Forum: Gewalt am Arbeitsplatz

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محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 14 / Januar 2004 > Forum


Rio ist in der ganzen Welt bekannt für seine Gewalt. Sie macht auch vor den Bahnen nicht Halt, auch wenn die Zahl von Gewalttaten in den vergangenen Jahren dank der neuen Präventionsmaßnahmen der Bahngesellschaft mindestens um die Hälfte zurückgegangen ist. Die Beschäftigten werden im Umgang mit Gewalt geschult. Sie können mit allen möglichen Situationen konfrontiert werden, von streitenden Ehepaaren bis hin zu Fahrgästen, die von Kugeln getroffen werden, wenn der Zug durch Gegenden fährt, wo Drogendealer sich Schießereien mit der Polizei oder miteinander liefern. Ich kann mich erinnern, dass ein Beschäftigter einmal auf diese Weise verletzt wurde.
Ideraldo Gonçalves, Generalsekretär , STEFRJ, Brasilien

In Kolumbien wurden in der Zeit von Januar bis Mai 2003 29 Gewerkschafter/innen ermordet, 99 wurden mit dem Tode bedroht und 12 wurden bei gewalttätigen Angriffen verletzt. Diese abschreckenden Zahlen führen dazu, dass die Beschäftigten nicht in Gewerkschaften eintreten. Der größte Gewerkschaftsdachverband des Landes (CUT) hat z. B. nur 800.000 Mitglieder, bei einer Gesamtzahl von 18 Millionen Erwerbstätigen und einer Bevölkerung von ungefähr 43 Millionen Menschen.
Miguel Sanchez, UNIMPESCOL, Kolumbien

In Finnland haben wir im öffentlichen Personennahverkehr insbesondere Probleme mit dem Nachtbussystem. Am Wochenende fahren die Busse in Helsinki die ganze Nacht durch. Das Busunternehmen Connex wagt es nach eigenen Angaben nicht, in den Nachtschichten Fahrpersonal aus außereuropäischen Ländern einzusetzen, da diese Menschen eine beliebte Zielgruppe für Schläge oder Messerattacken sind. Dasselbe gilt für die weiblichen Beschäftigten des Unternehmens, die wegen der Gefahren ebenfalls nicht zu den Nachtfahrten am Wochenende eingeteilt werden.
Rainer Heino, ERTO, Finnland

Wegen des Stellenabbaus beim Zugbegleitpersonal in Slowenien kümmern sich die Arbeitgeber immer weniger um die Sicherheitsbestimmungen. Die Züge sind voll, die Schaffner/innen überlastet. Die Zahl der Diebstähle nimmt zu und immer häufiger wird das Personal in Reisezügen bedroht. Die Gewerkschaft meldet den Arbeitgebern ständig Fälle, aber diese bleiben oft untätig. Und wenn sie doch etwas tun, reagiert die Polizei nicht so wie sie sollte.
Peter Verlic, SZS, Slowenien

In Kenia hat die Gewerkschaft das Problem der Gewalt unter den Beschäftigten im Kollektivvertrag geregelt. In Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung wollten wir das Übel mit Hilfe von Bildungsmaßnahmen an der Wurzel packen, und das ist auch gelungen. Die Gewalt unter den Beschäftigten hat aufgehört. Die Unternehmensleitung hat auch unseren Ratschlag befolgt, dass das Personal bei Nacht nicht alleine Dienst tun soll und setzt nachts jetzt immer mindestens zwei Beschäftigte ein. Dadurch ist die Anzahl gewalttätiger Übergriffe seitens der Öffentlichkeit auf Beschäftigte zurückgegangen.
John Kaunga, RWU, Kenia

Gewalt und Aggression gegen die Beschäftigten im öffentlichen Verkehrswesen darf nicht hingenommen werden, ist aber auch nicht unvermeidbar. Wir fordern die Arbeitgeber auf, die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter/innen zu übernehmen und mit den Gewerkschaften in Verhandlungen über die wirksame Umsetzung von Präventivmaßnahmen einzutreten. Auch den Kommunen, der Polizei und den Gerichten kommt bei der Wahrung der öffentlichen Ordnung im öffentlichen Verkehr eine wichtige Rolle zu.
Martin Mayer, TGWU, Großbritannien



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Issue 14 January 2004

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