Das Frauennetzwerk wächst
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Das ITF-Netzwerkprojekt für weibliche Beschäftigte in der afrikanischen Verkehrswirtschaft wurde nach Ansicht der ITF-Frauenbeauftragten Sarah Finke gerade zur rechten Zeit gestartet
Das Projekt für den Aufbau von Frauennetzwerken lief im südlichen Afrika, in Ostafrika und im französischsprachigen Afrika drei Jahre lang mit außergewöhnlichem Erfolg. Auf einem abschließenden Auswertungsseminar im Dezember 2001 in Nairobi zogen die an der Initiative beteiligten Frauen eine überaus positive Bilanz.
„Die Netzwerkarbeit der Frauen war besser als die der Männer. Erst als wir die männlichen Gewerkschaftsspitzen in den einzelnen ITF-Gewerkschaften bloßstellten, begannen sie miteinander zu sprechen,” erklärte eine Teilnehmerin.
„Wir gründeten unsere eigenen subregionalen Frauenausschüsse, die nicht über das Projekt finanziert wurden,” meinte eine andere.
Und eine dritte fügte hinzu: „Die Frauen aus den verschiedenen Ländern begannen viel mehr Verständnis füreinander zu zeigen. Mit dem Projekt wurde die Solidarität gefördert und die Fremdenfeindlichkeit bekämpft.”
48 Gewerkschaften aus 17 Ländern beteiligten sich an dem Programm. 38 davon vermeldeten mehr Frauenaktivitäten und einen Anstieg der Zahl weiblicher Mitglieder. Die Initiative hatte außerdem zur Folge, dass alle Gewerkschaften Kontaktleute für das Netzwerk abstellten und sich innerhalb der Länder die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften stark verbesserte.
In den französischsprachigen Ländern Westafrikas gibt es mittlerweile ein subregionales Netzwerk für Frauen. Sämtliche nationalen Koordinatorinnen und Koordinatoren haben sich bereits unabhängig zu Sitzungen getroffen, die nicht im Rahmen des Projekts finanziert wurden, und einen Aktionsplan erarbeitet. Solche Netzwerke zwischen Frauen aus verschiedenen Ländern sind eine Grundlage für die Umsetzung des ITF-Programms „Solidarität globalisieren”. Ein Hauptproblem der afrikanischen Frauen ist allerdings der Zugang zu Kommunikationsmitteln.
Mittlerweile haben viele afrikanische Verkehrsgewerkschaften klare politische Programme zur Anwerbung von Frauen und Strategien zur Lösung von Gleichstellungsproblemen formuliert. Sie haben Strukturen geschaffen, innerhalb derer man sich mit Frauen- und Gleichstellungsfragen befasst. Und sie können auf weibliche Mitglieder bauen, die aufgrund ihrer Ausbildung und Einbindung in ITF-Aktivitäten bei internationalen Kampagnen und der Anwerbung von Mitgliedern unverzichtbar geworden sind.
Warum war das Projekt so erfolgreich? Von vorrangiger Bedeutung waren die für die subregionalen Seminare entwickelten Materialien und Methoden, die anschließend auf nationaler Ebene Verwendung fanden. Ziel der Seminare war es, die aktive Beteiligung zu fördern und wesentliches Know-how zu vermitteln.
Auch die männlichen Gewerkschaftsspitzen begannen das Projekt politisch zu unterstützen, sodass die Frauen ihre eigenen Programme organisieren konnten. Wenn die Zustimmung der Führungsriege fehlt, sind bei solchen Initiativen Fortschritte manchmal sehr schwer zu erzielen. Doch wir hatten ihre Unterstützung.
Am wichtigsten aber war vermutlich die Bereitschaft und der Wille der afrikanischen Frauen zu internationaler Solidarität. Wir haben genau den richtigen Zeitpunkt erwischt, und ich war beeindruckt von dem Interesse und Engagement der Projektteilnehmerinnen, denn es zeigt, dass ein echter, aktueller Bedarf an einem solchen Projekt bestand.
Die Zusammenarbeit mit dem ausgezeichneten Koordinator/innen-Team, das das Projekt umsetzte, war ein echtes Privileg. Ich bin stolz, dass das Projektziel, die Stärkung der Beteiligung von Frauen an der Arbeit der ITF-Gewerkschaften in Afrika, erreicht wurde.