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Interview mit Doro Zinke

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Doro Zinke wurde 1999 zur Generalsekretärin der Europäischen Transportarbeiter-Föderation, des regionalen Organs der ITF, ernannt. Sie begann ihre gewerkschaftliche Laufbahn 1984, vier Jahre nach Abschluss ihres Studiums der Politik, Soziologie und osteuropäischen Geschichte. Doro arbeitete zunächst als Bildungsbeauftragte für die Gewerkschaft ÖTV und war anschließend im Bereich Mitgliederwerbung und Organisation im Kölner Raum tätig. 1990 übernahm sie einen Posten in der Stuttgarter ÖTV-Zentrale. 1996 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirks Nordrhein-Westfalen I der Gewerkschaft ÖTV ernannt.

Was siehst du als größte Herausforderung für die ETF in den nächsten zwölf Monaten?

Wir müssen uns zu einem Gewerkschaftsverband entwickeln - einem lebendigen, anpassungsfähigen Organismus, der neue Herausforderungen nicht scheut. Und wir müssen zu einer effizienteren Arbeitsweise finden!

Was würdest du am liebsten tun, um das Leben der Beschäftigten in der Verkehrswirtschaft zum Positiven zu verändern?

Ich würde gern ein intelligentes Schichtsystem einführen, das den Beschäftigten die Möglichkeit gibt, am privaten, kulturellen, politischen und natürlich auch gewerkschaftlichen Leben teilzunehmen und bei geregelten Arbeitszeiten genügend Geld zu verdienen. Und ich möchte erreichen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dafür kämpfen.

Werden es Verkehrsbeschäftigte deiner Meinung nach in 20 Jahren leichter haben und wenn ja, warum?

In den nächsten zehn Jahren wird sich die Situation sogar noch verschlechtern. Globalisierung und internationaler Wettbewerb fördern das Konkurrenzdenken auf regionaler, lokaler und Unternehmensebene - ja, sogar innerhalb der Gewerkschaften und zwischen ihnen. Es wird eine tiefe Kluft zwischen offiziellen Erklärungen und Alltagsarbeit geben. Wenn wir diese Kluft überwinden können, indem wir Visionen schaffen und realistische Wege aus der Misere finden, ist das Leben in 20 Jahren vielleicht lebenswerter.

Was war deine bislang größte Leistung?

Ich erinnere mich nicht an große Leistungen, lediglich an gute. Am meisten hat es mich immer gefreut, wenn die Menschen Selbstvertrauen entwickelt und unabhängig gearbeitet haben.

Wofür möchtest du in Erinnerung bleiben?

Für meinen Beitrag zum Aufbau einer leistungsfähigen Arbeitnehmerorganisation, die erkannt hat, wie wichtig permanente Veränderungen sind und auch danach handelt.

Was war die wichtigste Lektion, die dich das Leben gelehrt hat?

Als ich begann, mich selbst zu akzeptieren, half mir das, auch andere zu respektieren und mich für ihre Beweggründe und Werte zu interessieren - die vielleicht beste Einstellung, um eine Zusammenarbeit aufzubauen.

Welche Gewerkschafter bewunderst du am meisten?

Ich kann keinen bestimmten Namen nennen. Ich bewundere all die, die konsequent für ihre Sache eingetreten sind, sogar wenn sie dadurch gelitten haben.

Was ist deine schlechteste Angewohnheit?

Ich rauche. Außerdem muss ich manchmal über ganz große Tiere lachen - sogar während einer Sitzung.

Was ärgert dich an deinen Mitmenschen am meisten?

Dummheit!

Wo wirst du in zehn Jahren sein?

Frag mich in neun Jahren nochmal.

Hast du Phobien?

Ich habe Angst davor, in einem kleinen Raum eingesperrt zu sein.

Wie kommst du mit Druck zurecht?

In der Regel blendend. Das zeigt ja, dass die Menschen Erwartungen an mich stellen.

Dein Lieblingsbuch?

Ich bin eine Leseratte und habe deshalb viele Lieblingsbücher. Im Moment lese ich am liebsten die Harry-Potter-Bücher, außerdem viel Simenon, um mein Frazösisch zu verbessern. Mir gefallen ferner politische Romane, Bücher über die Geschichte der Länder, in die ich reise, über Filme und ihre Regisseure und Liederbücher, nach denen ich heimlich singe. Ich habe die Mae- West-Autobiografie "I'm no Angel" gern gelesen. Und dem, der etwas über Wirtschaft erfahren will, empfehle ich Paul Matticks "Marx und Keynes".

Was ist deine Lieblings-Website?

Die ETF-Homepage in vier Jahren.

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