Wohin fließen deine Rentenbeiträge? Informationen zum Thema Arbeitnehmerkapital

In dieser Woche trafen Mitglieder des Ausschusses Arbeitnehmerkapital am Sitz der ITF in London (Großbritannien) zusammen. Der Ausschuss ist eine gemeinsame Initiative des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses (TUAC) bei der OECD und der globalen Gewerkschaftsverbände.

Warum sind dieser Ausschuss und seine Tätigkeit wichtig für dich?

In vielen Ländern der Welt beteiligen sich Arbeitnehmer/innen zusätzlich zu den staatlichen Vorsorgeplänen an betrieblichen Altersvorsorgeprogrammen, die durch den Aufbau von Kapitalpools zur Absicherung des Einkommens im Alter beitragen. Das Geld aus den Rentenfonds, in die die Beschäftigten in diesen Ländern einzahlen, nennt man Arbeitnehmerkapital. Es ist dein Geld, das von deinem Lohn bzw. Gehalt abgezogen wird. Dieses Geld wird dann angelegt. An diesem Punkt kommt der Ausschuss Arbeitnehmerkapital ins Spiel.

Die Pensionsfonds der Arbeitnehmer/innen entsprechen 84 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), das sind 32 Billionen US-Dollar. Der Ausschuss Arbeitnehmerkapital engagiert sich für den Dialog zwischen Gewerkschaften und den Treuhändern der Pensionsfonds, die Einfluss darauf haben, wie diese riesige Geldsumme angelegt wird.

Die Gewerkschaften wollen, dass das Geld für die Förderung menschenwürdiger Arbeit, eine nachhaltige Zukunft und eine sichere Altersversorgung investiert wird. Aufgrund der enormen Summe ihres Geldes, die in Infrastrukturprojekte und globale Geschäfte fließt, haben die Beschäftigten die Macht zu fordern, dass die betreffenden Organisationen höchsten Sozial- und Umweltnormen unterliegen. Da das Arbeitnehmerkapital eines Landes häufig in Unternehmen investiert wird, die Arbeitskräfte in anderen Ländern beschäftigen, müssen die Gewerkschaften auf globaler Ebene zusammenarbeiten.  

Das Arbeitnehmerkapital gab vor wenigen Monaten den Anstoß für die Forderung von Aktionär/innen von National Express nach einer unabhängigen Prüfung der der US-amerikanischen National-Express-Tochter Durham School Services. Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter/innen gingen zur Jahreshauptversammlung von National Express und schilderten dort die gewerkschaftsfeindlichen Praktiken von Durham. Etwa ein Viertel der unabhängigen Aktionär/innen unterstützten die Forderung nach einer Untersuchung von Beschwerden über Anti-Gewerkschafts-Maßnahmen bei Durham. Das war ein Rekordergebnis für eine Abstimmung über Arbeitnehmeranliegen bei einer britischen Aktiengesellschaft. Hier ein ausführlicher Bericht >>

Dieser Film zeigt, welche Macht dein Geld hat:

 

 

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