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ITF verstärkt ihren Protest gegen die Regierung Costa Ricas
26 Februar 2010
Die ITF hat ihre Mitgliedsorganisationen im Zusammenhang mit der offensichtlich vorsätzlichen Zerschlagung einer rechtmäßigen Hafengewerkschaft durch die Regierung Costa Ricas zu legalen Solidaritätsaktionen aufgerufen.
Anlass für den Appell ist das offensichtlich illegale und verfassungswidrige Vorgehen der Regierung gegen die der ITF angeschlossene Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores de JAPDEVA (SINTRAJAP). Die ITF fordert die ihr angeschlossenen Gewerkschaften dazu auf, mit legalen Protestmaßnahmen ein klares Signal an die costa-ricanische Regierung auszusenden. Diese will die Gewerkschaft aus dem Weg räumen, um die zügige Privatisierung der Häfen voranzutreiben.
Anfang Februar 2010 berichtete die ITF über gegen die Gewerkschaft gerichtete Vorstöße der Regierung, u. a. Versuche, Mitglieder der SINTRAJAP mit Geld zum Austritt aus der Gewerkschaft zu bewegen. Dies ist nur ein Beispiel für eine ganze Reihe gewerkschaftsfeindlicher Regierungsmaßnahmen der letzten Jahre mit dem Ziel, den gewerkschaftlichen Widerstand gegen das Privatisierungsprogramm zu brechen.
Der jüngste Angriff gegen die SINTRAJAP stellt jedoch einen neuen Gipfel der Skrupellosigkeit dar. Am 24. Februar wurden zwei aktive Gewerkschaftsmitglieder verhaftet. Tags darauf versuchte die Regierung Berichten zufolge mit Unterstützung der Polizei, den Vorstand der Gewerkschaft auszuschalten, was jedoch von 140 Beschäftigten abgewehrt wurde, die den Hafenzugang blockierten. Als Zeichen der Solidarität mit ihrer Gewerkschaft beteiligten sich die Hafenbeschäftigten darüber hinaus an kontinuierlichen Arbeitsniederlegungen.
Die neu gewählte Präsidentin Laura Chinchilla, die am 1. Mai 2010 ihr Amt antreten wird, wird vermutlich die von ihrem Amtsvorgänger und Parteigenossen Oscar Arias vorgelegten Vorschläge weiterverfolgen.
Der ITF-Regionalsekretär für Interamerika Antonio Rodriguez Fritz berichtete: "Die Regierung von Costa Rica setzt alles daran, die Gewerkschaft aufzulösen, den Hafen zu privatisieren und die Beschäftigten zu feuern. Ohne internationale Hilfe besteht die sehr reelle Gefahr, dass eine rechtmäßige Gewerkschaft um des kurzfristigen politischen Vorteils und des schnellen Geldes willen zerschlagen wird. Leider haben wir bereits Erfahrungen mit solchen Regierungsübergriffen. Im Hafen von Caldera griff die Regierung zu ähnlichen Maßnahmen, die zeigen, dass es ihr letzten Endes nicht nur darum geht, die Gewerkschaft zu zerstören und den Hafenbetrieb unter 'besonderen' Umständen an Privatunternehmen zu übertragen, sondern auch die Bedingungen der Hafenbeschäftigten drastisch einzuschränken. Tragischerweise haben 33 der ehemaligen Beschäftigten in den letzten vier Jahren Selbstmord begangen. Wir müssen mit allen Kräften verhindern, dass sich solche Vorfälle in den Häfen von Limón und Moin wiederholen."
Weitere Informationen unter: http://www.itfglobal.org/solidarity/sintrajap.cfm
Unter der folgenden Adresse kann ein Protestschreiben abgesendet werden: www.itfglobal.org/solidarity/sintrajap.cfm/letter/45/
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