Laschen ist Sache der Hafenbeschäftigten

Werdet aktiv, um dafür zu sorgen, dass Laschtätigkeiten in Europa nur von Hafenbeschäftigten durchgeführt werden dürfen.

Leben werden gefährdet und Hafenbeschäftigte leiden, nur weil Arbeitgeber noch immer versuchen, Seeleute zur Übernahme des Verzurrens und Losmachens von Ladung zwingen wollen.

Wie alle Hafenbeschäftigten wissen, ist das Sichern von Ladung eine gefährliche Angelegenheit. Wird sie von nicht dazu ausgebildeten Personen durchgeführt, drohen Verletzungen oder sogar Todesfälle. Trotzdem erhält die ITF immer wieder Berichte über solche Vorfälle, da Hafenbetreiber der Auffassung sind, sie könnten den Hafenbetrieb beschleunigen und Geld sparen, indem sie keine Hafenbeschäftigten mit den Tätigkeiten betrauen.

Gemäß ITF-Kollektivvertrag, Artikel 3, sind "das Verzurren und Losmachen von Ladung Sache der Hafenbeschäftigen. Die Besatzung sollte nicht mit dieser Arbeit betraut werden, sofern die der ITF angeschlossene Hafengewerkschaft vor Ort nicht vorher die Zustimmung dazu gegeben hat." Unternehmen, Kapitäne oder Offiziere, die Seeleute auffordern, Verzurr- und Losmacharbeiten durchzuführen, ohne dass eine schriftliche Genehmigung dafür vorliegt, verstoßen gegen diesen Vertrag.

Für Hafenbeschäftigte: Sprecht mit eurer Gewerkschaft, was ihr tun könnt, um die Laschenkampagne an eurem Standort zu unterstützen.

Informiert euch über die neuesten Entwicklungen auf der Facebook-Seite der ITF-Hafenbeschäftigten und folgt der ITF auf Twitter unter @ITFglobalunion #ITFdockers 

Verteilt dieses Flugblatt (in englischer Sprache), um die Informationen zu verbreiten. Das Flugblatt ist auch auf Russisch und Tagalog erhältlich.

Für den Workshop zur Laschenkampagne am 18. Januar 2017 in Rotterdam (Niederlande) kann zudem dieses Info-Blatt in holländischer Sprache heruntergeladen werden.

Für Seeleute: Schickt Einzelheiten per E-Mail an ReclaimLashing@itf.org.uk, wenn man euch bittet, Tätigkeiten im Ladungsumschlag zu übernehmen, die im Widerspruch zum ITF-Kollektivvertrag stehen. Gebt den Namen des Schiffs und den Standort an. Wir informieren euren Arbeitgeber nicht über die Meldung und behandeln eure Angaben vertraulich.

 


Neues von der Laschenkampagne

FORTSCHRITTE IN DER LASCHENKAMPAGNE – HAFENVERORDNUNG VERABSCHIEDET

Erstes Seminar zum Thema Laschen bei FNV Havens

Am Mittwoch, den 18. Januar 2017 trafen Hafenbeschäftigte und führende Vertreter/innen von Hafengewerkschaften aus den gesamten Niederlanden in Rotterdam zusammen, um den Startschuss zu einer nationalen Kampagne unter dem Dach der ITF/ETF-Laschenkampagne zu geben, die sich gegen die Durchführung von Laschtätigkeiten durch Seeleute wendet. Die Teilnehmer/innen des gut besuchten Seminars stellten sich rückhaltlos hinter das Anliegen der Kampagne, insbesondere das Ziel, auf politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Ebene dafür zu kämpfen, in allen Häfen Laschtätigkeiten in den Händen von Hafenbeschäftigten zu belassen. Die Vorträge von Terje Samuelsen-Fenn vom Norsk Transportarbeiderforbund (NTF), Vorsitzender der ETF-Sektion Häfen, Torben Seebold von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), stellvertretender Vorsitzender der Sektion Häfen bei ETF und ITF, sowie den ITF-Inspektoren und ITF/ETF-Vertretern Niek Stam und Ed van der Hoek von FNV Havens wurden mit großem Interesse verfolgt. Darüber hinaus wurden erste Pläne zur Entwicklung der Kampagne in den Niederlanden sowie zur engen Zusammenarbeit mit Hafenbeschäftigten in anderen Ländern entwickelt, die mit demselben Problem konfrontiert sind.

Niek Stam, der Vorsitzende der FNV Havens, erklärte: "Ich bin hochzufrieden mit der heutigen Veranstaltung. Es sind einige gute Ideen entwickelt worden, und wir haben erste Ansatzpunkte, um mit der Umsetzung der Kampagne zu beginnen. Die Botschaft an Hafenbeschäftigte lautet: Lasst uns starke Netzwerke von Laschern, Hafenbeschäftigten und Arbeitgebern in den Terminals aufbauen und allseits klarstellen, dass wir für unsere Arbeitsplätze kämpfen."

In den kommenden Monaten sind weitere Workshops in anderen europäischen Ländern geplant, u. a. in Schweden, um die Vorbereitungen der Gewerkschaften für eine starke und erfolgreiche Kampagne zu unterstützen. Weitere Informationen unter: www.reclaimlashing.org

 

Treffen zwischen ETF, ITF und Unifeeder

Nach einer gut besuchten Kundgebung vor dem Hauptsitz von Unifeeder im Dezember letzten Jahres trafen Delegierte von 3F (Dänemark), ver.di (Deutschland) sowie ETF und ITF in Kopenhagen mit Vertreter/innen von Unifeeder zusammen.

Zum Abschluss des Treffens erklärte Torben Seebold, stellvertretender Vorsitzender der Sektion Häfen bei ETF und ITF: "Wir haben unsere Positionen ausgetauscht, die nach wie vor ziemlich weit auseinanderklaffen. Wir haben den Eindruck, dass Unifeeder vor allem betonen wollte, dass sie als Charterer keine direkte Vertragsbeziehungen zu den Seeleuten oder ihren Gewerkschaften haben, und sich unsere Kampagne deshalb gegen andere Akteure in der Kette richten solle. Für uns sind alle beteiligten Parteien für den Druck zur Kostenreduzierung und somit zur Selbstabfertigung mitverantwortlich. Aus diesem Grund suchen wir zuallererst den Dialog mit jedem einzelnen Akteur in der Kette." Er zog das Fazit: "Wir haben zur Kenntnis genommen, das Unifeeder für einen möglichen Dialog zur Verfügung steht, an dem auch andere Parteien beteiligt sind. Einstweilen setzen wir unsere industrielle und politische Kampagne fort und sind entschlossen, die von unseren Mitgliedern gewünschten Ergebnisse zu erreichen."

 

EU-Rat verabschiedet Hafenverordnung

Am 23. Januar verabschiedete der Europäische Rat die Hafenverordnung und brachte damit einen über dreieinhalbjährigen Prozess zum Abschluss.

"Wir nehmen diese Schlussabstimmung zum Anlass, unsere Positionen zur Verordung und zur Hafenpolitik der EU im Allgemeinen, zu bekräftigen, die wir bereits nach der Parlamentsabstimmung im Dezember zum Ausdruck gebracht haben," so der Vorsitzende der ETF-Sektion Häfen Terje Samuelsen-Fenn. "Insbesondere unterstützen wir die von Deutschland, Polen, Belgien und Frankreich vor der Abstimmung vorgebrachten Erklärungen, die Kohärenz zwischen der Verordnung und anderen Rechtsvorschriften, insbesondere der Überarbeitung der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), forderten," erklärte er.

Die Abstimmung des Rates war der letzte Schritt des Rechtsetzungsverfahrens. Die Verordnung soll Mitte Februar vom Rat und dem Parlament unterzeichnet und wenige Wochen später im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden. 20 Tage nach seiner Veröffentlichung wird es in Kraft treten.


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