Neues ITF-Toolkit zum Thema Kriminalisierung von Seeleuten

Mit einem neuen Toolkit will die ITF den ihr angeschlossenen Seeleutegewerkschaften helfen, ihre Regierungen zur Umsetzung internationaler Richtlinien zu bewegen, um die ungerechte Behandlung von Seeleuten nach Unfällen und Meeresverschmutzungen zu verhindern.

Das Toolkit beleuchtet Fälle, in denen Seeleute zum Sündenbock für Schiffsunglücke und Verschmutzung gemacht wurden, die durch Umstände jenseits ihrer Kontrolle verursacht wurden. Seeleute beklagen sich häufig über fehlende Rechtsvertretung und Dolmetschdienste.

Die ITF will eine breitere Förderung und Durchsetzung der von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) im Jahr 2006 verabschiedeten Leitlinien für die faire Behandlung von Seeleuten im Falle eines Unfalls auf hoher See erreichen. 

Das Toolkit enthält desweiteren:

  • ein Musterschreiben für die Lobbyarbeit der Gewerkschaften bei ihren nationalen Regierungen;
  • ein Musterschreiben an Reeder mit der Bitte um Unterstützung bei Gesprächen mit nationalen Regierungen;
  • Informationen und Erläuterungen zu den Leitlinien für faire Behandlung und dem Code für die Untersuchung von Unfällen und Vorkommnissen auf See, der verbindliche Schutzvorschriften für Seeleute enthält, von denen die Erbringung von Nachweisen verlangt wird.

Darüber hinaus will die ITF erreichen, dass alle Länder Gesetze verabschieden, die Seeleute bei der Untersuchung von Unfällen auf See zur Zusammenarbeit verpflichten, aber die vertrauliche und anonyme Behandlung ihrer Informationen vorschreiben, sodass Seeleute aussagen können, ohne ungerechtfertigte Anklagen gegen ihre eigene Person befürchten zu müssen.

Dazu die ITF-Koordinatorin für maritime Industrien Jacqueline Smith: "Kriminalisierung ist für Seeleute ein sehr ernstes Problem. Nur allzu oft werden sie verhaftet und des Zugangs zu allen normalen Regeln des Fairplay und der Gerechtigkeit beraubt, mit denen sie sich vor strafrechtlichen Klagen schützen könnten."

"Seeleute haben das Recht, ihrer Arbeit ohne Angst vor ungerechter Behandlung, oder – schlimmer noch – vor einer Verhaftung ohne Zugang zu Rechtsmitteln und gerechter Vertretung nachzugehen."

"Wir empfehlen unseren Mitgliedsorganisationen dringend, das neue Toolkit zu nutzen, sowohl um ihre Regierungen unter Druck zu setzen, die Richtlinien einzuhalten und durchzusetzen, als auch, um Seeleute über ihre Rechte aufzuklären."

Hier kann das ITF-Toolkit zur Kriminalisierung von Seeleuten heruntergeladen werden. Es ist auch auf Spanisch, Französisch, Russisch und Arabisch erhältlich.

 

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare