Fairer Deal für Ryanair-Beschäftigte in Deutschland: ITF und ETF verzeichnen einen wichtigen Erfolg

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat bekanntgegeben, dass sie von Ryanair als Interessensvertretung des gesamten Kabinenpersonals in Deutschland anerkannt worden ist. ITF-Generalsekretär Stephen Cotton hat auf die Nachricht reagiert:

"Ich beglückwünsche unsere Mitgliedsgewerkschaft ver.di für die Anerkennung durch Ryanair. Sie ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Verbesserung der Bezahlungs- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in Deutschland.

Die ITF und die ETF haben sich zusammen mit ihren angeschlossenen Luftverkehrsgewerkschaften in Europa und Nordafrika für einen fairen Vertrag für die Ryanair-Beschäftigen eingesetzt. Erst vor zwei Wochen kamen Vertreter/innen des Kabinenpersonals in Dublin (Irland) zum ersten Ryanair-Kabinenpersonalsgipfel zusammen und erarbeiteten eine Charta für Ryanair-Besatzungen, in denen die Forderungen klar formuliert wurden.

Die von ver.di durchgesetzte Anerkennung ist eine weitere Etappe auf dem Weg zu einem besseren Unternehmen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Vereinbarung deutschem und nicht irischem oder britischem Recht unterliegt. Damit wird ein wichtiger Präzedenzfall geschaffen, wonach in jedem Land, in dem die Fluglinie vertreten ist, nationales Recht und nationale Rechtsprechung gelten. Das war von Anfang der Kampagne an eine Kernforderung der Beschäftigten und Gewerkschaften.

Die Anerkennung ist allerdings erst der Anfang. Das für seine geringen Gehälter und drakonischen Verkaufsziele bekannte Unternehmen hat noch einen langen Weg vor sich, bis es als fairer Arbeitgeber bezeichnet werden kann. Vor allem in einer Woche, in der Ryanair die Verträge eilends unterzeichnet hat, um Arbeitskampfmaßnahmen zu vermeiden, muss das Unternehmen beweisen, dass eine Anerkennung mehr ist als nur Worte auf Papier, und konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten liefern.

Zwar hat Ryanair vielversprechende Anerkennungsvereinbarungen mit ver.di in Deutschland und der Gewerkschaft Unite in Großbritannien unterzeichnet, doch in anderen Ländern besteht noch viel Handlungsbedarf. Deshalb mussten sich unsere Mitgliedsorganisationen in Belgien, Irland, Italien und Spanien mit Streikaktionen Gehör verschaffen. Die Kampagne ist erst vorbei, wenn Ryanair-Beschäftigte im gesamten Netzwerk einen fairen Deal durchgesetzt haben."

 

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare