ITF fordert auf OECD-Sitzung stärkere Rechenschaftspflicht für Unternehmen

Mit einer klaren Haltung hat sich die ITF an einer Diskussion am runden Tisch des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses (TUAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris (Frankreich) beteiligt. Im Mittelpunkt stand die Rolle von Due Diligence, sozialem Dialog und unternehmerischer Rechenschaftspflicht.

Die OECD spielt über ihre Leitsätze für multinationale Unternehmen und Due-Diligence-Richtlinien international eine wichtige Rolle bei der Festsetzung von Normen und Leitlinien für verantwortungsbewusste Unternehmensführung. Von den in den Mitgliedstaaten ansässigen Unternehmen wird eine Einhaltung dieser Normen und Richtlinien erwartet.

Fast alle globalen Gewerkschaftsverbände unterstützten die Eingabe von Beschwerden angeschlossener nationaler Gewerkschaften im Rahmen des OECD-Prozesses, wenngleich die Ergebnisse von Fall zu Fall unterschiedlich ausfielen. Trotzdem erwiesen sich die Richtlinien als nützliches Werkzeug für die Gewerkschaften im Falle eines gescheiterten sozialen Dialogs.

Der stellvertretende ITF-Generalsekretär Rob Johnston erklärte während seiner Teilnahme am runden Tisch: "Wir begrüßen die bisherige Arbeit der OECD, doch müssen wir noch mehr tun. Erforderlich ist eine Stärkung des Gesellschaftsvertrags. Und die OECD muss dabei eine entscheidende Rolle spielen."

In den neuesten Due-Diligence-Richtlinien der OECD wird die Schlüsselrolle des sozialen Dialogs in allen Phasen und auf allen Ebenen anerkannt. Die ITF stimmt dem zu, doch die Realität sieht in vielen Lieferketten ganz anders aus, denn die Bedenken der Gewerkschaften werden oft ignoriert oder zurückgewiesen. In solchen Fällen kann die nationale OECD-Kontaktstelle eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Beteiligten zusammenzubringen, um Lösungen zu finden.

Wie die Erfahrungen der ITF gezeigt haben, können globale Kollektivverträge sehr wirkungsvolle Formen der Due Diligence sein. Due Diligence kann auch den Weg für einen besseren sozialen Dialog bereiten. Derzeit untersucht die ITF in Zusammenarbeit mit einem multinationalen Unternehmen, wie sich das in einer wichtigen Lieferkette realisieren lässt.

Die ITF versteht unter Due Diligence im Verkehrswesen die vollständige Einbindung der Gewerkschaften. Entsprechend basiert das Due-Diligence-Modell der ITF in der Lieferkette auf drei Komponenten:

  1. Übernahme von Mindeststandards und -grundsätzen in die Ausschreibungsverfahren
  2. Überwachung der Einhaltung durch Beschäftigte über die Gewerkschaften
  3. Korrekturen mit dem Ziel der Vermeidung einer Nichteinhaltung mittels einer Reihe von Maßnahmen, die angemessen umgesetzt werden, um die Beschäftigung und soziale Sicherungsmaßnahmen zu schützen.

Eine Übernahme des ITF-Ansatzes in künftige OECD-Arbeitsprogramme kann die Einhaltung von Due Diligence bei den Menschenrechten über eine sinnvolle Einbindung der Beschäftigten und Gewerkschaften nur verbessern und den sozialen Dialog auf globaler Ebene weiter fördern.

 

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