women seafarer health
L.-R. Natalie Shaw, Olivia Swift, Tim Carter, Ilona Denisenko und Jacqueline Smith auf der Infoveranstaltung

Gesundheit und soziales Wohlbefinden weiblicher Seeleute: Eine Erhebung zeigt die wichtigsten Probleme auf

Gelenkschmerzen und Stress sind die vorrangigen Gesundheitsprobleme weiblicher Seeleute, so die Bekanntgabe auf einer hochrangig besetzten Informationsveranstaltung am 17. September 2015, an der über 40 Vertreter/innen von sozialen Betreuungsorganisationen und Gewerkschaften aus dem maritimen Sektor teilnahmen.

Die Information entstammt dem Bericht über eine Erhebung zur Gesundheit weiblicher Seeleute, die auf eine gemeinsame Initiative der ITF, des International Seafarers' Welfare and Assistance Network (ISWAN), der International Maritime Health Association (IMHA) und der Seafarers Hospital Society (SHS) zurückging.

Zahlreiche weibliche Seeleute beanstandeten ferner fehlende Hygieneabfallbehälter an Bord von Schiffen, woraufhin die Vertreterin der Internationalen Schifffahrtskammer (International Chamber of Shipping – ICS) zusagte, die ihrer Organisation angeschlossenen Unternehmen zur Bereitstellung geeigneter sanitärer Anlagen aufzufordern.
 
Fast die Hälfte der befragten Frauen gaben Gelenk- bzw. Rückenschmerzen sowie Stress, Depressionen und Angstzustände als die zwei primären gesundheitlichen Problembereiche an. Die Umfrage ergab, dass fehlende Vertraulichkeit das größte Hindernis für den Zugang weiblicher Seeleute zu gesundheitlicher Versorgung auf See darstellt. Über die Hälfte der Befragten würden routinemäßige Gesundheitschecks begrüßen.
 
Dazu die ITF-Koordinatorin für maritime Industrien Jacqueline Smith: "Diese Erhebung macht deutlich, dass der berufliche Alltag von Frauen auf See bisher relativ wenig erforscht wurde. Sie trägt dazu bei, einige dieser Lücken zu füllen und dokumentiert die Notwendigkeit eines besseren Verständnisses der Möglichkeiten, wie wir die Bedingungen an Bord verbessern können, um Berufe zur See für Frauen attraktiver zu machen."

"Insbesondere begrüßen wir die Tatsache, dass die Erhebung relativ kostengünstige und leicht umzusetzende Verbesserungen aufzeigt, die zu einer solchen Veränderung beitragen können: Vertraulichkeit, ein Fokus auf dem Thema Stress und bessere Gesundheitsaufklärung."
 
Tim Carter vom Norwegischen Zentrum für Maritime Medizin und leitender medizinischer Berater der britischen Maritime and Coastguard Agency führte den Vorsitz der Sitzung. Weitere Redner/innen waren Olivia Swift von Goldsmiths/Royal Holloway, die IMHA-Präsidentin Ilona Denisenko und Natalie Shaw, die Leiterin der Abteilung Beschäftigungsfragen der ICS.
 
Etwa 1 bis 2 Prozent der Seeleute weltweit sind Frauen, die auf etwa 87.000 Schiffen, hauptsächlich im Kreuzfahrtsektor tätig sind.
 
Hier der Bericht von der Erhebung.

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare