sähen wir auf nationaler Ebene gerne mehr Frauen im Vorstand.

Ich weiß, dass du dich in deinem Betrieb aktiv für die HIV/Aids-Problematik engagierst. Kannst du mir erklären, wie es kam, dass dieses Thema von deiner Gewerkschaft aufgegriffen wurde?

Die thailändische Regierung hat ein großes Aids-Programm aufgelegt. Meine Gewerkschaft beteiligte sich auf Anregung des Arbeitsministeriums und organisierte für die Beschäftigten Besuche bei Aids-Patienten im Krankenhaus. Wir versuchen, ein Bewusstsein für "Safe Sex" zu schaffen. Außerdem haben wir bei der Geschäftsleitung darauf gedrängt, sichere Arbeitsbedingungen für HIV-infizierte Beschäftigte zu garantieren, und wir arbeiten eng mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen, die sich für den Schutz der Arbeitnehmerrechte einsetzen.

Wie seid ihr an das Thema HIV/Aids herangegangen?

Wir haben im Namen aller neun der ITF angeschlossenen Gewerkschaften in Thailand eine Kampagne gestartet. Um das Bewusstsein zu schärfen, haben wir Schulungslehrgänge für Schulungskräfte organisiert. Gemeinsam mit anderen Organisationen haben wir darüber hinaus ein Memorandum erarbeitet, das HIV-infizierten Beschäftigten bestimmte Rechte garantieren soll. Das Memorandum besagt, dass die Regierung ein Gesetz zum Schutz der Rechte HIV-Infizierter verabschieden soll, dass HIV-Infizierte ein Recht auf Arbeit haben, und dass es den Unternehmen nicht gestattet sein sollte, bei ihren Beschäftigten auf einer Blutuntersuchung zu bestehen.

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ITF House, 49-60 Borough Road, London SE1 1DR  |  +44 20 7403 2733   |  mail@itf.org.uk
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