Weibliche Beschäftigte in männerdominierten Branchen – Thema einer Frauenkonferenz in Australien

Die ITF hat in Australien an einer Konferenz unter der Überschrift "WIMDOI – women in male dominated occupations and industries" (Frauen in männerdominierten Berufen und Branchen) teilgenommen, auf der über Instrumente und Strategien diskutiert wurde, die für den Aufbau stärkerer Kampagnen und die Organisierung weiblicher Beschäftigter in solchen Bereichen erforderlich sind.

Die Konferenz findet seit 22 Jahren im Zwei-Jahres-Turnus statt, und die diesjährige vom 21. bis 23. November 2017 in Brisbane war die bislang größte.

Über 130 Frauen aus Australien und Neuseeland waren dabei, darunter Feuerwehrfrauen, Sanitäterinnen, Elektrikerinnen und Installateurinnen sowie Beschäftigte aus den Sektoren Seeschifffahrt, Straßentransport, Eisenbahn, Forstwirtschaft, Baugewerbe, Fleischwirtschaft und Fertigungsindustrie.

Die in der Rail, Tram and Bus Industry Union (RTBU) organisierte Lokführerin Renée Thomasson erklärte: "Genderbedingte Einschränkungen in männerdominierten Branchen und der Erwartungsdruck auf Frauen, sich Männern anzupassen, hindern Frauen in meinem Betrieb immer noch stark daran, einander zu akzeptieren und miteinander solidarisch zu sein."

"Mir hat die Teilnahme an der WIMDOI-Konferenz sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Es war begeisternd mitzuerleben, wie Frauen einander unterstützen, und mir wurden Techniken und Informationen vermittelt, die ich in meinem Betrieb anderen Frauen weitergeben kann."

Hier eine Solidaritätserklärung der Teilnehmerinnen mit der libyschen Spitzengewerkschafterin Nermin Al-Sharif.

Die Teilnehmerinnen schilderten ihre Kampagnenerfahrungen und sprachen über Themen wie Ausbildung und Weiterqualifizierung, Geschlechterungerechtigkeit, Renten und wirtschaftliche Aspekte. Sie tauschten sich über gewerkschaftliche Genderstrategien aus, u. a. im Hinblick auf die Rechte der Frauen am Arbeitsplatz, und erörterten Methoden zur Entwicklung des Selbstvertrauens und Einflusses von Frauen in überwiegend von Männern beherrschten Gewerkschaften und Betrieben. Auch die Kampagne We Won't Wait und gleicher Zugang zu Toiletten waren Thema der Diskussionen.

Die ITF-Koordinatorin für Frauenfragen Jodi Evans erklärte, diese Veranstaltung gebe vielen Frauen die einzigartige Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und Lösungen für gemeinsame Probleme zu finden. Sie mache ihnen deutlich, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen und die ITF-Familie Frauen in männerdominierten Berufen durch die Entwicklung eines zielgerichteten Programms und die Bekämpfung von geschlechtsspezifischer beruflicher Segregation unterstützt.

Die WIMDOI-Konferenz wird von einem Ausschuss aus sieben Frauen organisiert, darunter Mich-Elle Myers (ITF-Frauenvertreterin der Region Asien/Pazifik und nationale Beauftragte der Maritime Union of Australia), und einer Vertreterin der ITF-Gewerkschaft RTBU.

Die Teilnehmerinnen der Konferenz beteiligten sich ferner an den folgenden Aktionen:

    • eine Demonstration im Vorfeld der Wahlen im Bundesstaat Queensland am 25. November
    • eine Kundgebung zur Unterstützung der 1.000 Hafenbeschäftigten, die von ICTSI entlassen wurden.

Hier weitere Informationen über das Engagement der ITF bei dem Hafenunternehmen ICTSI.

 

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